250 Kilometer in der Ponykutsche: Nadine Kolbach besucht ihre Eltern in Stedebergen

Shettie-Abenteuer mit drei PS

Die letzten Meter: Für die Kutschfahrt von Soest nach Stedebergen brauchten Nadine Kolbach, Sebastian Frank und die drei Shetlandponys fünf Tage – natürlich inklusive vieler Pausen. - Fotos: Niemann

Stedebergen - Über einen Besuch der etwas anderen Art können sich Regina Kolbach-Prahl und ihr Mann Wolfgang Prahl freuen: Ihre Tochter Nadine hatte sich Anfang vergangener Woche mit ihrem Lebensgefährten Sebastian Frank im westfälischen Soest auf den Weg gemacht, um die Eltern auf ihrem Campingplatz in Stedebergen zu besuchen. Das Besondere: Die rund 250 Kilometer weite Anreise hat das Paar mit nur drei Pferde- beziehungsweise Ponystärken bewältigt. „Wir sind froh, dass das Wetter mitgespielt hat“, erzählt die junge Frau, die ihr Ziel mit eintägiger Verspätung und einem Umweg über Verden erreicht hat.

Die Mini-Shetlandponys Hidalgo, Fino und Old Shatterhand, genannt Ponymann, eine Kutsche, Nadine Kolbach an den Leinen und Sebastian Frank auf dem Soziussitz: Fünf Tage waren die 31-Jährige und ihr Partner auf Feld- und Radwegen, auf Landes- und ganz selten auf Bundesstraßen auf „Pony-Tour“ – und sind mit rund fünf Stundenkilometern der Gemeinde Dörverden entgegengefahren.

Die Ponys waren ganz hingerissen vom Stedeberger See und genehmigten sich direkt eine Abkühlung.

Los ging’s im westfälischen Soest, Station haben die Fünf im Verlauf der Tour in der Umgebung von Ostenfelde, Versmold, Bad Essen, Stemwede und Bruchhausen-Vilsen gemacht. Bei diesen Stopps – das Paar hat meistens im Zelt bei Bauernhöfen übernachtet – hätten sich laut Kolbach auch zahlreiche nette Kontakte ergeben und die ein oder andere skurrile Situation. „Einmal haben wir per Handy Pizza und Getränke mitten auf ein Wiesengrundstück geordert. Es war dunkel, und wir wussten zunächst nicht einmal, wo genau wir waren“, berichtet Kolbach lachend.

Die einzelnen Strecken waren so bemessen, dass sich die Pferde immer ausreichend erholen konnten. „Die Ponys sind gut trainiert und wurden fast zwei Jahre lang auf die besonderen Herausforderungen einer solchen Tour vorbereitet“, sagt die junge Frau, die die Mini-Pferde während der Tour auch mit vielen Streicheleinheiten, gutem Zureden und mit Apfelsaft schmackhaft angereichertem Wasser bei Lauflaune gehalten hat.

Den drei Shetlandponys hat es auf Anhieb auf dem Campinggelände am Landwehrsee gefallen und sie haben im See auch gleich ein Erfrischungsbad genommen. Doch jetzt hat das Trio Ferien und sein Soll erfüllt. Es tritt die Rückreise in heimische Gefilde Mitte der Woche im Pferdeanhänger an.

„Es war klasse und sehr anstrengend“, so das Fazit von Nadine Kolberg. Sie streicht sich über die von der Sonne verbrannte Nase. „Wenn man auf diese Art und Weise unterwegs ist, muss man sich aber sehr viel kümmern. Die Tiere müssen immer wieder getränkt und gefüttert werden. Auch brauchen sie lange Verdauungs- und Erholungspausen. Sie müssen täglich mehrmals ausgespannt werden, damit sie grasen und sich von den Anstrengungen erholen können.“

Die Frage, ob es bereits die Wiederholung einer solchen Tour erwägt, beantwortet das Paar mit Ja. Es istbegeistert vom gemächlichen Tempo und den Naturerlebnissen, die die Pferdegeschwindigkeit vorgibt. Allerdings wollen die beiden beim nächsten Mal eine Route in der Umgebung von Dörverden wählen und dann auch weniger Kilometer fahren. - nie

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