200 Pikse, die meisten aus Überzeugung

Spontaner Booster: Dörverdener nehmen offenes Impfen gut an

Ein Mann und zwei Frauen stehen vor einem Gebäude.
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Extra aus Hoya angereist waren Heinz und Anita Fahrenholz, hier mit Carmen Lühring. Sie freuten sich über das Angebot, ohne Termin vorbeikommen zu können.

Rund 200 Menschen haben am Dienstag im Kultursaal der Gemeinde Dörverden eine Corona-Schutzimpfung durch ein mobiles Impfteam der Kreisbehörde erhalten. Die wohnortnahe Aktion, die ohne Termin möglich war, wurde gut angenommen und einen Tag später auch in Kirchlinteln durchgeführt.

Dörverden –„Die Impfung gegen das Corona-Virus ist noch immer das effektivste Mittel im Kampf gegen die Pandemie“, erklärte Dr. Hans-Peter Adolf, der vor Ort verantwortliche Impfarzt. Denn eine Impfung schütze schließlich nicht nur geimpfte Personen selbst, sondern reduziere zudem erheblich das Risiko, dass das Coronavirus auf andere übertragen werde. „Sich impfen zu lassen, bedeutet auch, Solidarität zu zeigen, insbesondere gegenüber den Menschen, die aktuell nicht geimpft werden können, wie etwa Kinder im Alter von unter fünf Jahren.“

Viele Menschen haben keinen Hausarzt und der Ansprechpartner fehlt

Adolf, der sich aus persönlicher Überzeugung als Impfarzt engagiert, hat schon vielen impfwilligen Menschen zu einer Corona-Schutzimpfung verholfen. „Ein paar tausend Pikse waren es schon“, erzählte er lächelnd. Spontane Impfaktionen wie diese halte er für sehr wichtig, fügte der Mediziner hinzu. „Man vergisst, dass viele Menschen gar keinen Hausarzt mehr haben und ihnen dadurch ein für die Impfung wichtiger Ansprechpartner fehlt.“

Während das Team noch letzte Vorbereitungen traf, wartete vor dem Kultursaal bereits eine kleine Schar Impfwilliger, die durch die Tageszeitung oder das Internet von der spontan anberaumten Impfaktion erfahren hatte, darunter Anita Fahrenholz aus Hoya. „Ich lasse mich boostern“, erzählte die Seniorin, die in Begleitung von ihrem Ehemann Heinz („meine moralische Stütze“) von Carmen Lühring zur Impfung chauffiert worden war. Anita Fahrenholz wollte unbedingt an diesem Tag geimpft werden, „weil die Folgen einer Infektion schlimm sein können“, sagte sie, ihre Begleiterin ergänzte: „Die Chance, sich hier ohne Termin spontan impfen zu lassen, darf man nicht vertun.“

Freude über schnellere Boostermöglichkeit

Lühring erzählte, dass sie selbst die Erfahrung gemacht habe, wie wichtig die Schutzimpfung gegen Corona sei. „Meinen Sohn hat das Virus auch erwischt. Aber er war zu dem Zeitpunkt der Infektion bereits zweifach geimpft, sodass er einen milden Verlauf hatte. Wer weiß, wie die Infektion ohne den Impfschutz verlaufen wäre?“

Marion Willmer hätte ihren dritten Termin erst Mitte Februar bei ihrem Hausarzt gehabt. Dass sie jetzt schon früher in den Genuss einer Boosterimpfung kam, freute sie sehr. „Ich bin erleichtert, dass ich einige Wochen früher besser geschützt bin.“

„Das Gros hat den Termin aus Überzeugung genutzt“, berichtete Impfteam-Mitarbeiterin Katharina Ruth nach Abschluss der Dörverdener Aktion. Nicht wenige hätten die gute Organisation der Veranstaltung gelobt. Läuft immer alles so rund? „Überwiegend ja. In der Regel sind die Leute freundlich und nett, und Ausreißer im Verhalten sind selten.“ Wenn gemeckert werde, dann wären es meistens diejenigen, die sich nicht aus persönlicher Überzeugung, sondern wegen des Drucks, den ein Arbeitgeber auf sie ausübe, impfen ließen.  

Richtig gut drauf war dieser Mann, als er von Katharina Ruth den Piks bekam. Aber überhaupt seien die Impflinge meistens freundlich und gut gelaunt, erzählt sie.

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