Schweres Gerät sorgt für ramponierte Wege und tiefe Löcher im Waldboden

Naturschützer bitten um Fingerspitzengefühl im Forst

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Dietfried Zach zeigt einen Gemeindeweg in Diensthop, der auch Wochen nach dem Einsatz von schwerem Gerät in desolatem Zustand ist.

Dörverden - Wo gearbeitet wird, da entstehen auch Schmutz und Unordnung. Und manchmal bringen diese Arbeiten auch Nachteile oder Interessenskonflikte mit sich. Das ist auch auf Feld- und Waldflächen in der Gemeinde Dörverden der Fall, wo Erntearbeiten sowie Pflege- und Rodungsarbeiten verrichtet wurden.

Dass diese Maßnahmen nicht überall auf breite Zustimmung stoßen, zeigen gleich mehrere Anfragen von Bürgern an Dietfried Zach vom Nabu Dörverden und an Landschaftswart Michael Müller, in denen von arg ramponierten Forstwegen sowie von deformierten Waldböden und Ackerflächen die Rede ist.

„In den vergangenen Monaten hat es sehr ergiebig geregnet und die Bodenverhältnisse bei der Ernte in Wald und Feld waren entsprechend schwierig. Durch den Einsatz von schwerem Gerät auf dem aufgeweichten Untergrund wurden vor allem Feld- und Waldwege in Mitleidenschaft gezogen und sehen entsprechend heruntergewirtschaftet aus“, bestätigt Müller. Das sei zwar ärgerlich und mit Kosten für die Instandsetzung verbunden, aber absolut reparabel, wie Zach und Müller erklären.

Bei Feld- und Waldflächen indes sähe die Sache schon anders aus. „Dort bleibt im Regelfall eine dauerhafte Bodenverdichtung zurück. Auch die Spuren der eingesetzten Technik sind eher irreparabel“, erklärt Müller, der sich von einigen Akteuren mehr Fingerspitzengefühl, Besonnenheit, Rücksicht, Flexibilität und Verständnis für die Belange der Natur wünscht.

„Bei hohen Niederschlägen muss der Einsatz der Erntesysteme minutiös geplant und bei entsprechender Witterung auch abgebrochen oder verschoben werden“, ergänzt Zach. Da müssten Land- wie Forstwirte, Lohnunternehmer, Eigentümer und Pächter gleichermaßen flexibel sein und zum Wohle der Natur agieren. Bei widrigen Wetterbedingungen könne man nun einmal nicht bis an die Grenzen des technisch Machbaren gehen, sind sich die Naturschützer einig, die allerdings auch wissen, dass derlei Verhalten nicht selten dem hohen Kostendruck geschuldet ist.

Müller: „Billig erzeugte Agrarerzeugnisse und Fleisch aber auch Holz, fast immer ohne Qualitätszertifikat, stammen nicht selten aus wenig schonender Land- oder Forstwirtschaft. Verbraucher, die bereit sind, einen angemessenen Preis für fair erzeugte forstwirtschaftliche Produkte zu zahlen, tragen auch zur Entspannung des Kostendrucks bei.“ Und so wie billiges Fleisch vermutlich aus Massentierhaltung stamme, so könne der zum Schnäppchenpreis erstandene Carport ein Produkt aus einer nicht mit dem Ökosystem verträglichen, raubbauähnlichen Holzernte sein.

„Diese Erzeugnisse kommen oft aus dem Ausland, wo ganz andere gesetzliche Vorgaben und Rahmenbedingungen herrschen“, weiß Müller, dem naturnahe Produktionsprozesse am Herzen liegen. Schließlich könne es echte Qualitätsprodukte aus Land- und Forstwirtschaft nur aus einer Bewirtschaftung mit und nicht gegen die Natur geben.

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