Mitglieder der Ateliergemeinschaft Stein stellen aus / Kulturgut Ehmken Hoff

Kühnes und Weiches vereint

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Die Skulptur „Po“ von Heike Stövhase.

Dörverden - Ob Speckstein oder Alabaster, ob gemeißelt oder nicht, Steine haben eine lange Geschichte. Und sie können davon erzählen, zum Beispiel Künstlern wie Heike Stövhase, Ellen Schweifel-Mero, Heike Schudlich, Viola Rill, Margot Schultze, Marita Lingel und Volker Hadeler; Mitgliedern der Ateliergemeinschaft Stein im Kunstverein Achim. Auf dem Kulturgut Ehmken Hoff in Dörverden wird derzeit die Ausstellung „Kunstwerke aus Stein“ mit fast 40 Exponaten gezeigt.

Besucher können sich auch an ungewohnten Ansichten erfreuen, und beim Blick über die Werke wird vermutlich eine Arbeit besonders ins Auge fallen, die mit „Po“ betitelte Specksteinarbeit von Heike Stövhase. Ein Exponat, das auch dem Vorsitzenden im Verein Ehmken Hoff, Gerhard Meyer, gleich aufgefallen ist, wie er auf der Vernissage lachend eingestand. „Es ist überhaupt eine sehr schöne Ausstellung, die mir ausgesprochen gut gefällt“, so Meyer.

Die sieben Künstler haben eine überaus professionelle Werkschau zusammengestellt, deren handwerklich behutsam und schön gestaltete Skulpturen zum Betrachten und Berühren geradezu auffordern.

Seit 2006 beschäftigen sich die Mitglieder der Ateliergemeinschaft intensiv mit dem Material Stein, dem sie organische, oft auch figurativ wirkende Formen abgewinnen. Viele der Figuren drücken Harmonie und Geborgenheit durch weich gerundete Formen aus, während die leicht geschwungenen dynamischen Formen anderer Kunstwerke eher an etwas Vogelhaftes erinnern. Wieder andere Werke vereinen das Stolze, Kühne, Kantige sowie das Runde und Weiche harmonisch miteinander. Nur in einem kleinen Teil der Skulpturen bleibt die Formensprache assoziativ, so dass der Betrachter Unterschiedliches darin sehen beziehungsweise entdecken kann. Ein angedeuteter Körper, ein Torso, aber auch leicht abstrakte Formen. Bei der Oberflächenbearbeitung findet man ebenso fein geschliffene und sorgsam polierte Oberflächen wie raue Strukturen. Weist ein Kunstwerk beide Bearbeitungsformen auf, ist das besonders spannend und regt einen Dialog an.

Marita Lingel, Sprecherin der Ateliergemeinschaft, begrüßte die Gäste der Vernissage. Sie zeigte sich von den örtlichen Ausstellungsmöglichkeiten begeistert. „Der Ausstellungsraum ist von seltener Stimmigkeit“, sagte sie. „Heute ordnet man Kunst nicht mehr in die alten Kategorien gegenständlich, abstrakt oder spirituell ein“, erklärte sie. „Es ist alles viel entspannter geworden.“ Für Künstler sei dies ein Gewinn an Freiheit. „Es bedeutet für jeden von uns, dass wir uns aus den Angeboten der Vergangenheit bedienen können, ohne zu kopieren.“

Zu sehen sind die überwiegend verkäuflichen Kunstwerke noch bis zum 3. Januar, jeweils sonntags, von 14 bis 17.30 Uhr, auf dem Kulturgut Ehmken Hoff. In dieser Zeit ist auch das Café auf dem Kulturgut geöffnet.

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