Ein echtes Schmuckstück: Neues Funktionsgebäude des SV Vorwärts ist fertig

Sie würden so gern feiern

Vor dem schicken Neubau: Vereinsvorsitzender Uwe Kaiser, Bauleiter Sören Bahrs und Bürgermeister Alexander von Seggern (v.l.) sind glücklich mit dem Funktionsgebäude des SV Vorwärts Hülsen.
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Vor dem schicken Neubau: Vereinsvorsitzender Uwe Kaiser, Bauleiter Sören Bahrs und Bürgermeister Alexander von Seggern (v.l.) sind glücklich mit dem Funktionsgebäude des SV Vorwärts Hülsen.

Hülsen – Es ist vollbracht. Das neue Schmuckstück des SV Vorwärts Hülsen steht. Die breiten Fensterfronten des modernen Gebäudes glitzern in der Abendsonne. Bis hierhin war es ein langer Weg: Vor fast fünf Jahren hatten die ersten Vorplanungen für das neue Funktionsgebäude des 500 Mitglieder starken Sportvereins begonnen. Nun können der Vereinsvorsitzende Uwe Kaiser und Bauleiter Sören Bahrs das Ergebnis präsentieren, in das unzählige Arbeitsstunden vieler Freiwilliger geflossen sind. Und doch blicken die beiden Herren heute Abend etwas traurig drein. „Ach, wir würden so gern Einweihung feiern“, erklärt Kaiser. Doch wegen Corona gehe das im Moment natürlich nicht.

„Wir hoffen, dass Corona uns die Chance lässt, uns bei allen beteiligten Helfern und Unterstützern noch in diesem Jahr zu bedanken.“ Das sei ihnen ganz wichtig, betont Kaiser. Wegen der Kontaktbeschränkungen muss auch der Pressetermin zur Fertigstellung des Gebäudes, das knapp über 400 000 Euro gekostet hat, im ganz kleinen Kreis ausfallen. Lediglich Bürgermeister Alexander von Seggern wurde dazu geladen. Die Gemeinde hatte das Vorhaben des Vereins mit 50000 Euro unterstützt, auch Landkreis, Kreissportbund und einige Sponsoren haben Geld dazu gegeben. „Wir haben versprochen, verantwortungsvoll mit den uns zur Verfügung gestellten Geldern umzugehen“, sagt Kaiser. Am Ende habe es eine Bauzeitverlängerung um ein Jahr gegeben sowie eine Kostenüberschreitung von circa zehn Prozent. Ein Ergebnis, mit dem man leben könne.

Durch die gesamte Bauphase hindurch habe es eine breite Unterstützung aus der Hülsener Bevölkerung gegeben. „Auch Menschen, die überhaupt nicht aktiv im Sportverein sind und es nie waren, haben geholfen“, freut sich Kaiser. Das habe dafür gesorgt, dass die Umsetzung des Vorhabens für die Verantwortlichen „zu 90 Prozent eine Quelle der Freude war – und den Rest haben wir vergessen.“ Das neue Gebäude versetze den Verein in die Lage, 2021 seine 100-Jahr-Feier würdig zu begehen.

Kaiser betont: „Ohne die qualifizierte und souveräne Leitung und ohne das Netzwerk von Sören Bahrs wären wir bei Weitem nicht zu diesem Ergebnis gekommen.“ Zimmerermeister Bahrs ist Jugendtrainer im SVV und fühlt sich dem Verein seit vielen Jahren eng verbunden. Kein Wunder also, dass er reichlich Herzblut in dieses Projekt gesteckt hat. Er erinnert sich daran, wie die Situation vor dem Bau war: „Das alte Gebäude, im Prinzip waren es nur Umkleiden, war offen gesagt in einem ganz schlechten Zustand.“ Da sei nichts mehr zu machen gewesen: Mithilfe vieler Freiwilliger habe man es komplett abgerissen.

Der neue Funktionsbau sollte etwas Vernünftiges werden, da war man sich von Anfang an einig. „Uns war es wichtig, dass er sich gut in seine Umgebung einfügt.“ Kaiser verweist auf das Fachwerkensemble am Rande des Sportplatzes: Das historische Schafstallviertel ist ein beliebtes Ausflugsziel und ein besonders schönes Fleckchen Erde in Hülsen. Das Vereinsgebäude sollte da nicht wie ein Fremdkörper wirken. Und das ist gelungen: Der Neubau mit seinem roten Klinker und den großen Glasflächen verbindet das Dörfliche und das Moderne. „Sieht gut aus, oder?“, fragt Kaiser. „Sie können stolz sein“, sagt Bürgermeister von Seggern, der ausdrücklich das Engagement der vielen Sportler und Hülsener Bürger lobt, die sich in dieses Großprojekt eingebracht haben.

Kaiser will noch erwähnt wissen, dass auch die benachbarten Gruppen, der Schützenverein sowie der Kultur- und Förderverein, das Vorhaben solidarisch mitgetragen haben. Während der Abbruch- und der Bauphase hätten sich dessen Mitglieder als tolerant und hilfsbereit erwiesen. „Auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Handwerkern war harmonisch“, sagt Kaiser.

Wegen der Eigenleistungen seien viele Abstimmungen nötig gewesen. „Die Kommunikation war vorbildlich.“ Wie viele Arbeitsdienste der Ehrenamtlichen insgesamt nötig waren, vermag Sören Bahrs nicht zu sagen. „Wir haben die Stunden nicht gezählt. Es ging darum, ein Ziel zu erreichen.“

„Dann wollen wir mal hinein gehen“, sagt Kaiser, nimmt den Schlüssel und öffnet die Türen. Vier große Umkleiden inklusive Duschen sind im Erdgeschoss zu sehen, ein Schiedsrichtertrakt, eine behindertengerechte Dusche und Toilette, Ball- und Technikraum – alles komplett fertig.

Dann geht es die Treppe hinauf. Ein Raum wie aus Luft und Licht öffnet sich dem Besucher. Die Abendsonne fällt hinein und der verglaste Balkon gibt den Blick frei auf den Sportplatz, ins Grüne und ins Schafstallviertel. Der Anblick ist wirklich beeindruckend. „Das ist unser Tanz- und Bewegungszentrum“, erklärt Bahrs. Er und Uwe Kaiser sind sichtlich stolz auf diesen ganz besonderen Raum. „Wir zeigen das jedem, wir schleppen da jeden hoch“, sagt der Vereinsvorsitzende mit einem Schmunzeln.

Der Neubau sei mittlerweile fast fertig, lediglich eine kleine Küche, eine Lautsprecheranlage und ein Balkonbelag fehlten noch. Und natürlich die Sportler. „Auch der Fußballbetrieb ruht coronabedingt noch weitestgehend“, sagt Kaiser etwas traurig. „Wir hoffen darauf, dass wir nach den Sommerferien loslegen können.“

Von Reike Raczkowski

Wunderbare Aussicht aus dem neuen Tanz- und Bewegungsraum: Große Fensterfronten erlauben den Blick in die Weite. Fotos: Raczkowski

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