Sprechstunde beendet

Patienten bedanken sich bei Dr. Annegret und Dr. Wulf-Reinhard Gente

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Dr. Annegret und Dr. Wulf-Reinhard Gente mit ihrem Team. Der letzte Arbeitstag war für alle ein emotionales Erlebnis. Auch für Gentes Hund Max – der durfte heute nämlich zum ersten mal in seinem Leben in der Praxis sein.

Dörverden - Schluss, aus, vorbei: Mehr als drei Jahrzehnte haben Dr. Annegret und Dr. Wulf-Reinhard Gente als Allgemeinmediziner in Dörverden praktiziert. Heute war ihr letzter Arbeitstag und viele Patienten waren gekommen, um den Medizinern und dem gesamten Team alles Gute zu wünschen.

Auch der Berg an Blumen und Abschiedsgeschenken bezeugte die Beliebtheit in Dörverden und Umgebung. Die Arzthelferinnen hatten mit einer Fotomontage eine bleibende Erinnerung geschaffen, während Gerd Schmidt von der Diabetes-Selbsthilfegruppe Wulf-Reinhard Gente mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der Deutschen Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) überraschte. Die Besucher drückten vor allem aber ihr großes Bedauern über die Praxisschließung aus.

Alle wissen schließlich, dass nicht die Arbeit, sondern die Arbeitsbedingungen zu dem Entschluss geführt haben, die Praxis einige Jahre früher als ursprünglich geplant zu schließen. Zu viele Patienten, immer schwierigere Rahmenbedingungen, die zunehmende Bürokratisierung des Berufs, kaum Freizeit und die daraus resultierende „allgemeine Unzufriedenheit mit der Belastungssituation“ hatten die beiden Ärzte dazu bewogen, die Reißleine zu ziehen.

1984 hat Gente das Praxisschild angebracht. Heute montierten er und seine Frau es gemeinsam ab.

Einen Nachfolger für die Praxis gibt es bekanntermaßen nicht. Dabei sind die Patienten beiden Medizinern noch immer wichtig. Gerade deshalb hätten sie auch so lange gezögert und weitergemacht, immer in der Hoffnung, dass sich doch noch eine Nachfolge für die Praxis findet. „Irgendwann mussten wir aber einsehen, dass es niemanden gibt, der hier übernehmen will. Trotz sämtlicher, intensivster Versuche, jemanden zu finden.“

Die Patienten teilten sich jetzt auf verschiedene Praxen in der Umgebung auf, erzählte Wulf-Reinhard Gente, der in den vergangenen Tagen noch einmal ordentlich zu tun hatte.

Noch keine konkreten Pläne

Nach ihren aktuellen Gefühlen befragt, sagen beide, dass sie diesen Schritt schweren Herzens machen, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits wären sie immer sehr gerne Ärzte gewesen, andererseits müssten sie aber auch an sich selbst denken. Bezüglich ihrer Zukunft sind ihre Pläne nicht wirklich konkret. „Die Zeit zu füllen, wird aber nicht das Thema sein. Es geht eher darum, eine sinnvolle Aufgabe zu finden“, so Gente.

Eine erste sinnvolle Aufgabe ist allerdings schon in Sichtweite, wenn ihre Tochter Katharina die beiden voraussichtlich Mitte März zum ersten Mal zu Großeltern macht. „Es wird ein Junge“, verriet Gente.

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