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Dörverdener Imkerinnen gründen Bienenkollektiv

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Von: Christel Niemann

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Drei Menschen in Schutzkleidung stehen vor Bienenstöcken.
Hotzenplotz, Zora, Sursulapitschi, Polly, Pippilotta oder Pauline. Im Bienenkollektiv Apislazuli hat jedes Volk einen eigenen Namen. © Niemann, Christel

Bienensterben und der allgemeine Trend zur Natur sind Ursachen dafür, dass sich immer mehr Menschen der Imkerei zuwenden. „ie Arbeit mit Bienen sollte allerdings nicht unterschätzt werden, da sie viel Aufmerksamkeit und Pflege erfordert2, sagen Agnes Graf und Jutta Sundermann. Sie gehen gemeinsam dem naturnahen Hobby nach und haben in Stedorf das Bienenkollektiv „Apislazuli“ gegründet. Das leiteten die Imkerinnen von dem Namen des Halbedelsteins „Lapislazuli“, blauer Stein, ab. Wer den ersten Buchstaben streicht, erhält das Wort blaue Biene.

Dörverden –Im großen Naturgarten der Hofgemeinschaft „Alte Reihe“ in Stedorf ist geschäftiges Summen und Brummen von Bienen zu hören. „Bei uns haben zurzeit 15 Bienenvölker ihr Zuhause“, erzählen die Frauen, die sich seit fast fünf Jahren mit Begeisterung der Imkerei widmen. Diese habe sich gewandelt, sei längst kein Hobby mehr „nur für alte Männer“, sondern spreche zunehmend auch jüngere Semester an, die sich aus Naturverbundenheit für die Imkerei begeisterten.

Graf und Sundermann sind über eine ehemalige Mitbewohnerin zu diesem Hobby gekommen. „Als sie auszog, hat sie natürlich auch ihre Bienen mitgenommen. Weil wir schon immer Interesse daran hatten, lag das Anschaffen von eigenen Bienenvölkern nah“, erzählen sie.

Einem erfahrenen Imker über die Schulter geschaut

Vor dem Start haben sich die angehenden Nachwuchsimkerinnen aber erst einmal schlau gemacht, haben einen Volkshochschulkurs belegt und erfahrenen Imkern im Verein Ehmken Hoff bei ihrer Arbeit mit den Bienen über die Schulter geschaut. „Insbesondere Wolfgang Meinke haben wir vermutlich Löcher in den Bauch gefragt, da es in der Imkerei so vieles zu beachten gibt“, erzählen die Imkerinnen. Weiteres Wissen haben sich Graf und Sundermann über Fachliteratur angeeignet. Ein in der Nachbarschaft lebender Alt-Imker hat außerdem mit seinem umfangreichen Fachwissen und mit Tipps zur Bienengesundheit beim Einstieg geholfen.

Mit sieben Bienenvölkern – ursprünglich waren nur drei geplant – sind Sundermann und Graf dann im Spätsommer 2017 aktiv in die Imkerei gestartet. Inzwischen sind daraus 15 Völker geworden. Wenn die beiden Frauen von ihren Bienen sprechen, dann hört man die Faszination für diese Lebewesen deutlich heraus. Oft sitzen Graf und Sundermann in der Nähe der Stöcke, schauen dem geschäftigen Treiben zu, glücklich darüber, dass die Völker so gesund sind. Die Frauen sind zutiefst davon begeistert, was Bienen für und in der Natur leisten.

Besonders beeindruckt sind Graf und Sundermann von dem Sozialverhalten in einem Bienenvolk. „Jedes Tier weiß, was zu tun ist, vom Pflegen und Füttern der Königin über die Bienenstockreinigung bis zum Sammeln von Nektar.“ Die Königin selbst könne nicht ohne ihr Volk und das Volk nicht ohne Königin und das sei sehr spannend zu beobachten.

Keine Angst vor Stichen

Dass Bienen stechen können, spielt für die Imkerinnen keine Rolle. „Unsere Bienen sind sehr friedlich, doch Stiche kommen natürlich vor“, erzählt das Duo. Beim der Arbeit mit den Bienen sind Handschuhe und Schutzanzug Pflicht, um gegen Stiche gewappnet zu sein. Der Körperschutz müsse sein, aber Rauch, um die Tiere ruhig zu stellen, sei nicht notwendig.

Ernte nach der Rapsblüte

Mit dem Hobby haben Graf und Sundermann inzwischen noch weitere Bewohner der Hofgemeinschaft infiziert. Beispielsweise den zwölfjährigen Milou, der großes Interesse an der Imkerei zeigt und der nach Aussage von Graf und Sundermann bei den Bienen „die Ruhe weg“ hat. Oder der fünfjährige Liam und der sechsjährige Jonte, die bei der Honigernte schon tatkräftig zur Hand gehen. Vermarktet wird der Honig über einen Bauernhofladen in Stedorf und auch über Mundpropaganda ab Hof verkauft. Wie die Ernte in diesem Jahr aussehen wird, ist noch ungewiss, die Imkerinnen werden die erste von zwei Honigernten nach Ende der Rapsblüte schleudern.

Die beiden Frauen können sich ihren Alltag ohne eigene Bienenvölker nicht vorstellen, zumal das Beschäftigen mit der Biene einen noch mit ganz anderen Tatsachen konfrontiert. So habe kürzlich ein Supermarkt einmal alle Produkte aus den Regalen entfernt, die es ohne Bienen nicht gäbe. Das Resultat war erschreckend; über die Hälfte der Regale blieb leer.

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