Straftatbestand der Sachbeschädigung

Anwohner lassen Bäume auf öffentlichen Flächen zurückschneiden: Bürgermeister warnt vor Strafe

Die von Anwohnern gepflanzten Linden.
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Die von Anwohnern gepflanzten Linden.

Dörverden – Baumschnitt ist nichts für Laien, sondern verlangt einiges an Erfahrung und Feingefühl. Kenntnisse, über die das Team vom Baubetriebshof der Gemeinde Dörverden verfügt, das zurzeit (wir berichteten) im Ergebnis der jährlichen Baumkontrolle gemeindeweit entsprechend der Entwicklungsphase der Bäume unter anderem Erziehungsschnitte oder Kronenschnittmaßnahmen vornimmt.

Doch es gibt auch Kritik an der Ausführung. So beschreibt Heinrich Heimsoth den Zustand der Linden in der Reitbahn als „vollkommen zerrupft“. „Hier sieht es aus wie im Wilden Westen. Dieser Baumschnitt ist ein Schildbürgerstreich“, klagt der alte Herr. 1945 hätten er und weitere Nachbarn die Bäume gepflanzt und sie danach jahrzehntelang in Eigenregie gepflegt, was inzwischen aus Altersgründen nicht mehr möglich sei. Der Dörverdener fühlt sich von der Gemeinde im Stich gelassen, da sich diese nicht ausreichend um die Linden kümmere. „Die Kronen der Linden wurden nur zur Straßenseite hin beschnitten, doch was ist mit dem Rest?“, fragt er. Heimsoth erzählt, dass ein Nachbar ebenso unzufrieden sei wie er selbst. Sie hätten deshalb auf eigene Kosten einen ortsansässigen Fachbetrieb beauftragt, den Baumschnitt zu vollenden.

Nachgefragt im Rathaus der Gemeinde, unterstrich Bürgermeister Alexander von Seggern, dass es generell verboten sei, Bäume und Sträucher auf öffentlichen Flächen ohne vorherige Absprache mit der Gemeinde zurückschneiden. Das sei nicht erlaubt. Letztendlich handele es sich hierbei sogar um den Straftatbestand der Sachbeschädigung, bei dem die Kommune im Einzelfall sogar Strafanzeige stellen könne. Der Bürgermeister sagte, dass im vorliegenden Fall die Betriebshofmitarbeiter lediglich das Lichtraumprofil freigeschnitten hätten und dass der Pflegerückschnitt der Köpfe der Linden nicht jedes Jahr erfolge. „Pflegerückschnitte erfolgen weiterhin nur, wenn sie erforderlich sind“, so von Seggern.

Detailaufnahme einer der Baumkronen.

Den mit der Durchführung der Maßnahme unzufriedenen Anwohnern empfiehlt der Bürgermeister, nicht in „Wildwestmanier“ Dritte damit zu beauftragen, gemeindliche Bäume ohne Genehmigung der Gemeinde zurückzuschneiden, weil die Bäume subjektiv nicht dem gewünschten Erscheinungsbild entsprächen.

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