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Malen weckt ein kreatives Feuer

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Von: Christel Niemann

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Mann hilft Frau beim Malen.
Wo Hilfe gewünscht ist, hat Künstler Viktor Lau stets einen Rat. Auch Gisela Renelt weiß das zu schätzen. © Niemann

Dörverden – Die Pause ist vorbei. Der Künstler Viktor Lau kann in der Gemeinde Dörverden endlich wieder seine beliebten kreativen Workshops geben. Für ihn und seine Malschüler ein wichtiges Signal in Corona-Zeiten. In den vergangenen Monaten haben die Hobbymaler zumeist im stillen Kämmerlein allein vor sich hingearbeitet. Jetzt sind sie froh, wieder gemeinsam auf dem Kulturgut Ehmken Hoff oder im Mehrgenerationenhaus Amtshaus Westen malen zu dürfen.

Und das, was sie dort unter behutsamer fachlicher Begleitung durch den diplomierten Kunsttherapeuten auf Leinwände und zu Papier bringen, kann sich durchaus sehen lassen.

Lau diktiert nicht, sondern unterstützt und gibt Ratschläge, wenn beispielsweise Gisela Renelt findet, dass ihr Bild zu dunkel geraten ist. „Ich habe zu viel Sand auf die Fläche gemalt. Dadurch ist das Bild zu braun und zu düster geraten“, klagt die Langwedelerin. Sie nimmt erstmals an einem Workshop bei Lau teil, der den Teilnehmern einmal monatlich auf die künstlerischen Sprünge hilft: ob gegenständlich oder abstrakt, ob Aquarell-, Acryl- oder Ölfarbe. Selbstverständlich hat Lau auch für ihr akutes Problem eine Lösung parat. „Hellen sie das Braun auf und malen sie doch einige Pflanzen hinein. Die Optik ist dann gleich eine andere“, rät er.

Dieter Ullrich aus Stedorf malt seit annähernd 20 Jahren und hat bislang keinen der Malkurse bei Lau verpasst. Thematisch bevorzugt er Natur und Landschaften, während er bei der Technik zu Öl- oder Acrylfarbe greift. Ullrich malt zumeist gegenständlich, nur manchmal abstrakt. „Dann muss ich meinen Geist frei entfachen, ein bisschen ohne Grenzen herumspinnen und in Farben schwelgen“, sagt der Künstler.

In Farben zu schwelgen, ist auch ganz nach dem künstlerischen Geschmack von Ingeborg Dreyer aus Dörverden, die an diesem Vormittag ihrem Lieblingskünstler Franz Marc nacheifert. Warum gerade Marc? „Es sind in der Tat die Farben. Vielleicht, weil ich selbst eher ein ruhiger Mensch bin“, antwortet sie leichthin. Für sie sei es wichtig, in der Gruppe zu malen. „Ich bin schon zum dritten Mal dabei. Daheim fange ich zu malen an, und dann bleibt es doch wieder liegen. Der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten ist mir wichtig und wenn mich mal der Frust packt, werde ich in der Gruppe viel schneller wieder neu motiviert.“

Heide Baden nickt bestätigend. Malen beruhige, schärfe den Blick selbst für kleine Details und wecke aber auch kreatives Feuer. „Ich habe lange Zeit aquarelliert und bin vor zwei Jahren auf Pastellkreide umgestiegen. Diese Technik hat ihren eigenen Reiz und gegenüber der Nass-in-Nass-Technik den Vorzug, dass man noch etwas verändern kann. „Ein Aquarell ist nicht zu beeinflussen. Man muss es loslassen, Kreide ist da viel knorriger.“

Bei ihren Motiven setzt die Hobbymalerin aus Hassel auf Klassisches und auf Nostalgie; aktuell ist es ein Stillleben aus Steinen, zu dem sie eine Urlaubsfotografie inspiriert hat. In den Kursen bei Lau habe sie gelernt zu sehen, Details wahrzunehmen und sie auf dem Papier umzusetzen.

Wer mehr erfahren möchte: Vom 29. Mai bis 19. Juni zeigt Heike Baden ihre Bilder erstmals in einer Ausstellung auf dem Kulturgut Ehmken Hoff und hofft, dass ihre Kunst Anklang bei den Besuchern findet.  

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