Verein sammelt bei Benefizturnier in Hülsen 10.000 Euro / Assistenzhund für Felix

„Hafensänger“ schießen weit übers Spendenziel hinaus

Applaus, Applaus! Der fünfjährige Felix darf den Ball fürs Finale entgegennehmen. Ein Fallschirmspringer hatte ihn überreicht. Auch Oliver Wolf, Vorsitzender der „Hafensänger & Puffmusiker“ (mit Kappe), freute sich mit dem Jungen, der aufgrund seiner Erkrankung einen Assistenzhund benötigt. Dessen Ausbildung ist nun dank des Turniers gesichtert. - Fotos: Bruns

Hülsen - Von Wiebke Bruns. Im sechsten Jahr seines Benefiz-Fußballturniers hat der Verein „Hafensänger & Puffmusiker“ am Sonnabend in Dörverden-Hülsen alles Vorherige übertroffen. Mit der Unterstützung vieler Spender kann er der Familie Muscher aus Wietzen (Kreis Nienburg) die Ausbildung eines Assistenzhundes für ihren schwerkranken Sohn Felix finanzieren. 5 000 Euro waren das Ziel, die benötigten 10 000 Euro sind zusammengekommen. Selbst Unterstützung aus der Luft gab es. Fallschirmspringer brachten den Ball für das Finale.

Der fünfjährige Felix leidet unter Hydrozephalus, gemeinhin Wasserkopf genannt, sowie unter vielen Folgeerkrankungen und Epilepsie. Hündin Adele soll ihm nach der Ausbildung eine Hilfe im Alltag sein, seine Lebensqualität steigern, Anfälle frühzeitig wahrnehmen und Alarm schlagen.

Als der Vereinsvorsitzende Oliver Wolf der Mutter von Felix verkündete, dass das Geld komplett zusammen ist, war sie fast sprachlos. „Hammer. Wow. Ihr seid die Größten. Vielen, vielen Dank“, freute sich Anika Muscher.

Gemeinsam mit Ehemann Niko, ihrem achtjährigen Sohn Maximilian, Felix und Adele war sie nach Hülsen gekommen. Was die Familie dort erlebte, übertraf sämtliche Vorstellungen, wie sie später verriet: „Ich dachte, das sei so eine kleine Geschichte. Mal gucken, wer da so kommt. Dass das so riesig ist, damit haben wir nicht gerechnet.“

Zu dem Erfolg beigetragen haben unter anderem die Lions aus Nienburg und der Grafschaft Hoya mit einer gemeinsamen Spende in Höhe von 3000 Euro. Die Kurklinik Strandrobbe aus Cuxhaven ließ eine zweibeinige Robbe eine 500-Euro-Spende übergeben.

„Ein Ehepaar, das nicht genannt werden möchte, hat 1000 Euro gespendet“, so Oliver Wolf. Firmen haben ihr Sponsoring verdoppelt, teilweise verdreifacht und über den ganzen Tag wurden immer wieder Spenden vor Ort übergeben von Besuchern und den Fußballern. Beispielsweise 59 Euro aus der Mannschaftskasse der E-Jugend des SC Uchte. „Wir haben Mitleid mit dem kleinen Jungen“, erklärte Spieler Harun Agirmann.

Die teilnehmenden 20 U11-Mannschaften lieferten sich spannende Spiele. Viele Teilnehmer aus der Region waren dabei, aber auch Teams von Werder Bremen, HSV, St. Pauli und Arminia Bielefeld. „Gegen solche Mannschaften anzutreten, ist für die Jungs ein Highlight“, sagte Romiwald Frei, Trainer vom SCB Langendamm. Ein großes Kompliment gab es auch für die Organisation. „Super. Jede Mannschaft hat sogar einen eigenen Betreuer gestellt bekommen“, lobte er.

Das sah Tom Rerucha, Trainer von Arminia, genauso. „Es ist mal was ganz anderes hier. Es hat uns sehr gut gefallen. Spaß und Fußball, beides gibt es hier und das auf sehr hohem Niveau.“ Für Irritationen hatte der Vereinsname gesorgt. „Wir haben uns gefragt, was uns da erwartet. Aber unsere Befürchtungen, dass wir im Rotlicht-Milieu Fußball spielen müssen, haben sich nicht bewahrheitet“, so Rerucha lachend. „Alles ganz seriös hier.“

Benefizturnier der „Hafensänger & Puffmusiker“

Gekrönt wurde alles von fünf Springern des Fallschirmsportvereins Hannover, die den Ball für das Finale zwischen Arminia Bielefeld und dem HSV brachten. Spektakulärer geht es kaum. Felix übernahm das runde Leder und brachte es, gefolgt von zig Kindern, zum Schiedsrichter. Was für ein Erlebnis für den schwerkranken Jungen. Am Ende gab es ein Gruppenfoto mit den Turniersiegern von Arminia Bielefeld und Felix, dem eigentlichen Gewinner der Veranstaltung.

Einen ausführlichen Bericht über Felix haben wir im Februar veröffentlich.

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