Thomas Grupe aus Barme

„Definitiv in letzter Minute“: Radfahrer rettet Bewohner aus brennendem Haus

Erfahrener Feuerwehrmann: Thomas Grupe war auf einer Radtour unterwegs, als seine Freundin den Qualm bemerkte.
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Erfahrener Feuerwehrmann: Thomas Grupe war auf einer Radtour unterwegs, als seine Freundin den Qualm bemerkte.
  • Wiebke Bruns
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Kirchweyhe/Barme – Es dürfte Rettung in letzter Minute für einen 59 Jahre alten Bewohner bei einem Wohnhausbrand in Kirchweyhe am 5. Juli gewesen sein. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte ein zufällig vorbei kommender Radfahrer den schwer verletzten Mann aus dem brennenden Haus geholt. Thomas Grupe aus Barme, seit über 40 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr, erkannte die Gefahr und handelte kurzentschlossen.

Gemütlich radelte er mit seiner Freundin Birgit Clausjohannes aus Felde durch Kirchweyhe. „Da sagte meine Liebste, das qualmt da wie verrückt.“ Flammen waren bereits erkennbar, sagt Thomas Grupe. Sofort seien sie zu dem Haus an die Bahnhofstraße gefahren.

„Da lief schon einer rum. Er sagte, das brennt und er rufe die Feuerwehr.“ Thomas Grupe vermutet, dass es ein Nachbar war. Selbst begann er damit, Bewohner zu warnen. „Ich klopfte vorne, habe geklingelt wie ein Wahnsinniger.“ Eine ältere Dame habe geöffnet. Nach Grupes Eindruck hatte sie den Band noch gar nicht bemerkt.

Als die Feuerwehr eintraf, stand der Dachstuhl bereits in Vollbrand. Kurz zuvor hatte Thomas Grupe einen schwer verletzten Mann aus dem Haus gerettet.

Der Nachbar habe eine jüngere Familie mit zwei kleinen Kindern herausgeklingelt. Eine weitere Bewohnerin kam raus. Jemand fuhr noch einen Wagen beiseite. Sinnvoll, um Platz für die Feuerwehr zu machen. „Ich hörte die Sirene. Dann schrie einer: Da oben wohnt noch einer, der kann nicht laufen“, so Thomas Grupe. Die Außentür sei nur angelehnt gewesen. „Nach dem Öffnen kam uns eine Rauchwolke entgegen.“

„Vorher hatte ich jemanden schreien hören“, erklärt Thomas Grupe sein spontanes Handeln. „Ich war halb auf der Treppe, da habe ich die Beine gesehen“. Zusammengekauert habe der Mann auf dem Boden gesessen. „Ich denke, dass er rauswollte“, sagt der Barmer. Er habe den Mann gepackt und heruntergetragen. „Unten standen der Nachbar und ein jüngerer Mann. Gemeinsam haben wir ihn rausgebracht Richtung Straße.“ Da habe er dann gesehen, dass der Dachstuhl mittlerweile in voller Ausdehnung brannte. Dann seien auch schon die Feuerwehr und der Rettungsdienst gekommen.

Verbrennungen am Arm, die Haare verschmort

Der Gerettete habe sichtbare Verbrennungen am Arm gehabt und die Haare verschmort. Dass er sich selbst in Gefahr gebracht hat, ist dem Ersten Hauptfeuerwehrmann bewusst, der seit seinem zwölften Lebensjahr Mitglied in der Feuerwehr seines Geburtsortes Barme ist. Doch in dem Moment habe er ganz selbstverständlich gehandelt. „Der hätte das nicht geschafft, der arme Mann“, ist der 53-Jährige überzeugt.

„Wenn es schon Brandverletzungen gibt, dann sind es nur noch wenige Atemzüge“, weiß Steffen Wohlers, Sprecher der Weyher Feuerwehr. Somit dürfte es „definitiv Rettung in letzter Minute“ gewesen sein, sagt er.

Thomas Grupe würde jederzeit wieder zur Rettung eilen

Wie Thomas Gissing, Sprecher der Polizei Diepholz, am Freitag auf Nachfrage sagte, befindet sich der Schwerverletzte noch immer im Krankenhaus. Nach jetzigem Stand war der Brand in dessen Wohnung entstanden. „Durch eine Zigarette auf der Matratze“, so Gissing.

Thomas Grupe wurde vom Rettungsdienst untersucht und betreut. Nach etwa einer Stunde sei er mit seiner Freundin zu ihr nach Hause geradelt. Und im Nachhinein betrachtet, würde er wieder so handeln? „Zu hundert Prozent. Auf jeden Fall“, antwortet er genauso blitzschnell, wie er am 5. Juli gehandelt hat.

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