Seniorenbeirat des Landkreises besichtigt Dörverdener Einrichtung

Mehr Pflegeplätze nicht möglich

An der Sitzung des Seniorenbeirats nahmen auch die Landkreismitarbeiter Daniela Burow und Oliver Rothardt teil. Foto: niemann

Dörverden – Die achte Sitzung des Seniorenbeirats im Landkreis Verden fand jetzt außer der Reihe in Dörverden mit einer Visite im dortigen Kreispflegeheim statt. Ein Rundgang im Kulturgut Ehmken Hoff war vorgeschaltet worden – die fachkundige Führung durch das Beiratsmitglied und dem Dörverdener Seniorenbeauftragten Frank Gardeike als Mitglied im Förderverein des Kulturguts war dementsprechend ein besonderes Erlebnis.

Von den Gemütlichkeit ausstrahlenden Fachwerkgebäuden als Stätte früheren generationsübergreifenden Zusammenlebens wechselten die Beiratsmitglieder dann in die moderne Pflegeeinrichtung heutiger Zeit.

Die Einrichtungsleiterin Elke Lindhof konnte dem Gremium die Einrichtung für aktuell 85 Bewohner, von denen einige Angehörige vor präsent waren, die örtlich sehr ansprechende Situation vorstellen – dabei verschwieg sie auch die Veränderungen in der verringerten Kurzzeitpflege nicht. „Ich könnte mehr Pflegeplätze anbieten, wenn ich mehr Personal hätte. Dann wäre auch die Warteliste kleiner.“ „Was können wir tun?“, Beiratsvorsitzender Rainer Strang fragte auch angesichts des bevorstehenden Gesprächsempfangs im Sozial- und Gesundheitsministerium. Elke Lindhof wies vor allem auf Probleme der älteren Mitarbeiter in den letzten Jahren vor der Rente hin. Es sei oft sozial nicht ausreichend abgefedert, wenn es mit 62 Jahren im Pflegeberuf mit Schichtdienst einfach nicht mehr gehe. „Bei Bundeswehroffizieren ist viel früher Schluss mit dem Job, weil ein früherer Minister für sie eine ‚Knackigkeitsgrenze’ formuliert hat“, wusste ein Beiratsmitglied nicht ohne den Hinweis auf den Zynismus einer solchen Wortwahl einzubringen.

Die von Stefanie Seemann vorgestellte Tagespflege hat solche Probleme nicht, der Stamm von engagiertem Fachpersonal kann allerdings auch zeitlich verlässlich den Feierabend und das freie Wochenende einplanen. Die ansprechenden Räumlichkeiten mit fröhlicher Nachbarbeziehung zu einem Kindergarten auf dem Gelände spielen für die hohe Attraktivität dieses Angebots sicher ebenfalls eine positive Rolle.

Vorsitzender Strang und sein Stellvertreter Dietrich Daude konnten dann im Sitzungsteil von ihren Ergebnissen zu den örtlichen Anliegen in den Gremien auf Landesebene referieren. Der Kampf um eine bessere Toilettenversorgung – insbesondere an den Bahnhöfen im Kreis – wird mit Nachdruck etwa bei den Abgeordneten und der Deutschen Bahn geführt, der sich keinesfalls mit blumigen Erklärungen für eine Seniorenspielwiese zufriedengibt. „Wir arbeiten nicht für den Rundordner“, so Daude.

Vorsitzender Strang, der lobend über die Kreisförderung zur in Dörverden wichtigen ärztlichen Niederlassung referierte, brachte insbesondere auch die Vorbereitungen zum Gespräch mit den Landtagsabgeordneten am 27. September und zum Kreisseniorentag 2020 ein. Natürlich vergaß er nicht den Dank an die Einrichtungsleiterinnen und die Bewohner, die nachhaltige Eindrücke in sehr freundlicher Atmosphäre vermitteln konnten.  nie

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