Breitbandausbau in der Gemeinde

Schnelles Internet immer noch nicht für Drübber

Bürgermeister Alexander von Seggern und Wirtschaftsförderer Günter Ebenthal wollen sich weiter darum bemühen, dass die Haushalte in Drübber irgendwann schnelles Internet bekommen.

Dörverden - Wenn es um schnelles Internet geht, ist der Landkreis Verden ausgesprochen gut versorgt. Auch die Gemeinde Dörverden liegt deutlich über dem Schnitt von ländlichen Gegenden. Und es wird immer besser, auch in abgelegeneren Dörfern, die noch vor einigen Jahren „weiße Flecken“ auf der Karte der Breitbandversorgung waren. „Aber ich verstehe, dass diese Aussage denen wenig hilft, auf die das eben nicht zutrifft“, sagt Dörverdens Bürgermeister Alexander von Seggern.

Gerade berichtete die Kreiszeitung, dass das Amt für regionale Landesentwicklung Förderanträge zur Breitbandversorgung, die die Kreisverwaltung und die Gemeinden gemeinsam eingereicht hatten, bewilligt hat. Ziel der gemeinsamen Initiative des Landkreises und der Kommunen ist es, die bislang noch unterversorgten Gebiete zu erschließen. Von der aktuellen Förderung profitiert in der Gemeinde Dörverden die Ortschaft Diensthop. Etwa 30 Anschlüsse sind dort betroffen, die derzeit noch mit sehr geringen Geschwindigkeiten surfen. Dank der Förderung wird sich für diese Ortschaft nun aber wohl ein Unternehmen finden lassen, das das Netz ausbauen und für deutlich gesteigerte Verbindungsgeschwindigkeiten sorgen wird.

Auch für einen Teilbereich von Drübber versuchte die Gemeinde, finanzielle Unterstützung einzufordern. Das hat aber nicht geklappt. „Drübber wird in diesem Antragsverfahren nicht gefördert, weil im Rahmen der Interessenbekundung kein Angebot für einen Ausbau abgegeben wurde“, so von Seggern. Weil in dem entsprechenden Teilbereich des kleinen Barmer Ortsteils, in dem übrigens auch das Tagungshaus Drübberholz liegt, nur acht Anschlüsse vorhanden sind, sei ein Ausbau dort für die Unternehmen offenbar nicht attraktiv, erklären der Bürgermeister und der Wirtschaftsförderer, Günter Ebenthal. Die Hoffnung, dass sich die Anbieter am Markt von sich aus freiwillig den wenig lukrativen Gebieten widmen, sei wenig aussichtsreich, wenn auch nicht gänzlich auszuschließen.

FTTH-Lösung für Drübber

Letztlich werde für Drübber wohl nur „Fibre to the home“, kurz FTTH, als Lösung übrig bleiben. Dieser aufwendige Ausbau mit Glasfaserkabeln bis in jedes Haus werde dafür sorgen, dass die Wirtschaftlichkeitslücke beim nächsten Förderantrag sogar noch höher ausfallen wird. Mit einem geänderten Ausbaukonzept bestehe dann aber wieder die Möglichkeit, dass ein Förderantrag bewilligt wird. Von Seggern will auf jeden Fall dran bleiben: „Mein Ziel ist es, eine optimierte Versorgung für alle Bürger der Gemeinde zu erreichen.“ Das gelte für die Menschen in Drübber ebenso wie für andere Bereiche, in denen ebenfalls noch immer mit eher geringen Geschwindigkeiten gesurft wird. Das ist zum Beispiel im Neubaugebiet in Westen, der Siedlung Lohof in Dörverden, Teilen von Barme am Walde sowie einigen entlegenen Hofstellen, wie in Horst in der Ortschaft Hülsen, der Fall. „Gute Verbindungen sind wichtig – für Privatpersonen, aber auch für Unternehmen, Selbstständige sowie Land- und Forstwirte.“

Mit einer Änderung der Förderrichtlinie könnten künftig Gebiete in Anträge aufgenommen werden, die vorher nicht förderfähig waren. Lag die Grenze bislang bei sechs MBits, könnten laut von Seggern jetzt alle Gebiete mit einer Geschwindigkeit von weniger als 16 MBits gefördert werden.

Für Drübber und die übrigen Bereiche werde nun erst einmal ein neues Markterkundungsverfahren durchgeführt. „Daran schließt sich ein Interessenbekundungsverfahren an, das zu gegebener Zeit hoffentlich die entscheidenden Erkenntnisse bringen wird, über die es dann zu beraten gilt.“ 

rei

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