Motorradfahrer fordern mehr Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme im Straßenverkehr

Schwere Unfälle müssen nicht sein

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Gleichgesinnte: Kurt und Johanna Scholz mit Rosite Meyer (r.).

Westen - Mehr Partnerschaft und Sicherheit im Straßenverkehr forderten am Sonntagnachmittag gut 200 Motorradfahrer während ihrer Teilnahme an der 47. Demonstrationsfahrt der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer „Heavens Rider Westen“. Vom Parkplatz der Kreisverwaltung in Verden ging es zur St.-Annen-Kirche in Westen.

Zweimal im Jahr – zum Saisonauftakt und zum Saisonende – organisiert die Westener Gruppe diese Demonstrationsfahrten, in deren Anschluss immer ein Gottesdienst stattfindet. Im Frühjahr getragen von dem Wunsch, dass niemand verunglücken möge. Im Herbst wird jedoch immer wieder tödlich verunglückter Motorradfahrer gedacht.

Mit mehr Aufmerksamkeit können schwere Unfälle vermieden werden.

Für das Ehepaar Johanna und Kurt Scholz aus Oyten-Schaphusen sind diese Demonstrationsfahrten Pflichttermine. Zwar kommen sie nicht mehr auf zwei Rädern nach Verden, sondern mit dem Auto, „aber wir halten das in Ehren“, sagt der 81-Jährige. Über 60 Jahre sei er Motorrad gefahren und solange er seine Frau kenne, niemals ohne sie als Sozius. Mittags waren sie bei dem Treffpunkt in Verden, später in Westen, wo es vor der Kirche Kaffee und Kuchen von den Frauen aus der Kirchengemeinde gab. Die Einnahmen daraus gehen je zur Hälfte an die Bücherei und die St.-Annen-Stiftung.

Heini Garms vom „Chopper-Treff“ in Lilienthal ist extra für diese Fahrt mit Club-Freunden nach Verden gekommen. „Es macht einfach Spaß“, sagt der 74-Jährige und findet nicht nur die Idee der Fahrt gut, sondern unterstützt auch gerne die jährlichen Sammlungen zur Finanzierung von Unterfahrschutzkonstruktionen an Leitplanken. Diese haben schon so manchem Motorradfahrer bei einem Sturz das Leben gerettet, doch sie fehlen noch vielerorts.

„An der Hutberger Brücke und ein Stück weiter in einer Kurve konnten wir diese schon mal anbringen“, berichtet Rosite Meyer. Die Kosten lagen bei rund 7000 Euro. „Die Kollekten bringen meistens um die 350 Euro ein. Da braucht es Geduld“, so die Motorradfahrerin. Deshalb freut sie sich über Sponsoren, die sich gerne mit ihr unter acm@kirche-westen.de in Verbindung setzen können. „Wer eine Stelle kennt, wo ein solcher Unterfahrschutz erforderlich ist, kann mir das mitteilen“, so Rosite Meyer weiter.

Die diesjährige Strecke zum Saisonauftakt führte über Eissel, Langwedel bis nach Uesen. Von dort ging es weiter in Richtung Werder/Lunsen und über Morsum und Hönisch bis nach Barme. Mit einer Schleife über die dortige Brücke ermöglichten es die Organisatoren, dass sich die Fahrer aus dem langen Tross auf der B 215 begegneten.

In Westen gab es einen Informationsstand der Polizei und des DRK Verden, an dem allen Interessierten gezeigt wurde, wie man im Falle eines Unfalls einem Motorradfahrer den Helm richtig und vorsichtig abnimmt.

wb

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