Fast 20 Jahre lang ein heißdiskutiertes Thema: Bau der Bahnunterführung an der Kreisstraße 14 in Wahnebergen

„Mindestens ein Jahr meines Lebens“ mit Warten zugebracht

Die heutige Unterführung: Das ist der Anblick für Autofahrer und Radler aus Richtung Ahnebergen.
+
Die heutige Unterführung: Das ist der Anblick für Autofahrer und Radler aus Richtung Ahnebergen.

Wahnebergen – Es war beim traditionellen Frühschoppengespräch am 2. Pfingsttag, 1980, im Hansahof Stedebergen, als der damalige Oppositionsführer im niedersächsischen Landtag, Karl Ravens aus Achim-Bierden, einen schrankenfreien Übergang der viel befahrenen Bahnstrecke Bremen-Hannover auf der Kreisstraße 14 im Bereich in der Ortschaft Wahnebergen ins Gespräch brachte.

Damit würden endlich die langen Wartezeiten vor der Schranke der Vergangenheit angehören.

Landwirt Heinz Engelke aus Wahnebergen brachte es damals auf den Punkt: „Ich habe mindestens ein Jahr meines Lebens vor dieser Schranke zugebracht.“

Damit war ein Thema auf den Tisch, dass nicht nur in den sogenannten Bergen-Dörfern für viel Diskussionsstoff sorgte. Sollte es eine Überführung der Bahnstrecke oder ein Tunnel werden? Das war hier die Frage. Während sich zunächst die Deutsche Bahn AG und die Bundesregierung aus Kostengründen für eine Überführung aussprachen, setzten sich die Kommunalpolitiker vor Ort für eine Unterführung mittels eines Tunnels ein und folgten damit dem Wunsch der großen Mehrheit der Bevölkerung.

Bergen-Dörfer wollten keinen Berg

Bekanntlich setzte sich am Ende die Vernunft durch, und weil auch der Rat der Gemeinde Dörverden und der Verdener Kreistag einen Tunnel favorisierten, stimmten die Deutsche Bahn AG und die Bundesregierung dem Projekt zu. Dafür sprachen auch die örtlichen Gegebenheiten der Landschaft mit dem Höhenunterschied. Ein Überführungsbauwerk, das schon in der Ortsmitte von Wahnebergen beginnen müsste, hätte gewaltige Ausmaße angenommen. Es hätte eine Höhe erreicht, die von Radfahrern nur schwer zu meistern gewesen wäre.

„Auch wenn wir die Bergen-Dörfer sind, so wollen wir doch nicht immer über den Berg müssen“, dies wurde noch im Mai 1999, auf einer Bürgerversammlung in der Schützenhalle in Wahnebergen, mehr als deutlich geäußert.

Im Juni 1999 wurde mit den ersten Vorbereitungen des Bauvorhabens begonnen, Träger dieses großen Projekts waren die Deutsche Bahn AG und der Landkreis Verden. Es beteiligte sich auch die Bundesrepublik Deutschland mit einem Drittel der Kosten. Für das Projekt mussten rund 11 000 Kubikmeter Boden bewegt werden, es wurden etwa 2200 Kubikmeter Beton für die Baugrube unter Wasser eingebracht, dazu kamen 2 600 Kubikmeter Stahlbeton für die Unterführung der Brücke, bei der 350 Tonnen Stahl für die Bewehrung verarbeitet wurden. Trotz der Behinderung durch einen riesigen Findling im Untergrund konnten die Arbeiten fristgerecht abgeschlossen werden.

Kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember 2000, wurde der Tunnel nach 20-monatiger Bauzeit für den Verkehr freigegeben. Lob gab es für die ausführenden Firmen vom Leiter des Straßenbauamtes Verden, Karl-Hermann Fastenau, dem Oberkreisdirektor Werner Jahn und Landrat Hans-Jürgen Wächter, der erfreut war, dass mit 13  Millionen Mark die geschätzten Gesamtkosten deutlich unterschritten wurden. „Das ist nicht bei allen großen Bauprojekten so üblich“, betonte Wächter.  rtf

Der ehemalige beschrankte Bahnübergang, aus Richtung Ahnebergen fotografiert.
Die Unterführung im Oktober 1999: Der erste ICE überfährt die neu eingeschobene Brücke über die Kreisstraße 14. Trotz trockener Witterung sah es damals eher nach einer Kanalbrücke aus.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Scheunenbrand in Riede: Rauch viele Kilometer weit sichtbar

Scheunenbrand in Riede: Rauch viele Kilometer weit sichtbar

Scheunenbrand in Riede: Rauch viele Kilometer weit sichtbar
Junge Bassenerinnen laden zur Gründung einer Dorfjugend ohne Altersobergrenze ein

Junge Bassenerinnen laden zur Gründung einer Dorfjugend ohne Altersobergrenze ein

Junge Bassenerinnen laden zur Gründung einer Dorfjugend ohne Altersobergrenze ein
„Online einzukaufen nutzt dem Klimaschutz“

„Online einzukaufen nutzt dem Klimaschutz“

„Online einzukaufen nutzt dem Klimaschutz“
Knatternder Kuchenexpress

Knatternder Kuchenexpress

Knatternder Kuchenexpress

Kommentare