„Gutes Klima in Dörverden“

Klimawandel: Der Wald leidet

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Führten durch die Veranstaltung: Karin Walther und Tobias Drechsel.

Freitag, der 20. September, wurde von „Fridays for Future“ weltweit als „globaler Streiktag“ ausgerufen. Der Arbeitskreis Klimaversammlung und der Verein Forum Zukunft hatten an dieses Datum angeknüpft und auf das Kulturgut Ehmken Hoff zum Thema „Gutes Klima in Dörverden“ eingeladen. Die Resonanz war groß: „Klima, das geht alle an“, so der Tenor.

Dörverden – Der Klimawandel beschäftigt mittlerweile alle Generationen. Der Verein Forum Zukunft und der Arbeitskreis Klimawandel hatten offensichtlich das richtige Gespür und sehr zur Freude der Veranstalter waren im Kulturgut alle Plätze besetzt. Karin Walther und Tobias Drechsel moderierten das Treffen. Über 100 Menschen aus der Gemeinde, aus umliegenden Ortschaften und aus Verden hatten sich aufgemacht, um sich zu informieren und ausgiebig zu diskutieren.

Gleich zu Beginn machten die Moderatoren deutlich, worum es bei der Anpassung an die Folgen der Klimaveränderung geht. Sie nahmen Bezug auf die Klimakonferenz und skizzierten die Folgen des Wandels anhand von Grafiken. „Es ist wenige Sekunden vor 12 Uhr“, beschrieben sie die Dramatik. Einschneidende Maßnahmen seien notwendig, um unumkehrbare Veränderungen mit verheerenden Folgen zu vermeiden. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, prognostizieren Wissenschaftler eine Temperaturerhöhung um fünf bis sechs Grad bis zum Jahr 2100“, hieß es.

Vergleiche von Klimaskizzen aus den 1990er-Jahren mit den Werten aus der Mitte dieses Jahrzehnts machten deutlich, wohin die Reise geht. „Selbst bei einem sofortigen Stopp der Emissionen, werden die gespeicherte Wärme in den Meeren und das CO2 dafür sorgen, dass die Durchschnittstemperatur trotzdem steigen wird“, erklärten die Moderatoren.

„Es besteht berechtigter Grund zu großer Sorge.“ - Revierförster Michael Müller

Nach dem Klimabericht kamen Revierförster Michael Müller, Landwirtin Marlene Kerntke, Imker Wolfgang Meinke sowie Salomé Kleinheiz und Jakob Geweke von „Fridays for Future Verden“ zu Wort. Sie schilderten aus ihrer Sicht die teils dramatischen Auswirkungen des bereits spürbaren Wandels. Dabei habe es den Anschein, als wenn sich die globale Erwärmung regional nirgends so deutlich wie im Wald zeige. „Es besteht berechtigter Grund zu großer Sorge“, bestätigte Revierförster Müller „und zwar quer durch sämtliche Baumarten.“ Die Natur habe sich binnen weniger Jahre entscheidend verändert. „Wir stehen vor sehr großen Herausforderungen. Was der zweite trockene Sommer in den Wäldern angerichtet hat, wird ja erst im kommenden Jahr sichtbar“, sagte er.

Der Trinkwasserverband Verden hatte die Teilnahme an der Klima-Versammlung zum Bedauern der Veranstalter wegen einer Sitzung kurzfristig abgesagt. Zwar gab Corbinian Schofinus vom Forum Zukunft Einblicke in die Wasserproblematik, doch obwohl er sich umfassend informiert und auch Grafiken zusammengetragen hatte, blieben wesentliche Fragen unbeantwortet; es hätte mehr Fachwissen gebraucht.

Freitag zur Klima-Demo nach Verden

Nach den Statements der Referenten wurde in Kleingruppen diskutiert und die Ergebnisse am Ende der Veranstaltung zusammengetragen. Als Fazit mitzunehmen sei zunächst die Erkenntnis, dass Klimaschutz bei jedem einzelnen beginnen müsse, sei es mit der Reduzierung des Fleischkonsums, durch gezielte Aktionen zur Förderung von regionalen Produkten, den Verzicht aufs Fliegen oder auf so manche – weil überflüssige – Autofahrt.

„Wenn alle mitmachen, können wir auf einen guten Weg kommen“, so Charlotte Niekamp vom Arbeitskreis. „Jeder muss sich einbringen. Es gibt bereits viele Ideen und Lösungsvorschläge, aber man muss auch die geeigneten Strukturen schaffen, damit man sie umsetzen kann und für jedermann nutzbar sind.“ Nach ihrer Einschätzung und der ihrer Mitstreiter habe die Gemeinde Dörverden aber hinlänglich Potenziale, ein zukunftsweisendes Konzept auf den Weg zu bringen.

Niekamp wies darauf hin, dass der Arbeitskreis weitere Veranstaltungen zum Thema Klima plane. Außerdem forderte sie Interessierte zur aktiven Mitarbeit auf und wies auf die Teilnahme von Dörverdener Klimaaktivisten am „Tag des globalen Klimastreiks“ am Freitag in Verden hin. „Wir starten um 9 Uhr am Dörverdener Rathaus und radeln anschließend gemeinsam zur Demo nach Verden. Auch Fahrgemeinschaften sind möglich.

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