Politik stellt sich einstimmig hinter das Großprojekt

Barme: Ausschuss stimmt für GIP-Pläne 

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Dieses Luftbild vom Gelände wurde kurz nach dem Abriss der Kasernengebäude aufgenommen. Es lässt das Konfliktpotenzial des geplanten Gewerbe- und Industrieparks erahnen, erkennt man doch deutlich die Nähe zur Ortschaft Barme.

Dörverden - „Mit keinem Entwicklungsprojekt hat sich der Rat der Gemeinde Dörverden in den vergangenen zehn Jahren so intensiv befasst, wie mit der gewerblich-industriellen Nachnutzung der früheren Bundeswehrkaserne in Dörverden-Barme“, fasste Adrian Mohr, Fraktionsvorsitzender der CDU, am Donnerstag in einer Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt zusammen.

Das Gremium empfahl an diesem Abend fraktionsübergreifend die nächsten Verfahrensschritte für den geplanten Gewerbe- und Industriepark (GIP) und setzte damit ein ebenso positives wie deutliches Signal für das Großprojekt. Neben den Politikern waren auch zahlreiche Einwohner gekommen, viele von ihnen Bürger aus der Ortschaft Barme, die an das Gebiet angrenzt. Planer Nils Funke berichtete noch einmal über den aktuellen Planungsstand für das Gelände mit seinem mittlerweile fertiggestellten Gleisanschluss, in das bereits rund sechs Millionen Euro öffentliche Gelder geflossen sind.

Die aktuellen Pläne sehen eine neu zu bauende Zufahrt vor. Die frühere Idee, das Gelände über die bereits vorhandene Kasernenstraße zu erschließen, habe man verworfen. Grund dafür ist vor allem, dass das Wolfcenter im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises inzwischen als „bedeutsamer Erholungsstandort“ eingestuft wird. Weil die Kasernenstraße auch die Zufahrt zum Wildtiergehege darstellt, könnte es, erklärte Funke, an dieser Stelle zu Konflikten kommen. Um eine Zukunftsfähigkeit des Projektes zu gewährleisten, sollten die Verkehre zum GIP und zum Wolfcenter voneinander getrennt werden. Das sei sachgerecht, auch wenn die neue Straße, die westlich von der Kasernenstraße gebaut werden soll, Mehrkosten in Höhe von 300  000 Euro verursachen wird.

Funke berichtete von einem aktuellen Schallschutzgutachten. „Es basiert auf der Annahme, dass im Gewerbe- und Industriepark 1720 Arbeitsplätze entstehen.“ Auch wenn er es der Gemeinde wünsche, sei nicht davon auszugehen, dass dies in absehbarer Zeit geschehe. Es sei eher mit wenigen hundert Arbeitsplätzen zu rechnen. „Doch selbst bei 1720 Arbeitsplätzen würden die Richtwerte noch erheblich unterschritten“, so Funke. „Wir sind in Sachen Lärmschutz also auf der sicheren Seite.“

Er wies darauf hin, dass sich im Laufe der Auslegungsfrist zahlreiche Bedenkenträger geäußert hätten. „Es galt, all diese Hinweise aufzunehmen und die Interessen abzuwägen.“

„Hat viel Geld und Nerven gekostet“

Adrian Mohr (CDU): „Diese Bewertungen sind für uns ehrenamtliche Ratsmitglieder anspruchsvoll. Wir sind uns der Tragweite unserer Entscheidungen bewusst.“ Bürgermeister Alexander von Seggern fügte hinzu: „Bei so einem Projekt ist es leider nicht möglich, Everybody's Darling zu sein.“

Auch der Ankerinvestor hatte erhebliche Bedenken geäußert. Gleisbau-Unternehmer Hermann Wiebe, der bereits Flächen im Süden des Gebietes erworben hat, spricht sich weiterhin für eine Zufahrt über die Kasernenstraße aus und ist auch der Ansicht, die Gemeinde müsse ihm dies ermöglichen (wir berichteten). Dazu sagte Planer Funke: „Wenn es tatsächlich eine vertragliche Regelung zwischen dem Gleisbauunternehmen und der Gemeinde bezüglich einer Zufahrt gegeben hat, gehe ich davon aus, dass diese nicht zulässig war und der Vertrag damit nichtig ist.“ Abgesehen davon entstehe dem Unternehmen durch die neue Zufahrt kein Schaden.

Tim Austermann (SPD) appellierte an die Mitglieder des Gremiums: „Es ist wichtig, dass eine breite Mehrheit zustande kommt. Es muss ein deutliches Signal geben, dass wir dahinter stehen.“ Die Gemeinde habe bereits sehr viel investiert. „Nicht nur Geld, sondern auch Nerven. Aber ich bin sicher, dass es das wert war.“ Walter Franzmeier, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagte: „Es kommt sicher nicht oft vor, dass CDU und Grüne gemeinsam hinter den Plänen für einen Gewerbe- und Industriepark stehen. Aber hier ist es der Fall. Ich denke, wir sind auf einem guten Gleis.“ Der Ausschuss sprach sich einstimmig für die nächsten Verfahrensschritte aus. Volker Schnabel (CDU), der an diesem Abend den Vorsitz des Gremiums innehatte, sagte: „Ich freue mich, dass es jetzt einen großen Schritt weitergeht.“ 

rei

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