Iris Schünemann baut Etageren / Die Nachfrage ist groß

Die perfekte Hochstaplerin

Etageren in allen Farben und Formen und aus den unterschiedlichsten Materialien finden sich im Ausstellungsraum von Iris Schünemann.

Dörverden – Eigentlich ist Iris Schünemann Leiterin des Bürgerbüros der Stadt Verden. Doch in ihrer Freizeit stapelt sie am liebsten hoch und baut die fantasievollsten Etageren. Ihre Bohrmaschine liegt stets einsatzbereit auf dem Tresen in der Garage. „Sie ist mein wichtigstes Arbeitsgerät“, sagt Schünemann, die unter dem Künstlernamen „Mimi – die perfekte Hochstaplerin“ altes und neues Geschirr aus Porzellan oder Kunststoff sowie auch alltägliche Gebrauchsartikel zu Etageren verarbeitet.

Selbst ausgediente Schallplatten, die einst in Langzeitversion ihre Runden auf dem Spieler drehten, sind vor der Passion der Dörverdenerin nicht sicher und nehmen – mit Hitze in neue Form gebracht – Gebäck oder Knabbereien auf.

Iris Schünemann weiß, was sie tut, wenn sie den Diamantbohrer in das Gerät einsetzt, um damit die zerbrechlichen Materialien zu bearbeiten. Das sei manchmal eine ziemlich knifflige Angelegenheit, sagt sie, zumal wenn sie wertvolles altes Porzellan oder sogar Edelmetall unter dem Bohrer hat. „Der Kniff mit dem Loch ist das Ärgste, also den Teller oder die Tasse genau in der Mitte zu durchbohren. Dazu braucht man eine ruhige Hand, viel Gefühl und gutes Werkzeug.“ Wenn das Loch dann drin und der Werkstoff heil geblieben ist, wird ein passendes Zwischenteil eingeschraubt und die Etagere ist fertig.

Angefangen hat das, was man auch als Wiederverwertung bezeichnen kann, vor zwei Jahren. „Ursprünglich wollte ich mir eine Etagere bauen, weil mir keine, die es im Handel zu kaufen gab, gefiel. Ich habe mir daher das entsprechende Zubehör besorgt und losgelegt“, erzählt sie. Und weil ihr das Erstlingswerk auf Anhieb so gut geraten sei, habe sie weiter gemacht und bis heute nicht mehr aufgehört. „Das Hobby hat Suchtpotenzial. Ich muss immer neue Etageren bauen“, sagt Schünemann und lacht.

Das Rohmaterial werde ihr oft von Bekannten gebracht, aber sie kaufe auch viel hinzu. Längst finden ihre Etageren nicht mehr ausreichend Platz in der Wohnung von Schünemann. Sie sind in einen eigenen kleinen Ausstellungsraum umgezogen, wo skandinavisches Design, nostalgische Blumenmuster und neuzeitliches Melanin aufeinandertreffen und sich hübsch arrangiert und dekoriert den Interessenten präsentieren.

Denn was anfangs nur im Freundes- und Bekanntenkreis die Runde machte, erreichte nach den ersten Hobbyausstellungen schnell Dimensionen, über die selbst die Schöpferin staunen muss. „Eine Etagere hat es sogar bis nach London geschafft“, erzählt die Freizeit-Designerin, die ihr Hobby inzwischen nebengewerblich betreibt. Aber in erster Linie sei es für sie befriedigend und beruhigend, mit den schönen Werkstoffen zu arbeiten und immer neue Ideen rund um das Thema Etagere umzusetzen. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Jede meiner Etageren ist ein Unikat.“

Darüber hinaus fertigt Schünemann Etageren auch im Kundenauftrag an. Dass das Geschirr beim Durchbohren immer heil bleibt, kann sie indes nicht garantieren. „Es passiert mir zwar sehr selten, aber manchmal gibt es leider auch Scherben“, sagt sie.  nie

Die „Hochstaplerin“ ist zu erreichen unter

Telefon 04234/9425101 oder E-Mail an mimi.etageren@web.de.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Fotostrecke: Erst jubelt Rashica - dann kommt Werder gegen Bayern unter die Räder

Fotostrecke: Erst jubelt Rashica - dann kommt Werder gegen Bayern unter die Räder

FC Bayern deklassiert Bremen - Kölner gewinnen Rhein-Derby

FC Bayern deklassiert Bremen - Kölner gewinnen Rhein-Derby

Fünf Verletzte bei Messerstecherei im Zug - Polizei stoppt Eurobahn im Bahnhof

Fünf Verletzte bei Messerstecherei im Zug - Polizei stoppt Eurobahn im Bahnhof

Ein Toter und 15 Verletzte nach Explosion in Wohnblock

Ein Toter und 15 Verletzte nach Explosion in Wohnblock

Meistgelesene Artikel

Für VAZ-Redaktionsleiter Volkmar Koy beginnt der Ruhestand

Für VAZ-Redaktionsleiter Volkmar Koy beginnt der Ruhestand

Weihnachtskonzert des Domgymnasiums mit allen musikalischen Gruppen

Weihnachtskonzert des Domgymnasiums mit allen musikalischen Gruppen

Schmerzhaft und belastend: Der tägliche Kampf mit Lipödem

Schmerzhaft und belastend: Der tägliche Kampf mit Lipödem

Großes Potenzial in jedem Mitwirkenden

Großes Potenzial in jedem Mitwirkenden

Kommentare