Beatles-Ausstellung in Vorbereitung

Platten – Plakate – Pilzköpfe

Ein Mann mittleren Alters lächelt in die Kamera. In den Händen hält er den Druck eines Plakates zum John-Lennon-Film „How I Won The War - Wie ich den Krieg gewann“.  Darauf abgebildet  ist John Lennon in der  Uniform eines britischen Soldaten.
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Harry Schwertner in seinem „Heiligtum“. In das ehemalige Jugendzimmer des Sohnes zieht sich der Stedorfer gerne zurück, um Musik zu hören. Dann landen nicht nur die Beatles auf dem Plattenteller.

Es war im September vor 50 Jahren, dass John Lennon sein Album „Imagine“ veröffentlichte. Dieses Jubiläum nehmen der Stedorfer Harry Schwertner, Wolfgang Bielfeldt aus Verden, Gerd Coordes aus Rödermark sowie der Syker Werner Bolte und der Wetschener Thomas Halfbrodt zum Anlass für eine Ausstellung im Verdener Domherrenhaus rund um den berühmten Musiker und natürlich die Beatles. Ab Sonntag, dem 10. Oktober, 10 Uhr, werden die Exponate zu sehen sein.

Stedorf/Verden - Der Stedorfer Harry Schwertner, Wolfgang Bielfeldt aus Verden, Gerd Coordes aus Rödermark sowie der Syker Werner Bolte und der Wetschener Thomas Halfbrodt sind nicht nur Fans der Pilzköpfe, sondern auch begeisterte Sammler von Platten, Büchern, Plakaten, Fotografien und vielem mehr. Harry Schwertner kann zudem noch mit etwas aufwarten, was seine vier Mitstreiter nicht haben: die Erinnerung an eine persönliche Begegnung mit John Lennon.

Persönliche Begegnung mit dem Idol

Als Lennon 1966 nach Verden kam, um dort einige Szenen für seinen Film „How I Won the War – Wie ich den Krieg gewann“ zu drehen, war Schwertner, ein gebürtiger Allerstädter, 14 Jahre alt und Schüler der Pestalozzischule. Über seinen Vater, damals Soldat der Rhein-Armee, habe er von den Dreharbeiten im Fischer-Viertel erfahren, berichtet er.

Je länger der 69-Jährige von diesem besonderen Tag im September 1966 berichtet, desto mehr verwandelt er sich wieder in den Teenager von damals. In den Jungen, der den Unterricht schwänzte, um vielleicht aus der Ferne einen Blick auf John Lennon erhaschen zu können. Bis heute ist bei Harry Schwertner das Glücksgefühl zu spüren, das ihn durchströmte, als das Idol nur wenige Meter von ihm entfernt auftauchte.

Bei den Dreharbeiten nutzten auch vier junge Verdenerinnen die Gelegenheiten für ein Foto mit dem Star.

„Er guckte mich an, grinste dann auch“, erinnert sich der Stedorfer. „Ich habe kein Wort mehr herausgebracht. Aber er wusste genau, was ich wollte.“ Lennon habe ihm seine Waffe, eine Requisite, zum Halten in die Hand gedrückt, ihm signalisiert, den Rücken krumm zu machen und diesen dann als Pult benutzt, um dem 14-Jährigen zwei Autogramme zu geben.

Die kleinen Zettel haben heute einen Ehrenplatz bei Harry Schwertner. Und sie werden natürlich auch ab dem 10. Oktober im Domherrenhaus zu sehen sein.

Trophäen: zwei Original-Autogramme.

Wer mit Harry Schwertner über seine Passion plaudern möchte, braucht vor allem eins: Zeit. Ihn interessieren nicht nur die Beatles. Beim Gang durch das Zuhause in Stedorf wird deutlich: Hier leben Musik-Fans.

Davon zeugen die Plakate entlang der Treppe, die Singles und Schallplatten, die im ehemaligen Kinderzimmer des Sohns, heute „Heiligtum“ des Vaters, stehen, die unzähligen Konzertkarten, die im Partykeller an die Wand gepinnt sind. Fast alle sind mit einem Autogramm der jeweiligen Künstler versehen.

Wenn es um Musik geht, vor allem um die Beatles, wird Harry Schwertner zum Jäger und Sammler. Wobei dieser Leidenschaft monetäre Grenzen gesetzt sind. Und „es muss mir gefallen“, nennt der 69-Jährige ein weiteres Kriterium.

Souvenir aus Liverpool: In einem Café stieß Harry Schwertner auf diese besonderen Bierdeckel.

Großen Spaß findet er daran, auf Flohmärkten oder bei Haushaltsauflösungen verborgene Schätze zu finden. In Liverpool bescherte ein Café-Besuch dem Stedorfer unverhofft ein Dutzend Bierdeckel, die zusammengelegt ein Bild, die Beatles im Stil von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, ergeben.

Fünf Mark für die erste Beatles-Single mühsam erarbeitet

Mit großem Stolz präsentiert Schwertner schließlich noch seine erste Beatles-Single, gekauft mit zwölf Jahren im Plattengeschäft Dummer in der Großen Straße in Verden – für fünf Mark. „Dafür habe ich lange arbeiten müssen“, sagt Schwertner lachend. Etliche Botengänge für Senioren waren nötig, ehe er den Heiermann zusammen hatte.

Heute dürfte das gute Stück einiges mehr wert sein. Und das ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass Harry Schwertner als Knirps einen Fehldruck erwarb. „She loves you“, schmetterten die Pilzköpfe damals beziehungsweise „Sie liebt dich“ in ihrer deutschen Version. Nur dass auf dem Plattencover des Stedorfers „Sie liebt mich“ zu lesen ist.

Mit zwölf Jahren kaufte sich Harry Schwertner seine erste Single, einen Fehldruck. Wer findet ihn?

Auch diese besondere Platte wird im Domherrenhaus gezeigt. „Wir stellen auch Sachen aus dem Star-Club aus“, macht Schwertner neugierig. Die Exponate, die an die Anfänge der Beatles in dem legendären Hamburger Club erinnern, steuert der Wetschener Thomas Halfbrodt bei. Der sei sogar mit Astrid Kirchherr befreundet gewesen, berichtet Schwertner. Kirchherr begleitete als Fotografin etliche Auftritte der vier Liverpooler.

Gerd Coordes hat Bilder der Beatles überarbeitet, zu Collagen zusammengefügt und auf Leinwände gezogen. Die Aufgabe von Werner Bolte soll es sein, die Pilzköpfe selber zu repräsentieren. Harry Schwertner hat, na klar, John Lennon übernommen. Wolfgang Bielfeldt rundet die Ausstellung mit seinen Sammlerstücken ab. „Wir wollen die Beatles-Ära, ihre Musik, ihre Vermarktung dokumentieren“, fasst Harry Schwertner zusammen und reibt sich schon mal die Hände: „Ich freu’ mich riesig darauf.“

Von Katrin Preuss

Rahmenprogramm im Museum: Clubkonzert und Lesung

Die Ausstellung „Imagine – 50th Anniversary“ rund um die Beatles ist vom Sonntag, 10. Oktober, bis einschließlich Sonntag, 14. November, im Historischen Museum Domherrenhaus in Verden, Untere Straße 13, zu sehen. Das Museum hat dienstags bis sonntags, von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr, geöffnet. In Ergänzung dazu gibt am Sonnabend, 16. Oktober, ab 19 Uhr, „der deutsche John Lennon“, Johnny Silver, ein „Imagine“-Konzert im Domherrenhaus. Die Karten kosten im Vorverkauf zwölf Euro. „Hin und weg – Lebenslanges Beatles-Fieber“ heißt es am Mittwoch, 11. November, ab 18.30 Uhr. Dann ist Matthias Höllings im Domherrenhaus zu Gast. Der langjährige Sprecher der ÖVB-Arena ist selber gestandener Beatles-Fan und hat als solcher manch Anekdote parat. Tickets für die Lesung kosten zehn Euro. Der Vorverkauf läuft über das Historische Museum.

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