Künftig weibliche Doppelspitze in Dörverdener Firma

Gemüseabo leitet Generationswechsel ein

Mitinhaber Walter Franzmeier zieht sich aus dem Dörverdener Unternehmen Genüseabo zurück. Melanie Hogrefe übernimmt seine Aufgaben in der Unternehmensführung.

Melanie Hogrefe tritt in der Betriebsführung des Gemüseabos an die Stelle von Walter Franzmeier.

Dörverden – Zum Start ins neue Jahr hat das Gemüseabo in Dörverden, der Lieferservice für Bioprodukte, Obst- und Gemüsekisten, ein Stückweit den Generationswechsel vollzogen. Nachdem Walter Franzmeier den 1997 gegründeten Betrieb seit Beginn gemeinsam mit seiner Partnerin Karen Dippe geführt hat, übernimmt jetzt an seiner Stelle mit der 42-jährigen Melanie Hogrefe das Ruder und bildet mit Dippe eine weibliche Doppelspitze.

„Loslassen ist ein Prozess“

„Für mich ist es an der Zeit, ein wenig kürzer zu treten und mich aus der ersten Reihe in der Betriebsführung zurückzuziehen“, sagt Franzmeier. Er lasse peu à peu los. Die Bereiche Arbeitssicherheit und Hygienemanagement habe er schon in andere Hände gelegt. Um den Einkauf und die Organisation des Shops werde er sich bis auf Weiteres noch kümmern. „Loslassen ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen machbar ist. Mich beschäftigt das Thema bereits seit Jahren“, so der 57-Jährige.

Der Familienbetrieb war Ende der 90er-Jahre aus einem Wohnprojekt in Stedorf heraus entstanden. Anfangs lieferte das Abo nur Gemüse von den umliegenden Bio-Höfen. Einen richtigen Kick bekam der Betrieb durch die Corona-Pandemie. „Unter schwierigen Arbeitsbedingungen durften wir kurzfristig hunderte neuer Kunden zusätzlich beliefern“, informiert die Internetseite des Gemüseabos. Bürokräfte erhielten Homeoffice-Plätze, neue Fahrzeuge wurden angeschafft und zusätzliche Kräfte für das Packen und die Auslieferung wurden eingestellt.

Keine Veränderungen für die Kunden und die 56 Mitarbeiter

Für die vielen Kunden werde der Wechsel an der Spitze keine Veränderungen bringen, auch für die mittlerweile auf 56 gestiegene Zahl der Beschäftigten. Mit Melanie Hogrefe trete eine langjährige Mitarbeiterin in die erste Reihe, die schon zuvor mit vielen Handlungs- und Entscheidungskompetenzen betraut gewesen sei.

„Sie ist seit 20 Jahren im Betrieb, ist die kaufmännische Betriebsleitung und außerdem verantwortlich für alle personellen Fragen“, zählt Franzmeier die bisherigen Tätigkeitsbereiche der neuen Geschäftsführerin auf, die seit Jahren auch als Prokuristin das Vertrauen von Karen Dippe und Walter Franzmeier genießt.

Engagement in Politik und Verbänden

Selbst möchte Franzmeier die gewonnene freie Zeit zukünftig vor allem in sein familiäres Umfeld investieren. „Die Füße hochlegen werde ich sicher nicht“, sagt er und verweist auf sein Engagement in der Politik und in verschiedenen Verbänden.

„Melanie will es und Melanie kann es und meine Gefühle sind ebenso wie die ihren rundum gut“, lenkt er das Gespräch noch einmal auf den Wechsel in der Geschäftsführung. Gelegenheiten wie diese müsse man nutzen. „Sie möchte beruflich ja nicht erst voll durchstarten, wenn sie in meinem Alter ist“, schmunzelt er.

Für den Betrieb sei diese Entwicklung gleichsam mit einer längerfristigen Perspektive verbunden und ein wichtiger Schritt zum Ziel, dass sich der Betrieb irgendwann einmal selbst gehört. „Die Bundesregierung bringt hier aktuell gerade neue Geschäftsformen auf den Weg, die auch für das Gemüseabo viele Veränderungen bedeuten werden.“

Jahrelang darauf hin gearbeitet

Melanie Hogrefe unterstreicht, dass sie ihre neue Aufgabe mit einem sehr guten Gefühl angehe. „Ich fühle mich super und ich habe schließlich jahrelang auf dieses Ziel hingearbeitet.“ Sie stehe voll und ganz hinter dem Betrieb, und vom Konzept sei auch ihre 18-jährige Tochter bereits angesteckt, die aktuell ihre Ausbildung zur Büromanagerin beim Gemüseabo macht.  nie

Rubriklistenbild: © Niemann

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