Mehrere Tiere beim Reitclub Verden leiden unter Botulismus

Ein Drama für Pferde und deren Eigentümer

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Krank und erschöpft stehen die Tiere im Stall.

Dörverden - Auf der Reitanlage des RC Verden in Dörverden stehen Schul- und Reitbetrieb seit mehreren Wochen still. Die Spekulationen über die Ursachen schießen seitdem ins Kraut und die Gerüchteküche brodelt.

Der Verdacht, dass Tierquäler am Werk gewesen sind, hielt sich besonders hartnäckig. Doch das, so die zuständige Reitlehrerin und Pferdebesitzerin Deike Klußmann, sei definitiv nicht der Fall. Aufwändige Laboruntersuchungen hätten mittlerweile eine Botulismus-Erkrankung verschiedener Typen bestätigt.

Insgesamt sind 13 Pferde – fünf davon Schulpferde – erkrankt. Zwar musste bislang noch keines eingeschläfert werden, doch von einer Genesung sind mehrere Pferde, besonders die Schulpferde, noch weit entfernt.

Bei einer Botulismus-Vergiftung fallen Pferde dem Nervengift Botulinumtoxin zum Opfer, das sie lähmt und nachhaltig schädigt. Die Inkubationszeit bei Pferden beträgt zwischen zwölf Stunden und zehn Tagen, je nach aufgenommener Giftmenge. Dieses Gift wird durch das Bakterium Clostridium Botulinum, das sich auch im Boden befindet, unter bestimmten Bedingungen gebildet.

Da war noch alles gut: Dynamisch setzt das gesunde Pferd über das Hindernis.

Deike Klußmann dachte zunächst an eine Kolik, als Ende November erst drei Pferde krampfartige Zuckungen zeigten, weder fraßen noch tranken. Dem daraufhin herbeigerufenen Tierarzt fiel außerdem auf, dass die Tiere zudem unter Muskelzittern litten und äußerte seinen Verdacht auf Botulismus. Als dann noch weitere Pferde mit Schluckstörungen reagierten und nach Untersuchung erster Kotproben, war klar, dass es sich um diese Vergiftung handeln muss. „Ja, und seitdem steht der Reitbetrieb hier still und wir stehen mit dem Rücken zur Wand. An manchen Tagen geht es mit dem ein oder anderen Pferd zwar wieder leicht bergauf, aber eine konstante Besserung ist bislang bei keinem der erkrankten Tiere eingetreten“, so Klußmann.

Mit der Reitlehrerin bangen natürlich auch alle anderen Tierhalter um die Pferde. Wie es zu der Vergiftung kommen konnte, ist nach Auskunft von Klußmann bislang noch unklar. „Das Veterinäramt des Landkreises Verden wurde informiert und es wurden Futterproben genommen. Doch im Grunde kann sich das Gift quasi überall bilden.“

Die Giftstoffe können in der Silage entstehen, wenn neben dem Heu beispielsweise Aas mit eingerollt wurde. Klußmann sagt, dass es schwer, vielleicht sogar unmöglich ist, den Auslöser zu finden, zumal schon die Krankheit nur schwer zu diagnostizieren und außerdem nicht meldepflichtig sei, da keine Ausbreitungsgefahr bestehe. „Ich weiß nicht, wie es weiter geht“, so die Pferdewirtschaftsmeisterin.

Der wirtschaftliche Schaden sei hoch. Neben den Kosten für die angemieteten Boxen fallen vor allem die Tierarztkosten ins Gewicht. Die Laborrechnungen für die Blut- und Kotuntersuchungen betragen bereits jetzt rund 500 Euro pro Tier. Außerdem hat die Reitergemeinschaft Probleme, den Mist der erkrankten Tiere wieder loszuwerden, der zurzeit separat in einen Container gesammelt und anschließend verbrannt werden soll. Laut Veterinäramt ist die Verbrennung in einer zugelassenen Anlage unbedenklich. Klußmann: „Eins kommt zum anderen und die Kosten steigen schnell ins Unermessliche.“ In erster Linie setzen die betroffenen Eigentümer aber alles daran, damit die erkrankten Pferde die Vergiftung überstehen. „Wir sind Tag und Nacht für die Tiere da, immer in der Hoffnung auf eine nachhaltige Besserung.“

Vielleicht will ja auch der ein oder andere Leser unserer Zeitung die Pferde und deren Besitzer mit einem kleinen Obolus unterstützen. Unter dem Motto „Spendenaktion für an Botulismus erkrankte Pferde“ werden auf der Crowdfunding-Seite Leetchi.com Spenden gesammelt. „Wir freuen uns über jedwede Unterstützung und bedanken uns schon einmal im Namen unserer Vierbeiner“, so die Verantwortlichen. nie

https://www.leetchi.com/Cagnotte/5590337/d3595ed1

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