„Das Zerlegen der Zeit“ im alten Rathaus in Hülsen

Optimal ins Licht gerückt

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Fotograf Jens Weyers mit Gastkuratorin Sandra Bergemann, Gulla Wolters und Uwe Kaiser (v.l.)

Hülsen - Es ist ein wenig frisch im einstigen Hülsener Rathaus, sodass einige Besucher der Vernissage „Das Zerlegen der Zeit“ leicht frösteln. Zumindest optisch aber verströmt der überwiegende Teil der Fotografien der renommierten, auch überregional bekannten Fotokünstler Antonio Panetta, Corinna Rosteck, Julian van Grey und Jens Weyers Wärme.

Es gibt Kunstmetropolen wie Düsseldorf, Hamburg, München oder Berlin – und es gibt Hülsen. Kunstfreunde müssen demnach nicht zwingend eine weite Reise unternehmen, um „richtige“ Kunst zu finden. Vor wenigen Jahren noch als kulturelle Provinz belächelt, erweist sich die Gemeinde Dörverden inzwischen durchaus als Fundgrube.

Aber Kunst und diese kleine Ortschaft, für renommierte, überwiegend an Großstädten orientierte Künstler, also quasi inmitten der Pampa, passt das überhaupt zusammen? „Und wie das passt“, finden Gulla Wolters und Uwe Kaiser, die bereits seit einigen Jahren im einstigen Rathaus der Ortschaft und späteren KSK-Gebäude ein kleines, aber feines Kunstforum betreiben.

Analoge schwarz-weiß-Technik zeigt Fotograf Jens Weyers.

Dass sie mit ihrer Überzeugung nicht alleine sind, hat sich auch bei der gut besuchten Eröffnung der Fotoausstellung „Das Zerlegen der Zeit“ gezeigt. Die ersten Besucher – auch aus Hildesheim, Göttingen, Ganderkesee oder Bremen waren Kunstfreunde angereist – schlenderten bereits vor der Eröffnung durch die Ausstellung, um die Geschichten der Fotografien – überwiegend in Serien – auf sich wirken zu lassen. Möglich gemacht haben die Ausstellung im übrigen die guten Kontakte von Gastkuratorin Sandra Bergemann, die von den örtlichen Voraussetzungen des im Bauhausstil mit Atrium errichteten Gebäudes ebenso begeistert ist wie die Betreiber selbst. „Die Räumlichkeiten sind ideal. Durch das Atrium wird die Kunst optimal ins Licht gerückt, es bietet auch Platz für Großformate und man kann rundum laufen.“ Zudem habe die Kunst an Orten wie diesen weniger Konkurrenz. „Sie ist dann ganz nah an den Menschen dran und man kommt auch mit den Leuten, die hier wohnen, über Kunst ins Gespräch.“ Und Kaiser fügt hinzu: „Mir ist neben der Kunst aber am Erhalt und an der Revitalisierung dieses besonderen Gebäudes gelegen, wie mir auch das Bewahren der Geschichte meines Geburtsortes Hülsen ein wichtiges Anliegen ist.“

„Ein sehr guter Ort für so etwas“, lobt der Bremer Fotograf Jens Weyers. „Offen und klar. Es sind viele Arbeiten gehängt und doch gibt es noch ausreichend Zwischenraum“, findet der Fotograf, dessen in der Ausstellung gezeigten Arbeiten in analoger schwarz-weiß-Technik entstanden sind.

Insgesamt sind dem Betrachter bei der Interpretation des Zeitbegriffs in den einzelnen Werken überwiegend kaum Grenzen gesetzt, da den Künstlern für diese Schau gleichermaßen Menschen, Landschaften, Architektur und Strukturen vor die Linse gekommen sind. Es lohnt sich daher, einmal mehr auf die einzelnen Exponate zu blicken.

Gezeigt wird die Ausstellung, die immer mittwochs von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet hat, bis zum 15. Juli.

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