Neustart für den „Logistikpark“ / Volker Schnabel: „Bester Vorschlag bis jetzt“

Nächster Schritt: Erschließung

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Fachbereichsleiter Jürgen Precht (l.) und Bürgermeister Alexander von Seggern an der Stelle, von wo aus die neue Zuwegung erfolgen könnte, auf dem Brückenbauwerk vom bestehenden „Anschlussohr“ aus gesehen.

Barme - Eine leichte Skepsis war zu Beginn der Sitzung bei einigen Politikern noch zu spüren gewesen. Eine ganz neue Idee für eine Zuwegung zu den geplanten Gewerbeflächen in Barme? Und dann noch ein anderer Name für das Gebiet? „Es soll ein Neustart sein“, erklärte Bürgermeister Alexander von Seggern im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt am Mittwochabend im Kochs Hof seine Vision.

Planer Nils Funke stellte in der Sitzung den neuen Verwaltungsvorschlag für eine Erschließung des Geländes der ehemaligen Niedersachsenkaserne, auf dem ein Gewerbe- und Industriegebiet entstehen soll, vor. Seit 2012 hatten die Pläne für die weitere Entwicklung des Geländes geruht.

Die zuvor geplante Zuwegung über die Kasernenstraße war auf Widerstand gestoßen. „Es gab da große Bedenken wegen der weiteren Entwicklung des direkt an der Straße liegenden Wolfcenters, das mittlerweile eine große touristische Bedeutung für die Gemeinde hat“, erklärte Funke. Eine Zuwegung durch den Wald östlich des Wolfcenters habe sich ebenfalls als nicht umsetzbar herausgestellt, da schützenswerter „historisch alter Wald“ betroffen gewesen wäre.

Die jetzt vorgeschlagene Trasse, da stimmten die Politiker aus dem Fachausschuss zu, hat deutlich weniger Konflikpotenzial. Sie soll vom östlichen „Anschlussohr“ des Brückenbauwerkes der B215 erst einmal gerade nach Süden führen – also im Prinzip zwischen B215 und Kasernenstraße. Sie soll in einem Wendehammer enden – nicht in einem Ring, wie ursprünglich vorgesehen.

Bauamtsleiter Jürgen Precht: „Sechs Meter breit muss die Straße werden, um auch für den Schwerlastverkehr geeignet zu sein.“ Ein Fuß- und Radweg sei ebenfalls eingeplant.

Für die Bewohner der Ortschaft Barme, westlich der Bundesstraße, sei laut aktueller schalltechnischer Untersuchungen von der neuen Zuwegung „keine wahrnehmbare Erhöhung der Immissionen“ zu erwarten.

Für die Vermarktung des Geländes, in dessen Süden sich bereits die Gleisbau-Firma Wiebe angesiedelt hat und ein Gleisanschluss an die Strecke Bremen-Hannover erfolgt ist, sei die Erschließung eine wichtige Voraussetzung, erklärte Precht.

Nicht nur die Zuwegung gehöre dazu, sondern auch die restliche Infrastruktur, wie Lärmschutzwall, Stromleitungen, Kanäle und Straßenbeleuchtung. Ein neues, 500 Meter langes Regenrückhaltebecken ist im Westen des Plangebietes, entlang des Lärmschutzwalles, vorgesehen. Eine Gesamtkostenschätzung für die Erschließung konnte Precht dem Ausschuss ebenfalls präsentieren. „Alles zusammen gehen wir von 3,8 Millionen Euro aus.“

Richard Logies, SPD, sah die Straßenführung kritisch. Der zuvor vorgesehene Ring würde das Gelände besser erschließen und sei auch bei Notfällen besser geeignet. Von Seggern stellte klar, dass bei der weiteren Entwicklung eine Ringführung immer noch möglich sei. Nur wolle man das Gelände nicht schon vor der Vermarktung unnötig zerschneiden.

„Überraschend“ fand Ehler Lohmann (Grüne) den Verwaltungsvorschlag. Besonders die Namensänderung in „Logistikpark“ sehe er skeptisch. „Die Verkehrssituation auf der B215 ist schon jetzt problematisch.“ Er fürchte eine falsche inhaltliche Ausrichtung des Gebietes. Funke erklärte: „Mit dem neuen Namen wollen wir lediglich die größte Stärke des Gewerbe- und Industriegebiets hervorheben: den Anschluss an die Bahnstrecke.“

Volker Schnabel (CDU) bewertete das Vorhaben der Verwaltung so: „Meines Erachtens ist das der beste Vorschlag bis jetzt.“ Nach längerer Diskussion empfahl der Ausschuss, bei einer Enthaltung von Ehler Lohmann, die neuen Pläne.

rei

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