Vermutlich nur an Geweih interessiert

Skrupelloser Wilderer schießt zwei Hirsche ab

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Nach dem Schuss des Wilderers schaffte es der Hirsch noch, circa 30 Meter zu fliehen, ehe er auf einer Wiese verendete.

Hülsen - Von Markus Wienken. Betroffen, ja fassungslos stand Jäger Klaus Mahnke in seinem Revier. Vor seinen Füßen lag ein junger Hirsch im Gras, der Kopf fehlte, ansonsten schien er körperlich unversehrt. Doch damit nicht genug.

Drei Tage später ein ähnliches Bild. Wieder ein toter Hirsch, dieses Mal war der Kadaver zwar komplett, doch nun gab es für Mahnke keinen Zweifel mehr: „Da waren Wilderer am Werk“, so der erfahrene Waidmann. Mittlerweile steht fest, die Hirsche wurden mit gezielten Schüssen zur Strecke gebracht.

Wie sich der Ablauf der kriminellen Jagd abgespielt hat, darüber lässt sich nach Tagen nur noch spekulieren. Regelmäßig ist Mahnke zwar in seinem Revier unterwegs, auf das Tier stieß jedoch ein benachbarter Landwirt. „Der ist ebenfalls Jäger und hat mich sofort informiert“, berichtet Mahnke. Am Tatort, an der ersten Fundstelle, sei schnell klar gewesen, dass da jemand zunächst auf das Tier geschossen und ihm dann den Kopf inklusive Geweih abgeschnitten hat. „Offensichtlich wollte der Wilderer nur das Geweih als Trophäe, das Fleisch war ihm wohl egal. Neben dem eigentlichen Verlust des Tieres macht einen diese Rücksichtslosigkeit natürlich noch umso betroffener“, so der 62-Jährige.

Fast völlig unversehrt sei hingegen der zweite tote Hirsch gewesen. Nur ein Einschussloch ließ auf die Todesursache des männlichen Damwildes schließen. Warum der Wilderer das Tier liegen ließ, auch darüber lässt sich nur spekulieren. „Vermutlich wurde geschossen. Der verletzte Hirsch hat nach dem Treffer noch gelebt und konnte fliehen, ehe er dann verendete“, vermutet der Jagdpächter. „Das ist nicht ungewöhnlich bei so einem großen Tier.“ Der Täter habe in der Dunkelheit den toten Hirsch offensichtlich nicht finden können und sei dann ohne seine Beute geflohen.

Bei dem ersten Hirsch wurde nur der Kopf mit dem Geweih abgetrennt, den Körper ließen der oder die Täter zurück.

Seit 2001 ist Mahnke Pächter im Hülsener Revier, dass Wilderer dort ihr Unwesen treiben, hatte er bis jetzt noch nicht erlebt. Neben der rabiaten Vorgehensweise und dem Verlust der beiden Damhirsche – das Fleisch ist verdorben und dürfte einen Wert von mehreren hundert Euro gehabt haben – kommt noch eine weitere Einschränkung hinzu. „Die Abschusszahlen in den Revieren sind genau festgelegt. Nach dem Verlust der beiden Tiere sind mein Revier und auch die der Nachbarn erst mal gesperrt“, erklärt Mahnke.

Die Kreisjägerschaft ist über die Fälle informiert und hat auch sämtliche Pächter angeschrieben, die Augen offen zu halten. „Vielleicht hat ja jemand etwas bemerkt, ein Auto mit fremden Kennzeichen oder etwas anderes gesehen“, so Mahnke. Auch die Polizei sei eingeschaltet, der Pächter habe Strafanzeige gestellt. Er selbst und seine Kollegen hielten sowieso die Augen offen. „Ob es hilft und der oder die Täter gefasst werden, ich weiß es nicht? Aber vermutlich werden sie sich nach unserem Fund nicht mehr blicken lassen.“

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