Gespräch mit Gastronom Jörg Rosenbrock / Traditioneller Gänsebraten nur außer Haus

„Ich möchte arbeiten“

Eine Diensthoper Tradition ist das Gänsebratenessen im Waidmannsheil. Die Tiere werden von der Familie Rosenbrock vom Gössel bis zu Schlachtreife gefüttert.
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Eine Diensthoper Tradition ist das Gänsebratenessen im Waidmannsheil. Die Tiere werden von der Familie Rosenbrock vom Gössel bis zu Schlachtreife gefüttert.

Diensthop – Die Monate November und Dezember sind für Gastronom Jörg Rosenbrock eigentlich solche, in denen er viel zu tun hat im Gasthaus Waidmannsheil in Diensthop. Bei den Gästen ist dann vor allem das Gänseessen sehr beliebt, mit dem Rosenbrock jährlich Anfang November startet. Doch dieses Jahr bremst der zweite Lockdown die kulinarische Tradition aus und Rosenbrock darf die Gänsespezialitäten bis auf Weiteres nur im Außer-Haus-Verkauf vermarkten.

Das Gasthaus Waidmannsheil ist ein ländliches Idyll. Dazu trägt seit Jahrzehnten auch die Armada von Gänsen bei, die jährlich im Frühling als Gössel (Gänseküken) in den unmittelbar am Gasthaus gelegenen Gänsepferch einziehen, um von der Familie Rosenbrock bis zur Schlachtreife aufgezogen zu werden. Groß sei der Kreis an Stammgästen, zu denen auch viele Auswärtige zählten, die die Qualität des Geflügels zu schätzen wüssten, erzählt Rosenbrock, der, so sagt er, mit dieser neuerlichen Schließungsverpflichtung nicht gerechnet hat. „Die Leute haben zwar dauernd davon geredet, aber das tun sie ja eigentlich immer. Ich war überzeugt, mit dem bestehenden Hygienekonzept gut über den Herbst und den Winter zu kommen.“ Das Konzept und sämtliche entsprechende Maßnahmen hätten sich schließlich bewährt. „Wir haben mehr als ausreichend Platz im Lokal, um die Abstandsregeln einzuhalten und haben zusätzlich im Außenbereich diverse Maßnahmen durchgeführt, sodass auch dort zwei Tische jetzt ganzjährig zu nutzen sind.“ Und er habe so einige Gäste, die durchaus wetterfest seien. Beispielsweise die Gruppe Jagdhornbläser, die regelmäßig donnerstags ins Gasthaus käme. Und ohnehin, in Skigebieten sei es doch auch Usus, dass selbst bei Frosttemperaturen im Freien serviert und gespeist werde.

Doch Rosenbrock möchte weder hadern noch seinen Kopf in den Sand stecken. „Ich will die Entscheidung der Politik nicht diskutieren, sondern werde unter den gegebenen Möglichkeiten weitermachen, auch wenn sich das Außer-Haus-Geschäft nicht wirklich lohnt.“

Und die Gänse? „Die wurden Mitte Oktober in einer speziellen Gänseschlachterei geschlachtet, dann sofort tiefgefroren und werden erst zum Saisonstart am 11. November weiterverarbeitet.“ Rosenbrock hofft, dass der Shutdown im Monat Dezember wieder ausgesetzt wird, damit er die Gäste wieder persönlich im Lokal bedienen darf. Die Aussicht, dass die vom Staat angekündigten Beihilfen den finanziellen Ausfall mindern können, tröstet ihn nämlich nicht. „Ich möchte lieber arbeiten, als alternativ Beihilfen zu bekommen“, sagt er.

Bis dahin lautet die Devise „Take away“ und zwar von Mittwoch bis Freitag von 15 bis 21 Uhr und Sonnabend und Sonntag durchgehend von 10 bis 21 Uhr. Die Öffnungszeiten und die aktuellen Mitnahme-Gerichte sind unter www.gasthaus-waidmannsheil.de auf die Homepage gestellt und werden nach Bedarf aktualisiert. Bestellungen ausschließlich telefonisch unter 04254/8303. Die Bestellungen können ganztägig durchgegeben werden, unabhängig von den Abholzeiten. Rosenbrock bittet darum, bei Abholung der Speisen einen Einkaufskorb oder Ähnliches mitzubringen, gerne auch eigenes Geschirr.  nie

Inhaber Jörg Rosenbrock in der Küche seines Gasthauses Waidmannsheil.

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