Wanderung hat begonnen: Nabu Dörverden sucht freiwillige „Krötenträger“

Nicht genügend „Personal“ für zusätzliche Schutzzäune

Karin und Dietfried Zach sind zwei der ehrenamtlichen Krötenretter, die sich sehr über Untertstützung freuen würden.

dörverden - Die Kröten sind wieder auf dem Weg in ihre Laichgewässer. Dabei lassen sich die Amphibien auch durch stark befahrene Straßen nicht aufhalten. Leider gibt es in der Gemeinde Dörverden nicht viele Freiwillige, die den Tieren bei ihrer gefährlichen Wanderung hilfreich zur Seite stehen.

Unweit der Bundesstraße 215 haben Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe Dörverden zum wiederholten Mal einen über 600 Meter langen Schutzzaun errichtet, damit er die Tiere auf ihrer nächtlichen Wanderung zu den hinter dem Tagungshaus Drübberholz gelegenen alten Laichgewässern ausbremst. 3400 Tiere, überwiegend Erdkröten, wurden alleine im vergangenen Jahr durch Mitglieder der Nabu-Gruppe Dörverden gerettet.

Jeden Morgen macht sich so zum Beispiel Dietfried Zach, meist in Begleitung seiner Frau Karin, auf den Weg zum Krötenzaun, um im Ortsteil Drübberholz Erdkröten, Fröschen und Molchen über die Straße zu helfen. Der Dörverdener ist einer von etlichen ehrenamtlichen Helfern, die sich landkreisweit in Sachen Amphibienschutz engagieren und ohne deren Einsatz wohl viele Tierchen buchstäblich auf der Strecke blieben.

Den in den Boden gesteckten Schutzzaun können die meisten Arten nicht überwinden. Sie laufen daran entlang und fallen in die Eimer. Darin müssen sie dann ausharren, bis die ehrenamtlichen Helfer kommen und sie sicher über die Straße bringen.

In diesem Jahr sind die Tiere spät dran

„Es gab in den Vorjahren schon Tage, da waren die Eimer halbvoll – und dann gibt es wieder die kühlen Tage, an denen die Eimer eher leer bleiben“, erzählt Zach, der sich seit vier Jahren für die Amphibienwanderung engagiert.

Zach: „Die Krötenwanderung ist in diesem Jahr durch die Kälte in Verzug. Sobald es wärmer wird, zieht es die Amphibien aus dem Winterquartier in ihre Laichreviere. Aus den Waldflächen in der Gemarkung Diensthop wandern die Tiere in Richtung Weser auf der anderen Straßenseite, wo die weiblichen Tiere ihre Eier ablegen.“

Das Problem beim Wanderzug sei die Langsamkeit der Tiere, sodass sie beim Überqueren der Straße oft von Autos überfahren würden. Außerdem wanderten sie bevorzugt nachts und blieben dabei gerne auf den Straßen sitzen, um auf einen Partner zu warten. Zudem wären die Männchen richtig liebestoll: „Bequem und schlau lässt sich der Krötenmann vom Weibchen huckepack zum Wasser schleppen, um dort rund 3 000 Eier zu befruchten. Wer also eine weibliches Tier überfährt, überfährt quasi 3 000 potenzielle Amphibien“, berichtet der Experte. Um möglichst viele Tiere zu retten, installiert die Nabu-Gruppe daher seit vier Jahren die Schutzzäune am Waldrand. „Das System ist effektiv und einfach“, so Zach. Er rechnet damit, dass die Amphibien-Wanderung noch bis Ende April oder sogar bis Anfang Mai dauert.

Zach weiß, dass es in der Gemeinde noch weitere sensible Stellen gibt, an denen Amphibienschutzzäune angezeigt wären, doch für eine Ausweitung des Engagements fehlt es der Ortsgruppe an Freiwilligen, die morgens und zur Hochzeit auch mal abends am Zaun entlang laufen und die Tiere über die Straße bringen.

Wer die Nabu-Ortsgruppe unterstützen möchte, kann sich bei Dietfried Zach unter der Telefonnummer 04234/1282 oder per E-Mail an Gruppe.Doerverden@NABU-Verden.de melden. Ansonsten sind alle an der Natur Interessierten auch herzlich zur nächsten Nabu-Arbeitssitzung in die Pfeffermühle eingeladen. Los geht es am Montag, 7. März, um 19.30 Uhr. Neben der Amphibiensammelaktion soll es an diesem Abend auch um die Unterstützung in der Schleiereulen- und Falkenpflege sowie andere Themen gehen. - nie

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