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Nähmaschinen reisen nach Afrika: Dörverdener Sammelobjekte erfüllen in Uganda einen guten Zweck

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Von: Christel Niemann

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Zwei Männer laden Nähmaschinen in einen Transporter
Der Platz im Transporter war schnell ausgeschöpft: Claus Oellerking (r.) mit Fritz Koch beim Beladen. © Niemann

Dörverdener Nähmaschinen auf dem Weg nach Afrika: Der Verein Ehmken Hoff hat durch die Vermittlung von Heinz-Dieter Böcker der Rural Focus Initiative Uganda (kurz RuFi), eine von Frauen geführte Nichtregierungsorganisation, die sich der Verbesserung des Lebens von Frauen und Mädchen verschrieben hat, acht mechanische, voll funktionsfähige Tretnähmaschinen aus der Vereinssammlung abgetreten.

Dörverden – Mit den Nähmaschinen, die Fritz Koch zusammengetragen und wieder instandgesetzt hat, wird ein Projekt von RuFi in der Stadt Kasese im Südwesten von Uganda unterstützt, das mit einfachen Mitteln eine Ausbildungswerkstatt mit Unterkunft plant und sich um lokale Ausbildungsperspektiven für junge Frauen kümmert.

Hilfe zur Selbsthilfe in Uganda

Der Wahl-Schweriner Claus Oellerking, ehemaliger Lehrer an den BBS Verden und Ehemann von Almut Lüpkes, die dort bis 2011 Schulleiterin war, hat die Maschinen auf dem Kulturgut abgeholt, sie ins Emsland gebracht und an den Verein „Belu Ugandahilfe“ übergeben, der die Organisation der weiteren Transportetappen übernimmt.

„Der Verein ist für unsere Organisation ein wichtiger und sehr verlässlicher Kooperationspartner. Belu unterstützt mit seinen Projekten benachteiligte Kinder in Uganda und leistet ebenso wie wir Hilfe zur Selbsthilfe. Der Verein wird die Hälfte der insgesamt gesammelten Nähmaschinen für eigene Vorhaben übernehmen“, erzählt Oellerking, der in seiner Funktion als RuFi-Berater jährlich die Projekte der Organisation in Uganda besucht.

Eine berufliche Perspektive für junge Frauen

„Wir geben jungen Menschen und insbesondere Frauen ohne Schul- und Berufsbildung eine Perspektive. Sie lernen zu nähen und sich mit selbst gestalteten Produkten einen Lebensunterhalt zu verdienen.“ Als Starthilfe erhielten die Frauen eine Nähmaschine, und da die Versorgung mit Elektrizität in Uganda nicht flächendeckend sichergestellt ist, seien mechanische Nähmaschinen mit Tretkurbel die beste und zuverlässigste Alternative zu elektrisch angetriebenen Nähmaschinen, zumal diese auch noch viel reparaturanfälliger als ihre nostalgischen Vorläufer sind. „Es ist sehr wichtig, dass die Maschinen noch gut in Schuss und betriebsfähig sind. Diesbezüglich habe ich hier aber keinerlei Bedenken“, betont Oellerking, dem die diesbezügliche Kompetenz von Fritz Koch bekannt ist. „Zerlegen, putzen, ölen und probenähen. Ich weiß, dass Fritz das mit jeder Maschine macht und dass er über ein schier unglaubliches Wissen verfügt“, so der RuFi-Berater.

 Transport ist aufwändig und teuer

Oellerking erzählt weiter, dass er selbst als Senior Experte nach Uganda geschickt wurde, um dabei zu helfen, eine Ausbildungswerkstatt aufzubauen. „SES hat mich 2016 ausgeguckt, und seitdem bin ich dabei“, schmunzelt er. Einen Sammeltransport wie den genannten habe er bislang erst einmal organisiert. „Der Transport ist aufwändig und teuer“, sagt er. „Uganda ist ein ostafrikanisches Binnenland, fernab von Häfen. Ich nehme an, dass der Container nach Mombasa verschifft wird, und von dort sind es dann nochmals rund 1500 Kilometer Landweg bis nach Kasese.“ Die insgesamt 24 Nähmaschinen, die Oellerking in Schwerin und in Verden gespendet wurden, sollen zeitnah auf die Reise geschickt werden.  

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