Sperrung von Wirtschaftswegen in Dörverden nicht ausgeschlossen

Landwirte ärgern sich über Radfahrer

Neben einer schmalen asphaltierten Straße sind Schilder an einem Mast aufgehängt worden. Ein Schild zeigt Fotos. Einmal mit einem roten Kreuz durchgestrichen und einmal ohne das rote Kreuz.
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Der Stedorfer Deichverband macht auf Fotos deutlich, wie sich Radfahrer auf den Wegen verhalten sollten.

Radfahrer und Landwirte vertragen sich nicht immer gut, wenn es auf Feldwegen zu Begegnungen kommt. Wegen der Enge muss einer von beiden ausweichen. Die schweren Trecker mit ihren Anhängern können das nicht. Trotzdem machen Radfahrer häufig keinen Platz, reagieren eher ungehalten. Wird es nicht besser, kann es zur Sperrung von Wirtschaftswegen für den Radverkehr kommen.

Dörverden/Verden – Die Tour mit dem Fahrrad ist eine der wenigen sportlichen Aktivitäten, die während der Corona-Pandemie durchgängig möglich waren. Immer mehr Menschen stiegen aufs Fahrrad um, viele leisteten sich ein E-Bike oder hatten es schon.

Bevorzugt werden die Wege abseits der stark befahrenen Straßen, nicht selten sind es dann land- und forstwirtschaftlich genutzte Wege. Und da scheint sich ein Konflikt aufzubauen. Wer hat hier welche Rechte?

Landwirt Max Schnakenberg hat in diesem Zusammenhang so seine Erfahrungen gemacht. „Es ist unmöglich, wenn die Radfahrer keinen Platz machen und ich mit Trecker und Anhänger gezwungen werde, in den Seitenbereich auszuweichen.“

Seit der Fertigstellung des Brückenschlags in Verden hat sich Situation verschärft

Denn das kann gefährlich werden. Bei einem ähnlichen Ausweichmanöver, allerdings war hier ein Autofahrer beteiligt, ist ihm zum Glück nur der Anhänger umgekippt, der Trecker blieb stehen. Wäre der im Seitenbereich ebenfalls auf der Seite gelandet, hätte sich der Landwirt vermutlich Verletzungen zugezogen. Diese für den Autoverkehr nicht freigegebene Strecke ist wohl als Abkürzung zwischen Barnstedt und Stedorf auch bei Autofahren beliebt.

Durch den Brückenschlag, der von Verden nach Wahnebergen führt, hat sich die Situation verschärft.

Schnakenberg führt den zugenommenen Fahrradverkehr zwischen Verden und Dörverden auf den Brückenschlag zurück, der Radfahrer entlang der Eisenbahnbrücke von Verden über Aller und Wätern nach Wahnebergen bringt. Eine beliebte Strecke, führt sie doch durch eine besonders reizvolle Landschaft, auf der Radtouristen gerne auch einmal stehen bleiben, um Vögel zu beobachten.

Allerdings verursacht sie Stress bei Landwirten, die hier ihre Arbeit verrichten müssen. Schnakenberg: „Bei gutem Wetter und vor allem am Wochenende kann man da eigentlich nicht mehr durchfahren.“

„Von Akzeptanz ist da nichts zu spüren.“

Was ihn aber besonders ärgert, ist die Reaktion einiger Radfahrer. „Von Akzeptanz ist da nichts zu spüren.“ Die Fahrradfahrer würden oft nicht ausweichen, stattdessen schüttelten sie den Kopf, wenn man ihnen entgegenkäme, oder zeigten einem den Vogel. „Ich sage mal, die Hälfte aller Radfahrer reagiert unhöflich.“ Einer müsse ja nachgeben, sagt Schnakenberg, doch mit schwerem landwirtschaftlichen Gerät in den Seitenbereich auszuweichen, sei nicht ungefährlich. „Außerdem machen wir da mit unseren großen Reifen ja alles kaputt.“

Bei der Gemeinde Dörverden ist von diesen Vorfällen nichts bekannt. Allerdings kennen einige der Mitarbeiter ähnliche Situation bei verschiedenen Radtouren. Günter Ebenthal, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, bittet darum, Rücksicht zu nehmen. Angesichts der Dimensionierung landwirtschaftlicher Geräte könne es auf den Wirtschaftswegen schon mal eng werden. Ausweichen sollten diejenigen, denen es leichter fällt. „Da kann man doch für einen Moment mal die schöne Landschaft betrachten.“

Ähnlich sieht es Carsten Meyer, Vorsitzender des Westener Deichverbandes: „Die Radfahrer betrachten das als ihren Weg. Das ist er aber nicht.“ Den meisten sei nicht bekannt, dass es sich um Wirtschafts- und nicht um Radwege handelt. Verwirrend sei möglicherweise ein von der Gemeinde aufgestelltes Schild, das eine bestimmte Route ausweist. Dennoch habe der landwirtschaftliche Verkehr hier Vorrang und die Radfahrer müssten ausweichen. Der Konflikt zwischen Landwirten und Radtourlern sei ihm schon länger bekannt. Deshalb seien auch schon Schilder aufgestellt worden, um die Dinge klarzustellen. „Wenn das alles nichts nützt, müssen wir die Konsequenzen ziehen. Dann kann es sein, dass wir die Wege für den Durchgangsverkehr sperren.“ Das gelte dann auch für die Radfahrer. Nur so könne man verhindern, dass die Wege Schaden nehmen und mit viel Geld wieder repariert werden müssen.

Am Geestefelder Weg in Wahnebergen zeigen unter dem Hinweisschild, wer hier alles fahren darf, zwei Fotos, wie sich die Nutzer des Weges verhalten sollten und wie sie es nicht tun sollten. Aufgehängt hat sie der Stedorfer Deichverband.

Auch im benachbarten Heidekreis hat es Konflikte zwischen Radfahrern und anderen Verkehrteilnehmern gegeben. Im jüngsten Fall war es zu Handgreiflichkeiten gekommen, weil Fußgänger einem E-Bike-Fahrer nicht ausweichen wollten.

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