Großübung beim THW in Barme

„Gefahr ist leider real“: Hunde spüren Schweinepest-Opfer auf

Ein totes Wildschwein liegt vor einem Hund. Der Mann, der ihn offenbar an der Leine führt, deutet auf das Tier.
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Mit einem Kadaversuchhund wird bei einer Praxisübung zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) das Aufspüren von Wildschweinen trainiert.

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) sollen in Niedersachsen Suchhunde eine tragende Rolle erhalten.

Dörverden – Den Ernstfall eines Schweinepest-Ausbruchs und den Einsatz der trainierten Vierbeiner probte das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) am Mittwoch auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) in Barme. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast wertete den Großversuch einer Pressemitteilung zufolge als Erfolg.

Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast: „Gefahr ist leider real“

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Ausbrüche in Brandenburg ist die Gefahr leider real“, so die Ministerin. Für Niedersachsen hätte ein ASP-Ausbruch eine enorme wirtschaftliche Dimension. Bundesweit werden 24,6 Millionen Schweine gehalten, davon allein in Niedersachsen 9,4 Millionen. Es sei wichtig, erkrankte oder tote Tiere frühzeitig zu finden, damit sich ein Infektionsgeschehen nicht ausbreite, informierte das Laves am Rande der Übung. Für den Menschen sei die Afrikanische Schweinepest ungefährlich.

24 Hunde werden nach Angaben des Hundetrainers Thorsten Hirschfeld derzeit für einen potenziellen Seuchenausbruch ausgebildet. Die Suchhunde seien in der Lage, die Kadaver aus bis zu 100 Metern Entfernung zu wittern. Finden sie ein totes Wildschwein, werde es auf ASP getestet. Die Ausbildung der Kadaversuchhunde wurde ebenso vom Landwirtschaftsministerium finanziert wie eine neue Wildtier-Koordinaten-Erfassungs-App (WilKEA). Damit sollen nicht nur die Koordinaten des Fundorts verwertet werden, sondern auch die Probendaten des toten Tieres.

Bergeteams mit App sammeln Kadaver ein

Bei einem eventuellen Ausbruch der Tierseuche sollen Bergeteams, die von betroffenen kommunalen Veterinärbehörden eingesetzt werden, WilKEA verpflichtend anwenden. Die erhobenen Daten werden in eine Datenbank hochgeladen, auf die das jeweilig zuständige Veterinäramt und die Untersuchungslabore des Lavbes Zugriff haben.

Die Großübung in Barme bewertete Niedersachsens Agarministerin Barbara Otte-Kinast (l.) als Erfolg. Nebenbei ließ sie sich von Claudia Berger und Eberhard Haunhorst die Funktion der WilKEA erklären.

Auf dem Barmer THW-Gelände war für die Großübung das Mobile Bekämpfungszentrum (MBZ) stationiert. Das Logistikzentrum für die Durchführung und Koordinierung von Bekämpfungsmaßnahmen für hoch ansteckende Tierseuchen ist ein transportabler Komplex von Büro-, Kommunikations- und Hygieneeinheiten in Containerbauweise. Es ist eine Gemeinschaftseinrichtung aller Bundesländer und kann dicht an den zentralen Einsatzort transportiert werden.

Wirksame Eindämmung der hoch ansteckenden Tierseuche

Bei der Großübung in Barme hatten die Suchhunde die Aufgabe, bei der Bergung toter Wildschweine aus dem Wald, im Gelände und aus der Weser zu unterstützen. Durch die realitätsnahe Simulation wurden Abläufe zur wirksamen Eindämmung der hoch ansteckenden Tierseuche trainiert.

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Die Landwirtschaftsministerin zeigte sich beeindruckt von der professionellen Durchführung der einzelnen Maßnahmen, die zur wirksamen Eindämmung der hoch ansteckenden Tierseuche beitragen sollen. „Ich danke allen, die sich zur Mitwirkung bei der Bekämpfung der Tierseuche bereit erklärt haben. Was ich heute hier beobachten durfte, ist eine großartige Teamleistung der Beteiligten. Leider gibt es keinen hundertprozentigen Schutz. Deshalb ist es gut, dass wir vorbereitet sind, um im Ernstfall die Weiterverbreitung der ASP zu verhindern“, lobte die Ministerin.

Übungstermine mehr als 160 Teilnehmer

Aus ganz Niedersachsen haben sich für vier Übungstermine mehr als 160 Teilnehmer angemeldet. Neben Vertretern der niedersächsischen Veterinärbehörden nehmen vor allem Personen aus Institutionen teil, die bei Ausbruch der ASP diese Behörden maßgeblich bei der Tierseuchenbekämpfung unterstützen werden, wie Landesjägerschaft Niedersachsen, Technisches Hilfswerk, Bundeswehr, Feuerwehr, Niedersächsische Landesforsten, Maschinenringe und Landvolk.

Bei einem Seuchenverdacht nehmen amtliche Tierärzte von den gefundenen Tieren Blutproben, die dann in den Lebensmittel- und Veterinärinstituten Braunschweig/Hannover und Oldenburg des Laves untersucht werden. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Laves-Laboren leisten bei den Probeuntersuchungen hochprofessionelle Arbeit und können im Ernstfall schnell und zielgerichtet agieren“, so Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des Laves. Täglich könnten mehr als 2 500 Proben untersucht werden. Ist eine Probe positiv, wird diese zur weiteren Bestätigung an das nationale Referenzlabor (NRL) des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) weitergegeben. Sofern die Probe auch im FLI positiv bestätigt wird, gilt der Ausbruch als amtlich festgestellt.

4500 Wildschweinproben in diesem Jahr negativ

Im vergangenen Jahr wurden in den Laves-Instituten Braunschweig/Hannover und Oldenburg 13 .200 Wildschweinproben und 5500 Proben von Hausschweinen auf ASP untersucht: In diesem Jahr sind es bisher bereits 4500 Proben von Wildschweinen. Alle Untersuchungen wurden mit negativem Ergebnis abgeschlossen.

Aber nicht nur die Institute des Laves sind für den Krisenfall vorbereitet, ebenso das Task-Force-Veterinärwesen mit ihrer ASP-Koordinierungsstelle. Im Tierseuchenfall leistet das Laves auch Unterstützung vor Ort im Landkreis. „Unsere Mitarbeiter stehen den örtlichen Krisenzentren für alle Fragen rund um die Bekämpfung der Tierseuche zur Verfügung“, betonte Haunhorst.  

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