Der Neue ist schon wieder weg 

Aus nach sieben Wochen: Holger Neidhardt verlässt die „Praxis Dörverden“

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Erster Arbeitstag im Februar: Holger Neidhardt, Klaus Rehnert, Michael Schmitz und Dr. Friedhelm Gorski und vorne Svenja Hilger (Ärztin in Weiterbildung, v. l.) 

Dörverden - Die Spatzen in Dörverden pfeifen es von den Dächern: Nur sieben Wochen, nachdem der Facharzt für Allgemeinmedizin, Holger Neidhardt, als designierter Nachfolger von Dr. Friedhelm Gorski und Klaus Rehnert seine Arbeit in der Arztpraxis Dörverden aufgenommen hat, hat er sie auch schon wieder mit unbekanntem (Urlaubs-)Ziel verlassen. Endgültig, wie es scheint. Über die genauen Gründe für das schnelle Aus der Zusammenarbeit war zunächst nur wenig bekannt.

Patienten berichteten von angeblich lautstarken Auseinandersetzungen zwischen den Ãrzten, in denen es um deren unterschiedliche Auffassungen über Behandlungsmethoden, Medikamentenindikation, Mitarbeiter- oder Praxisführung gegangen sei. Das wird von den Ärzten allerdings so nicht bestätigt. „Es gab Differenzen, die teils schwer zu überbrücken waren, aber zu einem offenem Streit haben die dann doch nicht geführt“, so Friedhelm Gorski. Der eigentliche Grund, warum die Ärzte Gorski und Rehnert die Reißleine gezogen haben, sei die Tatsache, dass sich immer mehr Patienten über die Art und Weise von Neidhardt im Umgang und über seine Behandlungsmethoden beschwert hätten.

Als offenbar geworden sei, dass die Patienten in Scharen davonliefen, einige Hundert wären inzwischen in Rethem, Eystrup und Hoya gelandet, hätten sie als die alten Praxisinhaber nicht mehr tatenlos zusehen können. Gorski: „Dass Neidhardt einen gewöhnungsbedürftigen Umgang mit uns als ärztlichen Kollegen sowie dem medizinischen Personal hatte, kam außerdem erschwerend hinzu.“

Qualität, die auch menschlich passt

Für die Patienten ist das eine unerfreuliche Entwicklung. Sie betrifft einen Bereich, der nach der Schließung der Praxis Gente entsprechend dem von den Fachärzten beschlossenen Behandlungskonzept ganz neu und vor allem verlässlich durchstarten sollte.

Über die Entwicklung ist man daher auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen bestürzt. Michael Schmitz, Geschäftsführer der Bezirksstellen Verden und Stade, macht aber deutlich, dass für die Patienten der Praxis Dörverden kein Grund zur Panik bestehe. „Die Versorgung der Patienten, auch der in den Pflegeheimen, ist durch die Fachärzte und die beiden in der Praxis angestellten Weiterbildungsassistenten gesichert. Die inzwischen in „Praxis Dörverden“ umbenannte Gemeinschaftspraxis werde zudem unter dieser Bezeichnung weitergeführt, weiß Schmitz.

Er halte Kontakt zu Gorski und Rehnert. Auch die Suche nach einer adäquaten zukunftsweisenden Nachfolge für die Praxis gehe weiter. „Wir wollen Qualität, aber es muss auch menschlich passen“, sagte der Geschäftsführer dazu.

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