Bossa-Nova-Abend im Ehmken Hoff

Lieder von Liebe, Leid, Herzschmerz

Ein fantastisches Team: Bert Gocke begleitete den gefühlvollen Gesang von Esther Lorenz sehr behutsam. - Foto: Niemann

Dörverden - Es war ein ganz besonderes Konzert, zu dem die H.F.-Wiebe-Stiftung und der Verein Ehmken Hoff auf das Kulturgut nach Dörverden eingeladen hatten: Bert Gocke an der Gitarre und Esther Lorenz, Gesang und Rezitation, nahmen ihr Publikum mit auf eine Reise durch die musikalischen Welten des Bolero cubano und Bossa Nova.

Exotisch anmutende Rhythmen, eingängige Melodien und sehnsüchtige Songtexte waren die Bestandteile des hinreißenden Programms. Ob bekannte oder weniger bekannte Lieder wie „Besame mucho“, „Mas amor“ oder „Murmurio“ – das Publikum war begeistert .

Esther Lorenz sang auf Spanisch, auf Portugiesisch und auf Ivrit, jenem modernen Hebräisch, das auch heute noch gesprochen wird. Sie wurde dabei von Gocke auf der Gitarre meisterhaft begleitet. Auch alte Lieder, mittelalterliche Gesänge der spanischen Juden, der Sepharden, erklangen.

Und bevor Lorenz die einzelnen Lieder anstimmte, erklärte sie dem Publikum die Texte, die überwiegend von bekannten Lyrikern stammten und die Geschichten von Liebe, Herzschmerz oder von der Suche nach menschlicher Wärme erzählten. So klangen selbst scheinbar leichteste Melodien doch ein bisschen traurig, was aber auch der Stimme der Sängerin geschuldet war, in der stets eine Spur Schwere, Tiefe und Dunkelheit mitschwang.

Eine Glanzleistung waren die Solostücke der Künstlerin. Melancholische Liebeslieder von Antonio Jobim und Vincius Moraes, von denen Lorenz gleich mehrere Evergreens zum Besten gab und in denen sie das Timbre ihrer Stimme mal klagend und mal fordernd einzusetzen wusste.

Mucksmäuschenstill  lauschte das Publikum und wirkte so hingerissen, dass der Beifall am Ende zunächst fast zögerlich klang. Bert Gocke an der Gitarre war der kongeniale Begleiter, der sich aber laut Ansage der Sängerin zurücknehmen musste.

In seinen Solostücken ließ er dann doch ein wenig „die Sau raus“ (O-Ton), aber leider nur an der „langen Leine“, was ein Teil des Publikums aufrichtig bedauerte. Dass die beiden großartigen Künstler nur gelegentlich zusammenarbeiten und dass Gocke kurzfristig für den Gitarristen Peter Kuhs eingesprungen war, spürte man übrigens nicht einen Moment.

Alles war perfekt aufeinander abgestimmt, sodass es für die ideale Harmonie nur minimalste Gesten zwischen Sängerin und Gitarrist brauchte. Es war geradezu bedauerlich, dass das Konzert nach zwei Stunden bereits zu Ende war. - nie

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