Wehrdienstleistende auf Nostalgietour in Barme

Nach 50 Jahren noch einmal zur Kaserne

Eine Gruppe von acht Männern, alle im Alter um die 70 Jahre, hat sich um einen Kleinbus gruppiert. Manche der Männer haben verzierte Paddel geschultert.
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Die Stimmung war gut bei den Wehrdienstleistern von damals. Ihre ehemalige Kaserne war die erste Station der nostalgischen Tour.

Sein Paddel hatte jeder der gut gelaunten Herren um die 70 dabei. Mit Ziernägeln beschlagen und Troddeln verziert. „Das Paddel soll daran erinnern, dass wir auch am Wasser arbeiten, Brücken bauen und solche Sachen. Es ist ein Souvenir, das damals jemand hier im Dorf gemacht hat“, erklärt Norbert Glatzel. Der Ex-Pionier der Bundeswehr ist mit acht Kameraden 50 Jahre nach dem Wehrdienst zu einem letzten Einsatz aufgebrochen. Ihr erstes Ziel war das Kasernentor in Barme, der Ort, wo sie vor vielen Jahren ihren Wehrdienst abgeleistet haben.

Dörverden-Barme – Alle acht gereiften Herren leben heute im Münsterland verstreut, berichten sie. Sehr oft sehen sich die alten Kameraden von damals nicht mehr. Zu ihrem 40-Jährigen, so berichtet Glatzel, hatten sie sich erstmals wieder getroffen, und jetzt hat der Ruheständler noch einmal eine Neuauflage organisiert. „Das wird wohl auch das letzte Mal sein“, vermutet er. Schon diesmal sei es nicht ganz einfach gewesen, die Kameraden ausfindig zu machen.

Zum Einsatzort Niedersachsenkaserne Barme waren sie im Bulli angereist. Man spürt, dass es für sie eine gemeinsame Zeitreise ist. Schon die Fahrt hatte vor allem die alte Verbindung unter ihnen von damals wiederbelebt. So steigen denn acht Herren aus dem Bus, die ein gutes Stück auch wieder die W18er von damals waren. Mit dem Paddel, das mancher auch martialisch schwingen kann, und dem Wappen des 5. schweren Pionierbatallions 120, in dem sie damals ihren Dienst ableisten mussten. „Als Pioniere wären wir jetzt an der Ahr im Einsatz“, gibt Peter Jatsch ein Beispiel für die Aufgaben der Truppe. Und die Erinnerungen werden so lebendig, dass die angegrauten Herren sich zutrauen, auch jetzt noch eingreifen zu können.

Wehrdienst vom April 1971 bis Juni 1972

Diese zweitägige Tour allerdings war weniger ein Hilfseinsatz, sondern eine Nostalgiereise. Ihr altes Übungsgelände wollte Glatzel mit Dietmar van der Walle, Gerd Wälter, Heinrich Tenhagen, Klaus Gendrolus, Peter Jatsch, Werner Hackenfort, Klaus Dange und Wolfgang Spodzija wiedersehen, und die Standortschießanlage. Den Wasserplatz, den heutigen Sitz des THW an der Weser, wo sie viele Einsätze und Übungen hatten. Und das Munitionsdepot natürlich, für das die Wehrpflichtigen damals auch die Anlieferung des Schießzubehörs bewerkstelligen mussten.

Vom April 1971 bis Juni 1972 hatten sie in Barme ihren Dienst am Vaterland abgeleistet. Sie mussten noch für 18 Monate in die Kaserne. Die Geschichten von kuriosen Vorfällen von damals sprudeln bei jedem Stichwort nur so hervor. Dabei hatten sie von der seit Langem aufgegebenen Kaserne noch nichts gesehen. Nur von Weitem das alte Tor, das heute fast zugewachsen vor sich hinrostet.

Erinnerungen an Brückenbau in Vierde

Der zweite Tag führte die Pioniere in die Heide. „In Vierde haben wir eine Holzbrücke gebaut“, berichten sie. „Die soll 45 Jahre gehalten haben“, hatten die Landser erfahren. Und da wollten sie noch mal nachsehen. „Das hat damals Monate an Planung und Arbeit gekostet“, erinnern sie sich.

Als Schwerarbeiter des Heeres, die mit schweren Maschinen ausgerüstet sind, interessierte die Pioniere von damals auch die Panzerstraße in Bergen-Hohne. Bei ausreichender Zeit sollte das Panzermuseum in Munster ihre letzte Station sein.  

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