Ausstellung „African Kids“

Hart, aber nicht hoffnungslos

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Die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Eltje Buch (l.), und VNB-Koordinatorin Anna Hardenberg beim Betrachten des Buchs, auf dem die Ausstellung aufbaut.

Westen - Wie sieht ein Leben in den Townships von Südafrika aus? Was bewegt die dort lebenden Kinder, die wissen, dass sie mit dem Aids-Virus infiziert sind? Das Mehrgenerationenhaus im Amtshaus Westen lädt in den kommenden drei Monaten in enger Kooperation mit dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB) zum Besuch der Ausstellung „African Kids” ein. Die Ausstellung zum gleichnamigen Buch von Lutz van Dijk zeigt in 69 Fotografien und anhand erklärender Worttafeln die unterschiedlichen Lebenswelten der Township-Kids und lässt sie selbst zu Wort kommen.

So führt der aufgeweckte elfjährige Sive die Besucher zwischen den Hütten aus Holz, Pappe oder Blech herum, macht sie mit seinen Freunden bekannt oder erzählt deren Geschichten, die zwar hart, aber nicht hoffnungslos sind, weil sie zeigen, dass jedes der Township-Kids, genau wie andere Kinder auch, von einem Leben träumt, in dem Selbstbestimmung, Freundschaft und Vertrauen das Wichtigste sind.

Die Bilder zeigen die Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten im Alltag von deutschen und südafrikanischen Kindern.

Die von den Berufsfotografen Nic Bothma und Ralf Hirschberger meisterhaft erstellten Fotografien, beleuchten den Alltag dieser Kinder. Sie zeigen deren Wohnsituation, ihr Schulleben, die Kinderbibliothek im Township, die Kids mit ihren Lieblingsbüchern oder sie greifen fröhliche Momente auf, wenn sie die Kinder beim Kicken oder beim Rollen von Lkw-Reifen zeigen. Diese fotografischen Ansichten sind zutiefst berührend, zeigen sie doch Unterschiede wie Gemeinsamkeiten im Leben der Kinder in Deutschland und in der südafrikanischen Hauptstadt Kapstadt, wo sich der Alltag zwischen spartanischen Hütten abspielt.

Lebensfreude statt Verzweiflung

Erstaunlich, dass diesen Kindern nicht Verzweiflung, sondern Lebensfreude ins Gesicht geschrieben steht. „Der Name des Townships, Masiphumelele, bedeutet soviel wie ,Wir schaffen das'“, erklärt VNB-Koordinatorin Anna Harenberg. Schätzungen – verlässliche Zahlen gibt es nicht – gehen davon aus, dass drei Millionen Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Ländern in Südafrika leben. Und von den rund 40 000 Bewohnern besagten Stadtteils sei die eine Hälfte aus anderen Staaten, die andere vor der Armut auf dem Land geflohen. „Brände, viele davon von Grundstücksspekulanten gelegt, machen immer wieder viele Bewohner des Townships obdachlos. Und doch finden die Menschen immer wieder die Kraft, weiterzumachen. Sie bauen ihre Hütten wieder auf“, erzählt sie. Ergänzt wird die Ausstellung von zwei Begleitkisten mit Lehr- und Lernmaterialien für Schüler ab Klasse 5. Geöffnet ist die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Mehrgenerationenhauses. Für Schulen werden nach vorheriger Absprache alternative Termine angeboten.

Für die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Eltje Buch, passt die Ausstellung perfekt in das Konzept des Hauses, weil sich dort Menschen unterschiedlichen Alters und Nationalitäten aus verschiedenen Kulturkreisen begegnen. nie

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