CDU-Informationen über AllerVielfalt: Naturschutz, Tourismus und Landwirtschaft im Fokus

Renaturierung mit den Eigentümern

Am malerischen Allerdeich in Westen erläuterte Wilhelm Hogrefe (8.v.r.) das Projekt und Ortsvorsteher Heinrich Bodenstab (r.) äußerte punktuell Bedenken.
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Am malerischen Allerdeich in Westen erläuterte Wilhelm Hogrefe (8.v.r.) das Projekt und Ortsvorsteher Heinrich Bodenstab (r.) äußerte punktuell Bedenken.

Westen/Hülsen – Die Gemeinde Dörverden ist als Kommune zwischen zwei Flüssen vom künftigen Bundesprojekt des Blauen Bandes unter dem Titel AllerVielfalt erheblich betroffen. „Wasser spielt hier zwischen Aller und Weser eine enorme Rolle“, unterstrich Wilhelm Hogrefe am Allerdeich in Westen. Dort warb der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag bei Flächeneigentümern und Anrainern aus der Gemeinde für das Millionenprojekt, das nicht nur den Naturschutz, sondern auch Tourismus und ländliche Entwicklung fördern könnte. Adrian Mohr forderte als CDU-Fraktionsvorsitzender im Dörverdener Rat, dass die Gemeinde eine gestalterische Partnerschaft mit der AllerVielfalt eingehen solle.

In den vergangenen Jahrzehnten seien mehr als 50 Millionen Euro in den Hochwasserschutz an Aller und Weser in der Gemeinde Dörverden investiert worden, berichtete Hogrefe. Ohne die Deiche würde es bei Hochwasser eine massive Bedrohung für die Ortschaften geben, weil oft nur die historischen Dorfkerne über der Hochwasserlinie liegen. Bei der Renaturierung an der Aller müsse man auf freiwillige Maßnahmen der Flächeneigentümer setzen. Der Kreisausschuss habe einstimmig beschlossen, dass der Landkreis die Federführung bei dem Vorhaben übernehmen wird (wir berichteten).

Hogrefe hob hervor, dass aufgrund rechtlicher Vorgaben ohnehin anstehende Naturschutzmaßnahmen (FFH-Richtlinien) im Idealfall mit Fördermitteln finanziert werden können. Bei einer Nichtbeteiligung am Bundesprogramm „Blaues Band“ würden die Kommunen am Fluss die Kosten selbst tragen müssen. Daher sei eine aktive Mitgestaltung in der dreijährigen Planungsphase unter Einbindung aller Beteiligten, von den Flächeneigentümern über die Verwaltung bis zu den Naturschutzverbänden sowie Anglern und Jägern, wichtig.

Auf konkrete Projekte in der Gemeinde Dörverden kam Adrian Mohr zu sprechen, beispielsweise könnten Altarme der Aller wieder an das Fließwasser angebunden werden, um die Wasserqualität zu verbessern. „Das Land wird sich in Zukunft mehr mit den Themen Wassermanagement und Wasserrückhaltung beschäftigen; angesichts der Trockenheit der letzten Jahre und der regelmäßigen Hochwasserereignisse“, berichtete er von einem Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU und SPD im Landtag. Auch der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) fordere stets eine aktive Rolle des Landes beim Wassermanagement in Kooperation mit der Landwirtschaft und den Beregnungsverbänden. Weiter plädierte Adrian Mohr für die Ansiedlung des Projektbüros im Amtshaus Westen. „Das wäre ein Gewinn für das Projekt, weil ein Projektbüro am besten mitten im Fördergebiet liegt und nicht abseits im Kreishaus“, sagte Mohr.

Bis zu 30 Millionen Euro Fördermittel könnten in die Region fließen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende aus Kirchlinteln, Arne Jacobs, wies auf die Wertschöpfung durch die Maßnahmen hin, die im ländlichen Raum durch sanften Tourismus erzielt werden könnten. Außerdem stellte er etwaige Vorhaben am Kirchlintelner Allerufer den Nachbarn kurz vor. Aus seiner Sicht sei ein enger Schulterschluss der Partner auf beiden Seiten der Aller für einen Erfolg bei den Bemühungen notwendig.

„Die Aller hat eine Aufgabe, und zwar Wasser transportieren. Ich habe Bedenken, Ufersteine wegzunehmen. Dann wird die Aller ausufern und weiter verflachen. Das wäre schlecht für die Grundeigentümer“, zeigte sich Westens Ortsvorsteher und Landwirt Heinrich Bodenstab kritisch. Er mahnte zur Besonnenheit bei der Renaturierung des Stromes.

„Es geht nicht um eine Gegnerschaft zur Landwirtschaft, sondern um Synergien bei dem Projekt“, erläuterte Wilhelm Hogrefe und sprach die Möglichkeit zur Bewässerung für Felder an. „Das Allerwasser muss nicht alles in die Nordsee fließen, wenn wir es hier gut brauchen“, so Hogrefe. Ein Landwirt aus Wahnebergen berichtete, dass im Winter und Frühjahr viel Niederschlagswasser aus dem Hinterland vom Schöpfwerk in die Aller gepumpt werde, welches besser für die Beregnung in Dürreperioden geeignet wäre.

Am Hülsener Allerufer beleuchteten die Teilnehmer den touristischen Aspekt einer naturnahen Aller. Ganz in der Nähe der Ortschaft habe sich ein Geheimtipp mit einem Stück Sandstrand am Fluss herumgesprochen. „Deshalb muss ein Zugang in Zukunft auf jeden Fall möglich sein, um Naturschutz auch für die Menschen erlebbar zu machen“, unterstrich der Hülsener Volker Schnabel.

Als Vermieter eines Ferienhäuschens am Allerhang berichtete Uwe Kaiser über Eindrücke seiner Urlaubsgäste aus Jena bis Frankfurt: „Sie wissen gar nicht, wie schön Sie das hier haben!“.  lee

Der direkte Allerzugang in Hülsen könnte beim sanften Tourismus punkten. Davon überzeugten sich die Teilnehmer unweit des Feuerwehrhauses.

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