Der Wald bei Diensthop wird aufgeforstet und aufgewertet

Auf die Mischung kommt es an

Pflanzen mit schwerem Gerät: Auf diese Weise können die Wurzeln tief in die Erde eingebracht werden. Fotos: niemann

Diensthop – Im Wald bei Diensthop herrscht seit anderthalb Wochen reges Treiben. Die Revierförsterei im Forstamt Rotenburg lässt hier eine umfangreiche Baumpflanzung durchführen, um Flächen nach Windwurf und Käferbefall als Mischwald aufzuwerten.

Dabei kommt ausnahmsweise auch schweres Gerät zum Einsatz. „Wir gehen hier mit der Pflanzung von etwa anderthalb Meter großen Bäumen mit Hilfe von Bagger und Zahnschaufel neue Wege, nachdem man andernorts damit gute Erfahrungen gemacht hat“, erklärt Revierförster Michael Müller. Auch mache diese Methode das Anbringen von Wildschutzzäunen vollkommen überflüssig. „Aber vordergründig kommt es auf die Mischung der Bäume an,“ sagt der Leiter der Revierförsterei Diensthoop, der dort, wo früher überwiegend Fichten standen, einen Mischwald anlegen lässt. Stürme hätten etliche Nadelbäume umgeworfen, anderen habe der Borkenkäfer den Garaus gemacht, erzählt Müller, in dessen Auftrag der Forstlohnbetrieb Leube aus Rethem Moor auf einer rund drei Hektar großen Fläche 5 000 Buchen, Linden und Flatterulmen pflanzt.

Müller: „Es werden auch Douglasien und Tannen neu angepflanzt. Klassisches Nadelholz soll im Mischwald weiterhin einen Anteil haben, aber eben in einem ausgewogenen Verhältnis mit anderen Baumarten.“ Die kleinen Bäume seien für viele Tiere des Waldes ein Leckerbissen, erklärt Müller weiter. Daher habe man bewusst vierjährige Großpflanzen gewählt. „So können wir auf Drahtgeflechte gegen Wildverbiss verzichten.“

Die Jungpflanzen wurden über die Baumschule Lührsen in Beverstedt bezogen. Dort werden die Bäume aus der eigenen Saatguternte des Forstamtes aufgezogen. Dadurch habe man die Gewissheit, dass das Saatgut geprüft sei und aus anerkannten Beständen stamme, berichtet der Revierförster. Bewährt habe sich auch das in Diensthop angewandte Verfahren, die Großpflanzen im Bagger-Verfahren zu setzen. „Das wird nicht allzu oft gemacht, doch die Laubbäume mit ihren langen Wurzeln erreichen durch dieses Verfahren ein zuträgliches pH-Wert-Milieu, das in tieferen Bodenschichten liegt. Auf die klassische Weise mit dem Spaten zu pflanzen, damit richten sie hier nichts aus, der Waldboden ist viel zu verwurzelt.“ Mithilfe eines Baggers tief gepflanzt, entwickelten sich die Bäume aber gut.

Im gesamten Bereich des Forstamtes Rotenburg werden in dieser Saison in den Gemeinden Dörverden und Kirchlinteln (Bereich Linteler Stüh) rund 8 000 Bäume gesetzt. Müller betont, dass ein sichtbarer Erfolg von Forstmaßnahmen von heute auf morgen aber nicht gelingen könne. Dieser brauche Zeit und man müsse warten, wie sich der Wald unter den beschriebenen Maßnahmen entwickele. Erst in mehreren Jahrzehnten werde sichtbar, ob sie alles richtig gemacht hätten.  nie

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