Aktionsgruppe „Lug und Trug“ im Ehmken Hoff beschäftigt sich mit Linux

Nicht nur für Computerfreaks

Die Initiatoren von „Lug und Trug“: Dr. Heinz-Dieter Böcker (l.) und Peter Vasen.

Dörverden – Ein Betriebssystem für Computer, das sicherer als Windows, aber ebenso leistungsfähig ist und kostenlos? Peter Vasen von der Aktionsgruppe „Lug und Trug“ erklärt die Vorzüge des Betriebssystems Linux, während im Hintergrund zwischen Trinkbechern und Keksen etliche Laptops der Linux-Gemeinde schnurren.

Hinter der Bezeichnung „Lug und Trug“ des Linux-Treffs im Dörverdener Ehmken Hoff lauern natürlich keine Fake News oder bösartige Viren. „Lug“ steht für „Linux User Group“ und ist Kennung der meisten Linuxgruppen im Lande. „Trug“ bedeutet „Tiny Raspi User Group“. Es handelt sich um Freunde des scheckkartengroßen Kleincomputers Raspberry Pi. Der Winzling ist in zweistelliger Millionenzahl auf der Welt verbreitet und tut auch seit Jahren im Deutschen Pferdemuseum als Multimedia-Player klaglos seinen Dienst. Schüler in der Dörverdener Oberschule arbeiten und experimentieren damit im Physik-, Technik- und Informatikunterricht.

Die Mitglieder von „Lug und Trug“ haben diverse Projekte mit dem Raspi realisiert, unter anderem einen 3D-Drucker, eine Schiffsnavigation mit Kartenanzeige und einen Mediaplayer, der jeden Fernseher mit dem Internet verknüpft und schier unendliche Mengen medialer Inhalte bereitstellen kann. „Das alles funktioniert dank Linux auch ohne Programmierfähigkeiten“, sagt Peter Vasen, der gemeinsam mit Dr. Heinz-Dieter Böcker vor gut drei Jahren den Linuxtreff im Ehmken Hoff angeschoben hat. Die Systemsoftware, unter der alles laufe, sei keineswegs nur eine Sache für Computerfreaks oder Technikbastler. „Es ist ein ganz stinknormales Betriebssystem, mit dem der Raspi, aber auch alle meine Computer seit Jahren alle anstehenden Arbeiten problemlos erledigen, beispielsweise Texte und Tabellen schreiben.“ Linux tauge aber auch für aufwändigen Videoschnitt oder die Einrichtung und Nutzung von Datenbanken. „Linux ist gut für alles, was bei der Computerarbeit so anfällt.“

Für die Mitglieder im Linuxtreff sei es keine Frage mehr, „ob“ man Linux nutzen solle. „Bei den Treffen am jeweils ersten Mittwoch im Monat reden wir eigentlich nur noch über das ,Wie‘, denn Linux bietet sehr variable Einsatzszenarien.“

Wer Videos oder Musikstücke schneiden oder Bilder bearbeiten wolle, installiere sich ein Linux, dass die Software für diese Zwecke mitbringe. Wer eher zum Basteln neige, nehme ein Linux, das Werkzeuge für elektronische Steuertechnik anbiete. Vasen: „Linux ist modular und kann sehr gezielt individuelle Wünsche erfüllen.“

Dann gebe es laut Vasen Puristen wie Dieter Böcker, die ihr Linux sehr ressourcenschonend einsetzten. „Nur das, was nötig und stabil ist. Und immer hübsch die Kontrolle behalten“, laute deren Devise, die Böcker auch im Verein Ehmken Hoff beherzige, wo verwaltungsmäßig auf allen Rechnern und Servern Linux laufe. „Das hat aber auch finanzielle Gründe, denn Linux ist eine freie Software und es fallen keine Lizenzgebühren an.“

Vasen erzählt, dass mit Linux durchaus Geld zu verdienen sei, wie das Beispiel Google zeige. „Der Datenriese hat ein kostenloses Linux umgebaut und als Android in Smartphones portiert. So gesehen kann fast jeder mit Linux umgehen“, flachst Vasen. Auch in den teuren Apple-Computern stecke Linux, weil das Mac-Betriebssystem und Linux aus Unix hervorgegangen seien.

Die Linuxfreunde von „Lug und Trug“ reden bei ihren monatlichen Treffen kaum über andere Betriebssysteme. Allerdings sorgt Microsoft mit seiner Geschäftspolitik für Gesprächsstoff. Microsoft hat Windows 7 eingestellt und rät den Nutzern zu einem Wechsel des Betriebssystems. „Dabei wollen wir gern helfen, mit Linux natürlich“, sagt Vasen und grinst. Für Normalnutzer sei ein Umstieg auf das Betriebssystem Windows 10 nicht so einfach und eventuell teuer. Linux komme kostenlos, sei weitgehend virenresistent und kinderleicht zu pflegen. Ein weiteres Argument sei seine Genügsamkeit. „Fast alle Teilnehmer bei ,Lug und Trug‘ haben auch ältere Rechner und Notebooks wieder ans Laufen gebracht.“ Ängstliche könnten sogar das „alte“ Betriebssystem auf dem Rechner belassen, und Linux parallel installieren.

Mehr Informationen zum Thema erhalten Interessierte beim nächsten Linuxtreff am 4. März, ab 19 Uhr, im Ehmken Hoff.

E-Mail-Kontakt

unter ag-lug-und-trug@ehmken-hoff.de.

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