Mit Kopftuch und Gesundheitsschlappen

Die Stedorfer Theaterbühne spielt „Sluuderkraam in’t Treppenhuus“

+
Sie sieht alles und hört alles: Paraderolle für Inge Siems.

Stedorf - Wer in den kommenden Wochen eine von insgesamt elf Vorstellungen der Stedorfer Theaterbühne besucht, sollte unbedingt über trainierte Lachmuskeln verfügen. Auch ein Vorrat an Papiertaschentüchern ist empfehlenswert, um die Lachtränen abzuwischen.

Schließlich haben die Darsteller bereits bei der Generalprobe vor geladenen Gästen gezeigt, dass sie mit ihrer grandiosen Spielkunst selbst einem aus dem Ohnsorg-Theater so bekannten Komödienklassiker wie „Sluuderkraam in’t Treppenhuus“ den ganz eigen Stempel aufdrücken.

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Und wenn diese Nachbarin Meta Boldt heißt und eine Tratschtante ist, wie sie im Buche steht, ja dann wird es nichts mit dem Frieden im Treppenhaus. Alles beginnt mit einer Damenstrumpfhose, die der Wind auf den Balkon des spießigen, pensionierten Finanzbeamten Brummer (Harald Hoops) geweht hat.

Schmachtende Blicke: Franziska Schaller und Harm True als verliebtes Untermieterpärchen.

Aber wo kommt das verdächtige Teil her und vor allem von wem? Zum Glück ist sogleich die kittelbeschürzte Meta Boldt zur Stelle, die „Sluudertante“, die selbst noch die Flöhe husten hört. Sie tratscht und lauscht, nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau und spielt die Hausbewohner gegeneinander aus.

Woher kommt die laute Musik? Ganz sicher aus der Kammer, die die Witwe Knoop (Martina Brandt) entgegen der Hausordnung untervermietet hat. Und überhaupt, wer putzt die Treppe? Wer bekommt wann von wem Besuch? Alles Dinge, um die sich die Boldt‘sche ebenso ungefragt wie intensivst kümmert.

Und was macht der „Kriminalbeamte“ (Frank Kurtz) überhaupt im Haus? Ist es tatsächlich möglich, dass Meta Boldt einmal etwas nicht mitbekommen hat? Als die hübsche Untermieterin (Franziska Schaller) dann auch noch sämtlichen männlichen Wesen im Haus gehörig den Kopf verdreht und berechnend die Einladungen zum Ball des Kaninchenzüchtervereins „Weiße Pfote“ manipuliert, ist das Chaos perfekt.

Inge Siems, als die Heidi Kabel der Stedorfer Theaterbühne, hat mit Kittelschütze, Kopftuch und Gesundheitsschlappen in der Figur der Meta Boldt wieder einmal ihre Paraderolle gefunden. Sie hat ihre Ohren überall zwischen Dörverden und Verden und damit rollenbedingt auch die meisten Lacher auf ihrer Seite. Die dominiert sie mit großer Spielfreude und komödiantischem Talent. 

Wenn die Stedorfer Theaterbühne spielt, dann gibt es – wie hier im Bild zu sehen – garantiert viel zu lachen.

Großartig auch ihre Kollegen, die sich gut eingespielt präsentieren und ebenfalls mit amüsanten, teils auch zweideutigen Wortspielereien, die Lachmuskeln der Zuschauer arg strapazieren. Will man weitere Darsteller herausheben, ist da zunächst Martina Brandt zu nennen, die als warmherzige, aber durchaus auch wehrhafte Witwe Knoop die perfekte Gegenspielerin zu Boldt gibt. Ihre ebenso sensible wie forsche Art, diesen Charakter zu verkörpern, begeistert. 

Auch Harald Hoops in der Rolle des Mieters Brummer kann erneut alle Register seines schauspielerischen Könnens ziehen. Und das tut er – ausgestattet mit einem mächtigen Bauch – sichtlich vergnügt, und bei seiner glänzenden Darstellung eines Betrunkenen, müssen selbst Kollegen auf der Bühne herzhaft lachen.

Weiter überzeugen Neuzugang Frank Kurtz als vermeintlicher Kriminaler, Franziska Schaller und Harm True als verliebtes Untermieterpärchen und Harm-Dierk Otte als von Testosteron gebeutelter Hauswirt und Schlachtermeister, der insbesondere in den Szenen, in denen er die hübsche junge Untermieterin umgarnt, für viele Lacher sorgt.

Generalprobe für „Sluuderkraam in't Treppenhuus“

 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christe l Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann
 © Christel Niemann

Fazit: Besser geht's nicht. Mit „Sluuderkraam in’t Treppenhuus“ hat sich die Stedorfer Theaterbühne diesmal selbst übertroffen. Unbedingt hingehen. Weitere Infos unter www.stedorfer-theaterbuehne.de. Karten im Vorverkauf unter Telefon 04234/94060 (K.H. Otersen).

nie

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Maas besucht Auschwitz: "Unsere Verantwortung endet nie"

Maas besucht Auschwitz: "Unsere Verantwortung endet nie"

„Tag der offenen Tür“ im Industriegebiet Nord 

„Tag der offenen Tür“ im Industriegebiet Nord 

Freudentränen und Geschenke: Koreaner feiern Wiedersehen

Freudentränen und Geschenke: Koreaner feiern Wiedersehen

Reload 2018 - der Aufbau des Festivals läuft

Reload 2018 - der Aufbau des Festivals läuft

Meistgelesene Artikel

Riede knapp vor Oyten und Achim auf dem Kreisfeuerwehrtag

Riede knapp vor Oyten und Achim auf dem Kreisfeuerwehrtag

„Neues Konzept geht auf“

„Neues Konzept geht auf“

24. Oldtimer- und Classic-Rallye des Automobilclubs Verden am Sonnabend führt durch zwei Landkreise

24. Oldtimer- und Classic-Rallye des Automobilclubs Verden am Sonnabend führt durch zwei Landkreise

18. Fest und viele Fährgäste

18. Fest und viele Fährgäste

Kommentare