Michael Kappel setzt auf den Anbau der Speisepflanze auf seinem Westener Biohof

Soja braucht viel Aufmerksamkeit

Ein Trecker mit Reihenharke bei der Arbeit auf dem Feld.
+
Damit das Unkraut keine Chance hat, verlangen bereits die kleinen pelzigen Pflanzen permanente Aufmerksamkeit und Einsatz mit der Reihenharke.

Westen – Soja aus Westen? Aber ist es denn dort überhaupt warm genug? Mit dieser Frage hat sich Michael Kappel intensiv beschäftigt und er beantwortet sie mit einem klaren „Ja“. Denn seine Klimabeobachtungen der vergangenen Jahre sind schließlich die Basis, auf der der Landwirt in diesem Jahr erstmals Speisesoja auf einem seiner Äcker anbaut. „Wenn man der Pflanze die erforderliche Aufmerksamkeit schenkt, ist sie zu Höchstleistungen bereit“, meint er.

Pionierarbeit in der Region

Für den Bio-Landwirt und Lohnunternehmer, der 2017 auf Biolandwirtschaft umgestellt hat, ist es wichtig Anbau-Alternativen zu erproben und Erzeugernischen zu finden. Und Kappel ist guter Dinge, dass er im Anbau von Speisesoja in Bioqualität genau das gefunden hat. Regional, so sagt er, leiste er hier seines Wissens nach sogar Pionierarbeit. „Ich glaube, es gibt im Landkreis zurzeit keinen weiteren Betrieb, der sich dem Anbau von Speisesoja in Bio-Qualität widmet“, so Kappel. Dabei sei es viel sinnvoller, als klimaschädliches Importsoja in rauen Mengen um die halbe Welt zu transportieren. Von den Rahmenbedingungen für den Anbau ganz zu schweigen.

Soja auf zehn Hektar

Vor vier Wochen hat Kappel auf zehn seiner 120 Hektar Ackerfläche Sojabohnen ausgelegt und die Option für eine Erweiterung bereits fest im Blick. Die Anzahl der Pflanzen pro Hektar gibt er mit schätzungsweise 60 000 an, wobei sich deren Zahl im Verlauf des Wachstums noch um etwa 5000 bis 10 000 Pflanzen reduzieren werde. Kappel verhehlt nicht, dass er zunächst Schwierigkeiten hatte, einen verlässlichen Abnehmer, für die im September erwartete Ernte zu finden. Doch dieses Problem sei geklärt und die Abnahme durch die bei Freiburg ansässige Firma Taifun gesichert. Kappel baut auf seinem Betrieb vor allem Kartoffeln, Getreide und Hanf an und widmet sich der Saatgut-Vermehrung. Er sieht in der Sojabohne große Chancen für den heimischen Biolandbau, auch wenn die Pflanze viel Arbeit mache.

Ohne Hacken gehe bei Soja gar nichts: „Gute Erträge sind nur möglich, wenn der Acker unkrautfrei gehalten wird“, betont der Landwirt. Er rechnet mit 2,5 Tonnen pro Hektar.

Soja bindet Stickstoff aus der Luft

Gemeinsam mit Lea Irzik und Tobias Joost rückt er dem Unkraut mit Trecker und Reihenharke und notfalls auch per Hand zu Leibe. Doch bei aller Arbeit wirke sich die Pflanze sehr positiv auf den Boden aus. Denn Soja zählt zu den Leguminosen, die sich den nötigen Stickstoff aus der Luft holen und im Boden speichern. Kappel: „Soja düngt sich daher selbst und hilft, eine gesunde Fruchtfolge einzuhalten, also einen bodenschonenden Kreislauf auf der Fläche.“ In der biologischen Landwirtschaft könne er nicht einfach Mineraldünger auf dem Feld verteilen, da helfe dieser natürliche Kreislauf schon. Für den Biolandwirt steht fest: Da gehe was mit Soja. Und der Markt für deutsches Bio-Soja ist auch vorhanden.  nie

60 000 Jungpflanzen, die sich im Verlauf von Pflegmaßnahmen um 5000 bis 10 000 Pflanzen reduzieren, wachsen auf jedem Hektar Acker.
Für Michael Kappel passt der ökologische Anbau von Sojabohnen für die Herstellung von Tofu perfekt in das Betriebskonzept seines Bioland-Betriebes.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Scheunenbrand in Riede: Rauch viele Kilometer weit sichtbar

Scheunenbrand in Riede: Rauch viele Kilometer weit sichtbar

Scheunenbrand in Riede: Rauch viele Kilometer weit sichtbar
Junge Bassenerinnen laden zur Gründung einer Dorfjugend ohne Altersobergrenze ein

Junge Bassenerinnen laden zur Gründung einer Dorfjugend ohne Altersobergrenze ein

Junge Bassenerinnen laden zur Gründung einer Dorfjugend ohne Altersobergrenze ein
„Online einzukaufen nutzt dem Klimaschutz“

„Online einzukaufen nutzt dem Klimaschutz“

„Online einzukaufen nutzt dem Klimaschutz“
Verdener Domplatz in Partystimmung

Verdener Domplatz in Partystimmung

Verdener Domplatz in Partystimmung

Kommentare