Westener Flüchtling freut sich über festen Arbeitsvertrag bei einer örtlichen Tischlerei

Mogos’ Glück ist fast perfekt

Unter den Augen von Heinz Heidmann arbeitet Mogos Kiflay an der Säge. - Foto: Kattwinkel

Westen - Von Dirk Kattwinkel. Es ist noch nicht ganz zwei Jahre her, als Mogos Kiflay aus Eritrea mit 17 weiteren Flüchtlingen in Westen ankam und mit ihnen in einer Flüchtlingsunterkunft in einem Mehrfamilienhaus untergebracht wurde. Inzwischen hat er einen festen, unbefristeten Arbeitsvertrag bei der Westener Firma Reinhardt Raumkonzept. Außerdem eine eigene Wohnung und mit der 29-jährigen Yorsalem eine Partnerin, mit der er sich auf die Geburt ihres Kindes im Juni freut.

Leider hat der Landkreis Verden noch keine Genehmigung zum gemeinsamen Wohnen erteilt, obwohl der Vermieter mit dem Einzug einverstanden ist. So lebt die junge Frau zurzeit weiterhin im Camp in Ottersberg, bedauert der werdende Vater.

Dass sich die Zukunft für den jungen Eritreers nach der anstrengenden und gefährlichen Flucht und dem Leben in der Sammelunterkunft so positiv entwickelte, hat er unter anderem dem unermüdlichen ehrenamtlichen Engagement der Westenerin Bärbel Bösche zu verdanken.

Das bestätigt auch Heinz Heidmann, der sich in der Firma seines Sohnes Heiko um die Personalangelegenheiten kümmert. „Ohne sie hätten wir das nie geschafft“, so Heidmann senior.

Bärbel Bösche besorgte Mogos Kiflay den Platz für das Praktikum in der Firma, das er sehr erfolgreich absolvierte und das Voraussetzung für eine feste Anstellung war. Weil er inzwischen 15 Monate in Deutschland war, musste nicht mehr geprüft werden, ob ein anderer Europäer die Arbeit hätte machen können. Bei weniger Aufenthaltszeit ist das rechtlich gefordert.

Mogos Kiflay wurde am 1. September fest angestellt. Die unbeschränkte Arbeitsgenehmigung wurde in seinem Ausweis eingetragen, beschränkt sich aber unverständlicherweise nur auf die Firma Reinhardt Raumkonzept.

„Inzwischen ist Mogos bei uns der Mann für alle Fälle“, so Heinz Heidmann. „Er ist sehr geschickt und erledigt einfache Arbeiten wie Oberflächenbearbeitung, Sägen und Hobeln und Zuschnitte nach Anweisung.“ Außerdem kümmere er sich um das Heizungssystem und die Ordnung in der Werkstatt.

„Leider spricht er noch nicht so gut Deutsch, weil er die Deutschkurse, die nur vormittags stattfinden, nicht besuchen kann. Für mich ist es unverständlich, warum keine Abend- oder Wochenendkurse für Berufstätige angeboten werden. Wenn sie die Vormittagskurse besuchen, verlieren sie ihre Arbeit, somit auch ihren Verdienst. Die Folge: Sie würden wieder auf die Hilfe des Staates angewiesen sein. Und das kann doch nicht gewollt sein“, so Heidmann.

Für die Zukunft wünscht sich der 34-jährige Mogos, der sich in Westen sehr wohl fühlt und voll integriert ist, eine Möglichkeit, besser Deutsch zu lernen. Auch würde er später gerne mal Schränke bauen. Und vor allem hofft er, dass seine Partnerin bald bei ihm einziehen kann. Dann wäre sein Glück vollkommen.

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