Gewerbe- und Industriepark Barme auf der Tagesordnung

GIP-Planung nimmt Fahrt auf

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Alexander von Seggern zeigt die aktuellen Pläne für das Gelände in Barme.

Dörverden - Vor Bürgermeister Alexander von Seggern türmen sich mehrere hohe Stapel Papier auf – alles Unterlagen für eine bevorstehende Fachausschuss-Sitzung. Am Donnerstag soll die Politik über den geplanten Gewerbe- und Industriepark (GIP) Barme auf dem Gelände der ehemaligen Niedersachsenkaserne diskutieren.

„Wir wollen bei diesem für die Gemeinde so wichtigen Thema wieder Fahrt aufnehmen“, erklärte der Verwaltungschef am Montag in einem Pressegespräch. Und, mit Blick auf die vielen Unterlagen: „Es geht um ein Gelände, das natürlich ein erhebliches Konfliktpotenzial beinhaltet. Damit haben wir uns intensiv auseinandergesetzt.“

Konkret auf der Tagesordnung stehen am Donnerstag, um 17.30 Uhr, in der Mensa der Aller-Weser-Oberschule die 39. Änderung des Flächennutzungsplanes im Teilplan 2 „Zufahrt zur gewerblichen Baufläche Barme“ sowie der Beschluss über den dritten Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 70 „Gewerbe- und Industriepark Barme.“

Die Pläne für das 40 Hektar große Gebiet sind im Prinzip nicht neu, sie wurden in fast identischer Form bereits Ende 2015 vorgestellt und lagen Anfang 2016 der Öffentlichkeit zur Einsicht aus. Die trotz der zahlreichen Einwendungen seitdem vorgenommenen Änderungen des Entwurfes sind kaum bedeutsam: So sollen zum Beispiel der geplante Lärmschutzwall und das dahinterliegende Regenrückhaltebecken wenige Meter nach Osten verlegt werden, damit bei Bedarf die Bundesstraße 215 verbreitert werden könnte. Das hatte die Landesverkehrsbehörde gefordert. Auch wird die Baugrenze an einer Stelle (gegenüber dem ehemaligen Werkstattgebäude der Kaserne) etwas verschoben, weil sich dort eine Fläche als Wald entwickeln soll.

300.000 Euro Mehrkosten

In beiden bisherigen Beteiligungsverfahren 2012 und 2016 wurden zahlreiche Bedenken geäußert und Hinweise gegeben. Sie kamen von Trägern öffentlicher Belange ebenso wie aus der Bevölkerung. Einwohner aus Barme, die Betreiber des Wolfcenters oder des Tagungshauses Drübberholz, um nur einige zu nennen, erwarten vor allem Lärmbelästigungen durch den geplanten Gewerbe- und Industriepark. Ein Schallschutzgutachten, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat, kommt zu dem Ergebnis, dass auch durch die geänderte Zufahrt keine Überschreitungen der rechtlich festgelegten Grenzwerte zu erwarten sind.

Die aktuelle Planung für die Zufahrt zum Gelände sieht vor, eine Erschließungsstraße westlich der Kasernenstraße, die zum Wolfcenter führt, neu zu bauen. Das missfällt besonders dem Ankerinvestor des Gewerbe- und Industrieparks, der im Süden des Geländes bereits Flächen erworben und dort eine Gleisharfe errichtet hat: Unternehmer Hermann Wiebe hat detaillierte Einwände gegen die Planung formuliert. So sei laut ihm eine Erschließung des Gewerbe- und Industrieparks über die Kasernenstraße, wie zu einem früheren Zeitpunkt einmal angedacht, nicht nur die bessere Variante, sie sei ihm auch seitens der Gemeinde vertraglich zugesichert worden. Von Seggern sieht das anders: „Die Änderung der Zufahrt ist städtebaulich erforderlich und die Zuwegung wird auch künftig im Vereinbarungssinn ohne Nachteile für das Unternehmen ermöglicht.“ Mit dieser Lösung werden zudem die Zufahrtsverkehre zum Wolfcenter und zum GIP voneinander getrennt. Auch wenn die neue Straße 300.000 Euro Mehrkosten verursachen wird, und sie einen erheblichen Einschnitt in die Natur bedeute. „Wir haben das alles sachlich gegeneinander abgewogen und sind zu dem Schluss gekommen, dass die aktuell geplante Zufahrt eben die optimale Lösung darstellt.“

Sollte der Ausschuss dies am Donnerstag empfehlen und der Verwaltungsausschuss dem folgen, soll der leicht veränderte Bebauungsplan nur noch in diesen Punkten ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt werden. „Anschließend soll der Bauleitplan im kommenden Jahr endlich als Satzung verabschiedet werden“, hofft von Seggern nun auf einen baldigen Abschluss des Verfahrens. Die 39. Änderung des F-Plans hingegen soll nach entsprechender Beratung noch in diesem Jahr vom Rat final beschlossen werden. 

rei

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