Großes Interesse an Ausstellung von Dörverdener Konfirmationsfotos

Faszinierende Bilder vom „Ende der Kindheit“

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Dr. Heinz-Dieter Böcker hat die Ausstellung organisiert. Auch er selbst ist auf einem der Fotos zu sehen, wie der Finger im Hintergrund zeigt.

Dörverden - Ist das unser Onkel Johann oder ist er es nicht? Kaum standen die ersten Besucher in kleinen Gruppen vor den Fotos, begann auch schon der rege Austausch bei der Suche nach bekannten Gesichtern auf den Bildern mit Dörverdener und Stedorfer Konfirmanden.

Dr. Heinz-Dieter Böcker beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Geschichte seines Geburtsortes Dörverden und er hat mittlerweile einen umfangreichen Schatz an Fotos, Dokumenten und Büchern zusammengetragen. Sein neuestes Projekt ist eine Ausstellung mit Fotos von Konfirmanden, die den Zeitraum von 1919 bis 1976 umfasst.

Die Fotografien geben gute Eindrücke hinsichtlich der Menschen, die in den besagten Jahrzehnten in Dörverden beziehungsweise Stedorf lebten, sodass der Ausstellungsbesuch für die Besucher mit einem Rückblick in die eigene Familiengeschichte verbunden ist.

„Das ist mein Urgroßvater und das da einer meiner Onkel“, kann auch Böcker auf eigene Vorfahren verweisen. Am Sonntag wurde die mit „Ende der Kindheit – Konfirmationsfotos aus sechs Jahrzehnten“ betitelte Ausstellung auf dem Kulturgut Ehmken Hoff eröffnet. Sie dauert bis zum 21. Februar und ist für Besucher jeweils sonntags, von 14 bis 18 Uhr, zugänglich. „Und dass da ist mein Mann. Der da, der mit der Haartolle“, wie die Ehefrau des Chronisten, Juliane Böcker-Storch, lächelnd verriet.

Die Besucher kamen schnell ins Gespräch über die abgebildeten Personen, tauschten ihre diversen Erlebnisse und alte Geschichten aus oder staunten beim Betrachten, wie sich die Ähnlichkeit durch die Generationen zieht.

„Auch dazu soll die Ausstellung Gelegenheit geben“, unterstrich Böcker, der auf den Fotos zudem den gesellschaftlichen und demografischen Wandel und sogar die Mode in der Kirche dokumentiert sieht. Vergleiche man etwa die vorliegenden Konfirmationsfotos, so falle auf, dass die Größe der Konfirmandenjahrgänge stark schwanke. Den aufgrund des Ersten Weltkriegs zahlenmäßig relativ kleinen Jahrgängen stünden große Konfirmandengruppen der 50er-Jahre gegenüber, die durch den Zustrom vieler Flüchtlinge bedingt waren. Warum im Jahr 1950 nur Flüchtlingskinder konfirmiert wurden, sei jedoch bislang unerklärlich.

„Viele Jugendliche haben auch erstmals festliche Kleidung getragen. Und schauen Sie, auf manchen Fotos ist deutlich erkennbar, dass die Jungen Schuhe tragen, die ihnen viel zu groß waren.“

Am Ende der 60er-Jahre wichen außerdem die braven Röcke der Mädchen Miniröcken und es tauchten flottere Frisuren auf. Böcker: „Geflochtene Zöpfe waren viele Jahre die übliche Frisur, nach der Konfirmation war die Haarpracht dann allerdings oft fällig.“

Für die fotografische Zeitreise waren auch ehemalige Dörverdener und Stedorfer Konfirmanden angereist. So Birgit Meier aus Walsrode. „Die Ausstellung war bei unserem letzten Familientreffen ein Thema. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen“, sagte sie und machte sich gleich begeistert auf die Suche nach einstigen Weggefährten.

Vervollständigt wird die Ausstellung übrigens noch durch eine Fotografie von Goldkonfirmanden aus dem Jahr 1932, die ernst dreinblickende, dunkel gekleidete und Hut oder Zylinder tragende Damen und Herren zeigt. Dass kaum einer der Jubilare auf der Fotografie lächelt, hat laut Böcker aber einen eher profanen Grund: „Viele der damaligen Mittsechziger hatten schlichtweg keine Zähne mehr im Mund.“

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