Vereinssparte im TSV Dörverden wird 50

Prellball : „Schade, dass dieser Sport immer mehr ins Abseits gerät“

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Karl-Heinz Otersen und Herbert Koller, zwei Prellball-Urgesteine, wollen Interessierte für ihren Sport begeistern.

Dörverden - Prellball – das war früher eine sehr populäre Sportart in Dörverden. Wer sie live erleben will, hat am Sonnabend, 12. August, ab 13 Uhr, in der Wesersporthalle Dörverden die Gelegenheit dazu. Da steigt ein großes Turnier, das ganz im Zeichen des 50-jährigen Bestehens der Vereinssparte Prellball im TSV Dörverden steht. Zwölf Mannschaften aus den Landkreisen Verden, Nienburg und Rotenburg haben ihre Teilnahme zugesagt, darunter auch die Teams der benachbarten Vereine aus Hassel und aus Hoya. Über viele Zuschauer würden sich die Veranstalter sehr freuen.

Prellball ist eine Mischung aus Volleyball, Faustball und Ball über die Schnur. Es wird auf einem acht mal 16 Meter großen Feld gespielt, das in der Mitte durch eine Leine, die in 40 Zentimetern Höhe hängt, in zwei Spielhälften geteilt ist. Über die Leine muss der Ball gespielt werden, der dabei zunächst im eigenen Feld aufprellen muss. Die Spieldauer beim Prellball, wo sich je drei oder vier Spieler gegenüber stehen, beträgt zwei Mal zehn Minuten. Ähnlich wie beim Volleyball darf auch in der eigenen Hälfte von Spieler zu Spieler ein Angriff aufgebaut werden. Allerdings muss der Ball jedes Mal auf den Boden geprellt werden und während eines Zugs über drei Stationen müssen immer auch drei verschiedene Spieler den Ball berühren.

Prellball hat in Deutschland seine beliebteste Zeit hinter sich, scheint es. Von diesem Trend blieb auch die Dörverdener Vereinssparte nicht verschont, wo aktuell nur noch 16 Aktive den Spielbetrieb aufrecht halten. Dabei werden sich vor allem ältere Dörverdener noch an die glanzvolle Zeit des Prellballspiels in der Gemeinde erinnern. Selbst Deutsche Meisterschaften oder international besetzte Wettbewerbe – beispielsweise gegen die argentinische Nationalmannschaft im Jahr 1990 – haben Dörverdener Prellballer ausgetragen und auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene beachtliche Platzierungen erreicht.

Hochzeiten zwischen 1985 und 2000

„Zu Hoch-Zeiten, das waren die Jahre zwischen 1985 und 2000, haben fast 100 Mitglieder aktiv Prellball gespielt. Es gab Kinder-, Jugend-, Damen- und Herrenmannschaften und Dörverdener haben in den zurückliegenden 50 Jahren unzählige Titel geholt“, erzählen Spartenleiter Herbert Koller und sein Vize Karl-Heinz Otersen. Doch leider habe man es nicht geschafft, die Spieler auf Dauer bei der Stange zu halten. „Übungsleiter mussten aus beruflichen Gründen aufhören und Spieler haben sich anderen Sportarten zugewandt“, nennt Koller die wesentlichen Gründe.

Die beiden bedauern, dass die einst so blühende Sportart immer mehr ins Abseits gerät. Obwohl selber jenseits der 60, sind beide immer noch Prellballer mit Leib und Seele und sogar noch im Punktspielbetrieb ihres Vereins erfolgreich aktiv. „Das ist ja eines der schönen Dinge an diesem Sport, dass er quasi alterslos ist. Unser jüngster Spieler ist 40 Jahre alt, der älteste, Franz Gruner, zählt bereits 80 Lenze.“ Koller, der die Sparte seit 46 Jahren leitet, hält den Prellball für „einen klasse Mannschaftssport“.

Trainiert wird montags, von 19.30 bis 21 Uhr, in der Wesersporthalle am Sünderberg. Interessierte sind aufgefordert, sich unverbindlich ein Training anzusehen oder direkt mitzuspielen. Ansprechpartner ist Herbert Koller, Telefon 04234/559.

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