Klavier-Duo erzielt 1. Bundespreis

„Jugend musiziert“: Erfolg für Alina Kober und Elina Schumacher

Alina Kober (stehend)  und Elina Schumacher am Klavier.
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Die beiden jungen Musikerinnen Alina (stehend) aus Wahnebergen und Elina aus Rotenburg.

Wahnebergen/Rotenburg – Riesenfreude bei den Pianistinnen Alina Kober aus Wahnebergen und Elina Schumacher aus Rotenburg. Das monatelange Üben hat sich gelohnt. Nach ihrem hervorragenden Abschneiden beim gemeinsam ausgelobten Regional- und Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ haben sich die kongenialen musikalischen Partnerinnen auch beim ersten online durchgeführten 58. Bundeswettbewerb durchgesetzt: In ihrer Wertungsklasse erhielten sie 24 von 25 zu erreichenden Punkten und damit den 1. Bundespreis.

Höchstpunktzahl in ihrer Klasse

Mit ihrem Programm mit Werken von Bernardo Pasquini, Francis Poulenc und Manuel Infante erhielten Alina Kober und Elina Schumacher in der Altersgruppe V in der Kategorie „Klavier Duo/2 Klaviere“ die Höchstpunktzahl der Jury in ihrer Klasse.

17-Jährige studieren an Bremer Hochschule

Die beiden Pianistinnen sind 17 Jahre alt, besuchen das Domgymnasium Verden beziehungsweise das Ratsgymnasium Rotenburg und studieren darüber hinaus bereits an der Hochschule für Künste in Bremen bei Dozentin Almut Cordes.

„Wir sind total überrascht. Natürlich hatten wir auf ein gutes Abschneiden gehofft, aber mit einem ersten Preis dann doch nicht wirklich gerechnet. Für uns ist das schon ein ganz besonderer Erfolg“, erzählt Alina Kober, die vor drei Jahren mit Elina beim Bundeswettbewerb einen zweiten Platz erspielt hatte.

Wettbewerb digital ausgetragen

Spricht man mit Alina und Elina über Musik, bezeichnen sie diese voller Inbrunst als ihre „ganz große Leidenschaft“. Und dass der Wettbewerb wegen der Pandemie digital und nicht vor Publikum ausgetragen wurde, schmälert den Erfolg nach Auffassung der jungen Frauen nicht; eher im Gegenteil. „Live hat man mehr Möglichkeiten, man spielt spontaner, es wird mehr improvisiert, während diesmal unser Drang nach Perfektionismus eine größere Rolle spielte“, erzählen sie.

Schon mit vier beziehungsweise sechs Jahren begannen die Gymnasiastinnen, ihrem Hobby nachzugehen. Inzwischen steht für beide fest, dass die Musik auch bei ihrer Berufswahl eine entscheidende Rolle spielen wird. Dabei wissen die beiden Jungstudierenden genau um die Schwierigkeit, sich als Musikerinnen durchzusetzen. Nach dem Abitur werden sie daher möglicherweise noch ein zweites Fach, beispielsweise Pädagogik, belegen.

Im Alltag dreht sich fast alles um die Musik

Schnell wird im Gespräch mit Alina und Elina deutlich, dass sich in ihrem Alltag, von Schule einmal abgesehen, fast alles um die Musik dreht. Ihr Tagesablauf ist eng getaktet. Für Verabredungen und die Pflege von Freundschaften bleibt kaum Raum, sodass manches zurückstecken muss.

Stolze Eltern

Die Eltern, Helena und Oleg Kober sowie Ludmilla und Johannes Schumacher, unterstützen die Talente ihrer Töchter nach Kräften, betrachten sich selber aber nicht als außergewöhnlich musikalisch. „Ich weiß zwar nicht, wem sie dieses Talent zu verdanken hat, aber mein Mann und ich sind darüber sehr stolz“, meint Helena Kober, die, als die Tochter noch jünger war, sehr darauf geachtet hat, dass sie weder von außen überfordert wurde, noch sich selber überfordert hat.

Vom Keyboard zum Klavier

Alina hatte, wie ihre Klavierpartnerin, schon immer ihren eigenen Kopf. Und der hat beide dazu gebracht, einzig ein Tasteninstrument zu erlernen. „Wir haben uns das so ausgesucht, haben erst Keyboard dann E-Piano und dann Klavier gespielt“, erzählen sie. Ihre Eltern hätten sie bei stets frei wählen lassen. „Wir wurden nicht zum Üben gezwungen. Wir haben das immer freiwillig gemacht“, heißt es.

Das Üben fällt leicht

Beide sind ehrgeizig, haben Ziele und sind voller Bewunderung für ihre Dozentin Almut Cordes. Das Üben fällt beiden leicht. So ist es keine Seltenheit, dass sie drei Stunden am Stück Klavier spielen. „Wir üben nicht, weil man es von uns verlangt, sondern weil wir es wollen und weil man nur durch Üben immer besser wird“, sagen sie..

Am Klavierspielen lieben sie, dass es „aus dem Herzen kommt“. Und auf die Nachfrage, ob sie noch nie voller Ärger auf die Tasten geschlagen haben, weil ihnen etwas nicht gelungen sei oder sie einfach mal schlechter Laune gewesen seien, schütteln beide den Kopf: „Da kann das Klavier doch nichts dafür.“

Beste Freundinnen

Als besonders intensiv beschreiben die 17-Jährigen die Vorbereitung auf Wettbewerbe, denen sie sich als wichtige Prüfungen stellen. „Vorher sind wir teils sehr aufgeregt, aber beim Spielen legt sich dieses Gefühl und steigert sich erst wieder, wenn wir wie jetzt auf ein Ergebnis warten mussten“, erzählen Alina und Elina, die über die Musik längst zu besten Freundinnen geworden sind.

„Sie sind mehr als das, sie sind Seelenverwandte und einander sehr ähnlich“, wirft Alinas Mutter ein. Außerdem liegen die familiären Wurzeln von beiden nicht in Deutschland. Elinas Eltern kommen aus Russland, während Alinas Eltern aus Kirgisien und aus Kasachstan stammen.

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