Schnittstelle für alle Ortschaften

„Dörverden hilft“ bringt in der Corona-Krise Freiwillige und Bedürftige zusammen

Gemeinsamer Telefondienst: Abiturientin Jessica Rosebrock, FSJ-lerin Julia Meyer sowie Pastor Rolf Görnandt (v.l.). Es fehlt der dritte im Bunde, Student Wilke Ringeling.
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Gemeinsamer Telefondienst: Abiturientin Jessica Rosebrock, FSJ-lerin Julia Meyer sowie Pastor Rolf Görnandt (v.l.). Es fehlt der dritte im Bunde, Student Wilke Ringeling.

Dörverden - Die Hilfsbereitschaft in der Corona-Krise ist groß. Vielerorts bieten Institutionen, Vereine, kirchliche Gemeinschaften oder Ehrenamtliche ihre Hilfe an, um ältere Mitbürger und Risikogruppen zu unterstützen. So wurde in Dörverden auf Initiative von Ratsmitglied Stefan Bormann und Pastor Rolf Görnandt „Dörverden hilft – Zusammen gegen die Corona-Pandemie“ ins Leben gerufen, eine Initiative, die auf Basis von Nachbarschaftshilfe Unterstützungen anbietet und sie gemeindeweit koordiniert und organisiert.

„Gefährden Sie nicht sich selbst. Bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause“, lautet eine der Aufforderungen in dem Flyer, der sich an über 65-Jährige und an Menschen mit Vorerkrankung in der Gemeinde richtet. Für diese Klientel wolle man da sein, für sie Einkäufe oder Apothekengänge erledigen und weiteres mehr, berichtet Bormann.

„Sie ist vermeintlich ruhig und daher erscheint die Gefahr vielen irreal“, kommentiert er die aktuelle Lage in der Gemeinde und zieht zur besseren Erklärung der lauernden Bedrohung den Vergleich mit einem Tsunami heran. „Das Wasser hat sich gerade zurückgezogen und es ist sehr ruhig.Doch die Flutwelle wird kommen, voraussichtlich um Ostern herum, und keiner weiß, wie hoch sie sein wird und wie viele sie mitreißen wird.“

Bormann, Görnandt und ihre Mitstreiter sind sehr besorgt, auch angesichts von Nachrichten aus dem Robert-Koch-Institut (RKI). Dort mag man Zustände wie in Italien oder in Spanien für Deutschland nicht ausschließen. Dann würde auch das hiesige Gesundheitssystem an seine Grenzen kommen.

Ehrenamtliche von „Dörverden hilft" sind in allen Ortschaften aktiv

Bormann: „Was das konkret für unsere Gemeinde bedeutet, ist natürlich nicht absehbar. Aber wir wollen so gut wie möglich vorbereitet sein.“ Denn selbst, wenn der Landkreis Verden und die Gemeinde Dörverden weniger hart vom Virus betroffen sein würden, sei doch davon auszugehen, dass die hier zur Verfügung stehenden Intensivbetten mit Patienten aus anderen Teilen des Landes belegt würden. Deshalb sei es so wichtig, dass die Risikogruppen den Empfehlungen Folge leisteten, zu Hause blieben und die Angebote von „Dörverden hilft“ nutzten. Deren Ehrenamtliche seien in allen Ortschaften aktiv.

Bormann und Görnandt weisen darauf hin, dass noch weitere Freiwillige gesucht werden. „Wir sind eine parteiübergreifende Gemeinschaft, die eng mit Bürgermeister Alexander von Seggern zusammenarbeitet“, heißt es. Man sei froh über die vielseitige Unterstützung, die die Initiative zum Wohle der Bürger bislang bereits erfahren habe.

Die AG Lust & Leinen vom Verein Ehmken Hoff hat bereits Dutzende Mundschutze zur Verfügung gestellt. 

So greife der örtliche Edeka-Markt „Dörverden hilft“ mit einfachen und unbürokratischen Mitteln unter die Arme, damit die Initiative das zu erwartende hohe Aufkommen organisatorisch überhaupt werde bewältigen können. „Die kleine Malerin“ aus Dörverden habe kostenlos 2 .000 Flyer zur Verfügung gestellt, und im Verein Ehmken Hoff habe die Aktionsgruppe Lust & Leinen bereits zahlreiche Mundschutze genäht, um Helfer und Risikogruppen bestmöglich zu schützen. „Wir arbeiten innerhalb der Gemeinde noch mit vielen anderen Helfern zusammen und stehen auch im Austausch mit den gemeinnützigen Aktivitäten von Schuhplus“, ergänzt Stefan Bormann.

Risikogruppen vor Corona schützen: Niemand wird allein gelassen

Bürgermeister Alexander von Seggern lobt die Initiative, die Helfer und Hilfesuchende zusammenbringt, ausdrücklich. „Ich bin sehr dankbar, dass das freiwillige Netzwerk ,Dörverden hilft’ genau diese stabile Struktur für die Menschen in allen zehn Ortschaften ehrenamtlich aufbaut. Das beruhigt und gibt Zuversicht, dass in der eigenen Ortschaft niemand allein gelassen wird.“ Miteinander füreinander da sein – das sei das erklärte Ziel.

„Wenn Menschen in dieser schwierigen Zeit besonders den Menschen in den Risikogruppen helfen, ist damit allen geholfen und es beweist sich hoffentlich am Ende ein Sprichwort aus Frankreich: Wer einen guten Nachbarn hat, hat auch einen guten Tag“, so der Verwaltungschef im Rathaus.

„Dörverden hilft“

ist telefonisch montags bis sonnabends, jeweils von 9 bis 12 Uhr, unter der Rufnummer 04234/942151 erreichbar (Anrufbeantworter, es erfolgt ein Rückruf). Auch per E-Mail an coronahilfe@schulzentrum-doerverden.de.

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