Einstiegsqualifizierung als Lagerist: Afghane freut sich über Chance bei Norka

„Ich komme gerne zur Arbeit“

Abdullah Ghamkhor hat Spaß an seiner Arbeit. Das freut auch den Werksleiter Boris Allerheiligen (l.) und den Ausbildungsbeauftragten Michael Paul (r.). - Foto: Norka

Hülsen - „Die Arbeit ist toll“, sagt Abdullah Ghamkhor. Der 23-jährige Afghane ist seit Kurzem in der Hülsener Firma Norka im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung beschäftigt. Dort macht er ein sechsmonatiges Praktikum als Fachlagerist. Der Geflüchtete ist glücklich über die Chance: „Die Kollegen sind alle sehr nett zu mir. Ich habe immer viel Spaß mit ihnen. Ich komme gerne zur Arbeit.“

Vor fast drei Jahren flüchtete Abdullah Ghamkhor nach Deutschland. Im Alleingang machte er sich auf einen drei Monate dauernden Fußmarsch von Afghanistan nach Österreich. Von dort ging es dann weiter mit dem Zug nach Norddeutschland, berichtet er.

Seit seiner Anreise besuchte er zwar mehrere Deutschkurse, konnte sich aber seinen Traum von einem Job oder gar einer Ausbildungsstelle bisher nicht erfüllen. Nun bekommt Abdullah seine Chance – bei Norka. „Es ist kein Einzelfall, dass junge und motivierte Flüchtlinge in Deutschland keinen Ausbildungsplatz finden. Grund dafür ist meistens die vorhandene Sprachbarriere“, heißt es in einer Pressemitteilung von Abdullahs neuem Arbeitgeber. Demnach stünden aktuell im Landkreis Verden 2095 Flüchtlinge im Leistungsbezug. „Nicht einmal die Hälfte ist bisher Teil von arbeitsbeschaffenden Maßnahmen, die ihnen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern.“

Im Zuge der Einstiegsqualifizierung werden Abdullah Ghamkhor bei dem Leuchtenhersteller aus Hülsen die Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit vermittelt. Endlich in einem Arbeitsverhältnis stehend, kann der junge Mann sich persönlich weiterentwickeln und seine Deutschkenntnisse noch weiter verbessern. Er erhält zudem eine monatliche Vergütung für seine Arbeit.

Im dualen System, das heißt zwei Tage pro Woche Schule und drei Tage Arbeit im Betrieb, legt Abdullah Ghamkhor den Grundstein für eine Ausbildung. Die Zeit während der Einstiegsqualifizierung kann ihm später für diese angerechnet werden.

„Wir sehen uns in der sozialen Verantwortung, einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen zu leisten. Gerade in unserer sich teils sträubenden Gesellschaft ist dieser Schritt enorm wichtig. Als Unternehmen sehen wir uns verpflichtet, Leuten wie Abdullah eine Chance zu geben. Dementsprechend sind wir auch gerne dazu bereit, an dieser Stelle zu investieren“, erklärt der Norka-Werksleiter Boris Allerheiligen.

Erfahrungen als Lagerist oder eine Ausbildung brachte Abdullah Ghamkhor aus seiner Heimat nicht mit, berichtet der junge Mann auf Nachfrage. Allerdings habe er bereits in vielen, ganz unterschiedlichen Bereichen gearbeitet. „Auf einer Baustelle, als Busfahrer, Lkw-Fahrer, Maurer, Maler… Immer nur, bis man fertig war. Dann hab ich Geld bekommen und mir neue Arbeit gesucht. So ist das in Afghanistan.“

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