Pädagogen mit einem positiven Blick

Freuen sich auf die „Schatzsuche“ mit den Eltern: Bürgermeister Alexander von Seggern, Einrichtungsleitung Claudia Winkelmann und Erzieherin Gitte Behrens (von links). Foto: Raczkowski

Eine positive Einstellung kann alles verändern. Auch die Beziehung zum eigenen Kind. Dass es sinnvoll ist, bei den Kleinen nicht nach Fehlern, sondern nach Stärken und Talenten zu schauen, davon sind die Pädagogen im Kindergarten Hülsen/Westen überzeugt. Die Einrichtung wurde als „Schatzsuche-Kindergarten“ zertifiziert.

Hülsen – Eine zehnjährige Halbwaise lebt alleine in einem verwahrlosten Haus. Sie schwänzt die Schule und ihr Vater ist meistens beruflich im Ausland unterwegs. Eigentlich ein Fall für das Jugendamt. „Ja, Pippi Langstrumpf hat ein hohes Bildungsrisiko“, sagt Claudia Winkelmann, die Leiterin des Kindergartens Hülsen/Westen. Aber die Kinderbuchfigur mit den roten Zöpfen sei dennoch „unheimlich stark, fröhlich und optimistisch“. Grund dafür sei eine ausgeprägte Resilienz des Mädchens, also eine Widerstandskraft gegen äußere Faktoren.

Wie man die Resilienz von Kindern und damit ihr seelisches Wohlbefinden stärken kann, vermitteln die Pädagogen der Einrichtung jetzt den Erziehungsberechtigten im Rahmen des Projektes „Schatzsuche“.

Neben Winkelmann hat sich auch die langjährige Erzieherin Gitte Behrens zertifizieren lassen. In-House-Schulungen hat es in der Einrichtung ebenfalls bereits für alle Kolleginnen gegeben. Die Pädagoginnen sind spürbar begeistert von diesem Ansatz und mehr als bereit, ihr Wissen zu teilen. Deshalb wurde jetzt eine Elterngruppe ins Leben gerufen, die sich regelmäßig im Kindergarten trifft und sich zum Thema austauscht.

„Die Kinder in unserer Einrichtung sind natürlich ganz verschieden“, sagt Winkelmann. „Sie kommen aus ganz unterschiedlichen familiären beziehungsweise wirtschaftlichen Verhältnissen, mit unterschiedlichen Talenten und Temperamenten. Die einen haben eine robuste Gesundheit, andere weniger.“ Dies seien Faktoren, die sich nicht oder nur schwer beeinflussen ließen. Aber um die Resilienz eines Kindes auszubilden, hätten Eltern und Erzieher durchaus Möglichkeiten. Winkelmann nennt die vier wichtigsten Faktoren: „Eine optimistische Grundhaltung, ein positives Selbstbild, eine sichere Bindung und Selbstwirksamkeit, also das Gefühl, etwas bewirken zu können.“ Dies gelte es jetzt den Eltern zu vermitteln. Darüber hinaus sei es Teil des Projektes, immer wieder die Stärken der einzelnen Kinder in den Vordergrund zu stellen. Behrens: „Es geht auch darum, dass die Eltern einen anderen, positiveren Blick auf ihre Kinder entwickeln.“ Winkelmann: „Das nimmt den Eltern und uns selbst viel von dem Druck.“ Es gehe nämlich auch um den Spaß an der Erziehung und den Spaß an der Zeit mit Kindern.

Bürgermeister Alexander von Seggern gratulierte jetzt im Namen des Trägers, der Gemeinde Dörverden, zur erfolgreichen Zertifizierung. Dieses Projekt überzeuge auch ihn als Familienvater. Er lobte die hohe Motivation, mit der sich die Mitarbeiterinnen dem Programm widmeten.  rei  

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