„Dieses Angebot ist zugänglicher“

Erster mobiler Impftermin in Dörverden: Aufklärung statt Schauermärchen

Skepsis? Ängste? Unsicherheiten? Ein ausführliches Gespräch mit einem erfahrenen Arzt kann wichtige Überzeugungsarbeit leisten.
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Skepsis? Ängste? Unsicherheiten? Ein ausführliches Gespräch mit einem erfahrenen Arzt kann wichtige Überzeugungsarbeit leisten.

Dörverden – Um möglichst viele Menschen für Corona-Schutzimpfungen zu gewinnen, setzt die Kreisbehörde bereits seit geraumer Zeit auch auf mobile Impfteams. In Dörverden gab es dieses Angebot erstmals am Donnerstagnachmittag, wo im örtlichen Kultursaal Erwachsene wahlweise mit den Vakzinen von Biontech oder Johnson & Johnson und Kinder ab zwölf Jahren mit Biontech geimpft wurden. Die bei Biontech erforderliche Zweitimpfung wird in vier bis sechs Wochen im Impfzentrum Verden erfolgen.

Ängste und Hürden abbauen, das gelinge am besten, wenn man direkt zu den Menschen kommt, findet Dr. Lothar Goldblüth, der vor Ort das ärztliche Informationsgespräch mit den Impfwilligen führte. Und genau das tut das Impfteam der Kreisbehörde bereits seit einigen Wochen regelmäßig und steuert zentrale Punkte in den Gemeinden im Landkreis an. Termine müssen dabei im Vorfeld keine ausgemacht werden, jeder kann spontan vorbeikommen, um sich piksen zu lassen.

„Dieses Angebot ist zugänglicher für Impflinge“, findet Goldblüth und der Blick auf die kleine Schlange Wartender, die sich bereits eine halbe Stunde vor Impfstart gebildet hat, gibt ihm recht. Rund 20 Personen stehen an und warten darauf, dass es endlich los geht. „Das war in der letzten Zeit oft so“, sagt der Arzt. Obwohl längst auch im Zentrum in Verden spontane Impfungen möglich sind, wären Angebote wie das heutige scheinbar attraktiver.

Goldblüth sagt, dass er selbst nicht müde werde, an die Menschen zu appellieren, sich impfen zu lassen. ,,Es gibt in dieser Pandemie keine Alternative“, unterstreicht er und dass ihn die Argumente der Impfgegner immer wieder aufs Neue entsetzten. „Schauermärchen sind das, Latrinenparolen.“ Doch sie zu ignorieren sei auch nicht der richtige Weg. „Wir müssen uns mit diesen Menschen und ihren Meinungen auseinandersetzen, versuchen, sie durch Argumente zu überzeugen und sie dann dort abholen, wo sie stehen.“ Angesichts einer Impfquote von erst 60 Prozent sei dieser Handlungsweg alternativlos, meint der Mediziner und dass er froh über jede Impfung sei.

Impfteam in Dörverden unterwegs: 52 Impfungen, ein sehr gutes Ergebnis

Als kurz darauf die Impfungen starten, ist Stefanie Ratje eine der Ersten, die in der mobilen Impfkabine einen Piks bekommt. „Hat überhaupt nicht wehgetan“, räumt sie ein, verhehlt aber auch nicht, dass sie und ihr Lebensgefährte Christian Rahlmann lange mit der Entscheidung gehadert hätten. ,,Wir haben soviel Verunsicherndes über Impfreaktionen gehört, uns letztlich dann aber doch dafür entschieden, weil wir auch eine Sorgfaltspflicht gegenüber anderen Menschen haben“, sagt sie. Für das Paar aus Dörverden kam allerdings nur eine Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson in Betracht. „Davon haben wir bislang noch nichts Nachteiliges gehört. Etwas anderes hätten wir nicht genommen.“

Auch Julien Zabel aus Hülsen hat sich erst nach längerem Zögern für eine Impfung entschieden. Der 18-Jährige findet, dass die Vakzine zu schnell entwickelt wurden. Er traut ihnen daher nicht so recht; befürchtet Langzeitfolgen. „Im Grunde haben mich meine Eltern dazu überredet und außerdem kosten die Schnelltests jetzt mein Geld“, meint er, findet aber anderseits auch, dass es keinen anderen Weg gibt. Deshalb habe er auch vor wenigen Minuten einen Kumpel überzeugt, es ihm gleichzutun. „Der ist jetzt heimgefahren und holt seinen Ausweis.“

Hat gar nicht wehgetan: Stefanie Ratje hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Das Aufklärungsmerkblatt zur Impfung haben sich auch Milla Berg und ihre sie begleitende Mutter noch einmal gründlich durchgelesen. Die 13-Jährige hat selbst entschieden, dass sie sich impfen lassen will. Die Gründe: ,,Man kann sich als geimpfte Person in der Öffentlichkeit freier bewegen und Angebote wahrnehmen.“ Auch, dass die Eltern und ihre Schwester geimpft wären, seien wichtige Aspekte.

Am Ende konnte das Team 52 Impfungen verzeichnen. „Das ist sehr, sehr gut. Ich bin hochzufrieden“, resümierte Dr. Goldblüth, der auch ausdrücklich die perfekte Durchführung des lokalen Impftermins lobte. „Alles war rundum toll und optimal organisiert.“

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