„Es ist ein gutes Gefühl“

Awo Dörverden sucht dringend ehrenamtliche Fahrer für „Essen auf Rädern“

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Dirk Kattwinkel, Erich Rottmann, Hugh Wingate, Anton Werle und Bürgermeister Alexander von Seggern (von links) werben gemeinsam für das Ehrenamt bei „Essen auf Rädern“.

Dörverden - Der Awo-Gemeindeverband Dörverden steht vor einem Problem. Nachdem gleich mehrere ehrenamtliche Fahrer von „Essen auf Rädern“ aus Alters- oder Gesundheitsgründen diese Tätigkeit aufgeben mussten, wird jetzt dringend Ersatz gesucht.

Interessenten müssen den Führerschein der Klasse B besitzen, sie sollten gerne mit Menschen in Kontakt kommen sowie bereit sein, zuverlässig viermal jährlich durchgehend 14 Tage zwischen 11 und 13 Uhr mit einem Awo-eigenen Fahrzeug warme Mahlzeiten zu verteilen. „Drei, vier neue Helfer wären prima, unterstreicht Erich Rottmann, der die Einsätze plant. Schließlich wollten auch die Fahrer mal in Urlaub fahren oder würden schon mal krank.

Appetit auf Gemüsecremesuppe, Würstchengulasch mit Nudeln und Salat? Oder eher auf Grünkohl, Kassler und Kartoffeln? Kein Problem. Beides wird pünktlich zur Mittagszeit geliefert und sogar bis ins Haus. „Essen auf Rädern“ nennt sich der Service, der sich in der Gemeinde Dörverden seit rund drei Jahrzehnten kontinuierlicher Beliebtheit erfreut. „Schön, dass es dieses Angebot in der Gemeinde gibt.“ Diesen Satz bekommen die ehrenamtlich Fahrer immer wieder zu hören.

Kunden freuen sich auf einen Plausch

„Es ist ein gutes Gefühl, die Dankbarkeit der Kunden zu spüren“, meint Dirk Kattwinkel, der sich seit fünf Jahren als Fahrer engagiert. Vor allem ältere Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, sich täglich eine warme Mahlzeit zu kochen, oder es nicht mehr wollen, nutzen das Angebot. Das weiß auch Bürgermeister Alexander von Seggern, der die Mitarbeitersuche der Awo nach Kräften unterstützt. „Ich hoffe, dass sich Bürger für diesen ehrenamtlichen Einsatz melden. Die Kunden in der Gemeinde werden es danken, zumal der Awo-Service es so manchem ermöglicht, selbstständig in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben.“

Am Montag gab es Würstchengulasch mit Nudeln. Küchenleiter Udo Kniep steht persönlich am Topf.

Die Arbeit bei „Essen auf Rädern“ besteht überwiegend in der Auslieferung der Mahlzeiten, die in der Küche im „Haus am Hesterberg“ in Dörverden zubereitet und dort von den Fahrern auch abgeholt werden. Den Plan für die Auslieferung hat Rottmann in zwei Touren gut eingeteilt, denn die Fahrzeiten müssen kurz sein, damit das Essen auch wirklich heiß bei den Kunden ankommt. Deshalb wird bereits beim Beladen der Fahrzeuge auf die Reihenfolge der Menüausgabe geachtet, sodass keine unnötigen Verzögerungen entstehen. Danach beginnt die eigentliche Arbeit der Fahrer.

Dirk Kattwinkel (l.) wird in Hülsen bereits von Wilhelm Meyer erwartet. Der Witwer ist seit fünf Jahren Kunde und bezieht an 365 Tagen im Jahr sein Mittagessen von der Awo. „Ich selbst bringe nur Eierkochen fertig“, sagt Meyer schmunzelnd.

„Viele der Kunden von Essen auf Rädern leben alleine. Sie freuen sich auf ein Gespräch, auf einen Plausch mit uns, doch dafür ist leider nicht genug Zeit“, erzählt Kattwinkel, der das aufrichtig bedauert. „Mehr als drei, vier Minuten Plauderei sind nicht drin, da ja noch weitere Mahlzeiten ausgeliefert werden müssen.“ Von Seggern ergänzt, dass für manche dieser Menschen der Besuch der Ehrenamtlichen von „Essen auf Rädern“ der einzige Gesprächskontakt sei, den sie verlässlich hätten. Zudem sei es wichtig, die Versorgung der Menschen mit täglich einer warmen Mahlzeit in der Gemeinde langfristig zu sichern.

Eintöpfe, Grünkohl oder Knipp laufen am besten

Über die Qualität des Essens bekommen die Fahrer überwiegend positive Rückmeldungen. Die Kunden, so Kattwinkel, seien in der Regel zufrieden. Gekocht werden die Gerichte in der Küche im „Haus am Hesterberg“ von Küchenleiter Udo Kniep und seinem Team, das die positiven Rückmeldungen bestätigen kann. „Wie unsere Bewohner mögen auch die Kunden am liebsten Althergebrachtes“, erzählt der Küchenleiter. Eintöpfe, aber auch Grünkohl oder Knipp gehörten zu den Leibgerichten, auch Gerichte rund um die Kartoffel würden gerne angenommen.

Wer den Dienst „Essen auf Rädern“ des Awo-Gemeindeverbands Dörverden unterstützen möchte, nimmt mit Erich Rottmann (0151/26756564) oder mit Anton Werle (04234/828) Kontakt auf.

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