Corona-Auflagen binden Kräfte im Casa Verita / Unterstützer sind gern gesehen

Seniorenheim-Team am Limit

Testen, impfen – und natürlich die Bewohner versorgen: Im Casa Verita ist im Moment sehr viel zu tun. Deswegen hat die Leitung um Hilfe gebeten.
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Testen, impfen – und natürlich die Bewohner versorgen: Im Casa Verita ist im Moment sehr viel zu tun. Deswegen hat die Leitung um Hilfe gebeten.

Dörverden – Senioren- und Pflegeeinrichtungen wie die Casa Verita in Dörverden ächzen unter den gesetzlichen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Um Bewohner und auch die Mitarbeiter selbst zu schützen, müssen alle Mitarbeiter mindestens zweimal pro Woche auf das Virus getestet werden. Ebenfalls sind Besuche ausschließlich mit negativem Testergebnis gestattet. „Der Aufwand bedeutet eine immense Mehrbelastung für die Heime“, wie Elke Salle, Leiterin der Pflegeeinrichtung, unterstreicht.

Wenn man davon ausgehe, dass ein Schnelltest rund 20 Minuten dauere, lasse sich leicht ausrechnen, welcher Arbeitsaufwand betrieben werde muss, und das in einer Branche, die ohnehin schon mit schmal kalkuliertem Personalschlüssel arbeite und zusätzlich unter akutem Mangel an ausgebildetem Personal leide. Die Corona-Verordnung gelte es aber durchzusetzen, einen Spielraum gäbe es nicht.

Deshalb hat Salle in den sozialen Netzwerken bereits einen Aufruf nach Helfern, unter anderem für die Testungen, formuliert, doch nur mit schwacher Resonanz. Das, so sagt sie, habe sie enttäuscht. „In der Vergangenheit hat man mehrfach angefragt, ob und wie man uns helfen kann“, sagt sie. „Aber wenn man dann tatsächlich Hilfe braucht, ist die Bereitschaft nicht da.“

Elke Salle erzählt, dass ihre Einrichtung personell zum Zeitpunkt zwar relativ gut aufgestellt sei. Doch das gelte nur, solange nichts Unvorhergesehenes geschehe. „Bislang ist der Kelch einer Infektion mit dem Virus an unseren Bewohnern vorbeigegangen, aber die Angst und die Ungewissheit sind unsere ständigen Begleiter“, sagt Salle, wohlwissend, dass sich die Situation Knall auf Fall ins Gegenteil kehren kann. „Dann ist das Limit ganz schnell erreicht und wir haben große Probleme.“

Salle erzählt weiter, dass Mitarbeiterinnen von einer ortsansässigen Ärztin geschult wurden, um die Tests korrekt durchzuführen. Sie selbst habe über die Weihnachtsfeiertage Besucher getestet, denn es seien vor allem die Faktoren Arbeitskraft und Zeit, die die Grenzen erkennen lassen. „Eine gewisse Zeitspanne kann man für Testungen freischaufeln, doch die Versorgung der Bewohner hat immer Vorrang.“ Um den Wünschen auf Besuche trotzdem gerecht zu werden, fänden daher Besuche an zwei Tagen pro Woche statt, mit jeweils einem Besucher pro Bewohner. Anders wäre der Aufwand für die Testungen nicht zu leisten.

Zwei Personen haben sich kurzfristig auf einen der Aufrufe gemeldet und unterstützen die Tests, dafür ist Salle sehr dankbar. Auch die bevorstehenden Impfungen erhöhen den Arbeitsaufwand in der Einrichtung. So mussten die Bewohner beziehungsweise deren Betreuer schriftlich oder mündlich informiert und die Bewohner und Mitarbeiter auf Impflisten erfasst werden. Oft sind lange Gespräche die Folge. Immerhin tröstlich, dass sich nahezu alle Bewohner impfen lassen wollen und auch die Mitarbeiter eine hohe Impfbereitschaft signalisiert haben.  nie

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