Mehrere Passagiere kehren nicht zurück

Krimi-Autor Jörg Böhm liest auf dem Ehmken Hoff

Krimiautor Jörg Böhm.

Dörverden - Kurzweilig, spannend und amüsant, der in der Heide lebende und aus Meinborn im Schwarzwald stammende Krimi-Autor Jörg Böhm las auf dem Kulturgut Ehmken Hoff aus seinem jüngsten Werk. Leider waren etliche Plätze unbesetzt. Doch der Autor nahm es gelassen. Gut gelaunt plauderte er mit dem Publikum, dem er verriet, dass er schon einmal vor nur zwei Besucherinnen gelesen habe.

Zwar nicht zahlreich, fühlte sich das Publikum im Kulturgut Ehmken Hoff bestens unterhalten. - Fotos: Niemann

Feierlich tritt das neue Kreuzfahrtschiff „Star of the Ocean“ von Hamburg aus seine Jungfernfahrt zu den Metropolen Europas an. Mit an Bord ist Wilhelmina Nissen, Matriarchin der Familie und Chefin der Hamburger Kaffeerösterei Nissen & Brook. Sie hütet ein schreckliches Geheimnis, das bis in die Kriegswirren von 1942 zurückreicht. Eva Bredin begleitet ihre Großtante auf die Reiser in die Vergangenheit. Und sie ist einer Sache auf der Spur, die mit dem mysteriösen Verschwinden ihrer Freundin Sanne vor 20 Jahren zu tun hat. Doch während der Kreuzfahrt werden ausgerechnet die beiden Passagiere ermordet, die Eva der Wahrheit ein großes Stück näherbringen sollten, und die dunkle Familiengeschichte wird ihr zum Verhängnis.

Soviel zur Handlung von Jörg Böhms ersten Kreuzfahrtkrimi „Moffenkind“, aus dem der Autor im ersten Teil der Veranstaltung aus sorgsam ausgewählten Passagen las, während sein Publikum die von der Aktionsgruppe Kochen & Backen zubereiteten Melonen-Cocktails genoss.

Aber was bedeutet Moffenkind? „Moffen“ sei ein Schimpfwort, erklärte Böhm, dass man in den Niederlanden schon lange für die Deutschen verwende. „Als Moffen wurden die Holländerinnen während der deutschen Besatzung bezeichnet, die sich mit Deutschen eingelassen haben. Und wenn aus einer solchen Beziehung ein Kind hervorgegangen ist, war es ein Moffenkind.“

Nach drei regionalen Krimis nun also ein Kreuzfahrtkrimi, im übrigen eine Auftragsarbeit der Reederei Aida-Cruises, die auf der Route Hamburg-London-Paris-Brüssel-Amsterdam-Hamburg spielt. Dabei gibt es weder einen blutigen Mord an Bord, noch fällt ein Schuss, und dennoch kehren gleich mehrere Passagiere, die in Hamburg auslaufen, nicht mehr zurück.

Gestenreich und alles andere als zurückhaltend sieht man in dieser Lesung Böhm, dem durchaus der Schalk im Nacken sitzt. Denn außer dem Schreiben verfügt der Wahl-Heidjer auch über Entertainer-Qualitäten, was sich während des Vortrags schnell zeige, da Böhm zwar viel las, dabei aber nur sehr wenig verriet.

Die ausgewählten Kapitel erhöhten immens die Spannung zu erfahren, wer denn nun der Täter ist und was sich hinter den mysteriösen zurückliegenden Ereignissen verbirgt? In ebenso sorgfältig ausgesuchten Passagen stellte Böhm dann nach der Pause auch seine vorausgegangenen erfolgreichen Krimis um die dänisch-stämmige Kommissarin Emma Hansen vor. Außerdem ging er offen und leutselig auf die Fragen seiner Zuhörer ein, denen er Einblick in seinen Alltag als Autor gab. 

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